Euskara (Baskisch), die rätselhafteste Sprache Europas

Baskenland
Gaztelugatxe ist eine zum spanischen Baskenland gehörende kleine Insel mit Kloster. Sie ist durch eine dammartige Steinbrücke mit dem Festland verbunden. - Bild: matthiasfr / Pixabay

Die Süddeutsche Zeitung beschäftigt sich in einem Artikel mit dem Baskischen, einer Sprache Europas, die wie keine andere nach wie vor Rätsel aufgibt:

Euskara, so die Eigenbezeichnung, ist die älteste und heute einzige noch existierende isolierte Sprache in ganz Europa. Sie ist weder indogermanischen Ursprungs wie etwa Latein, Deutsch oder Spanisch, noch uralisch wie etwa Finnisch oder Ungarisch, noch semitisch wie etwa Arabisch oder Hebräisch.

Baskisch unterscheidet sich auch vollkommen von den anderen europäischen Sprachen mit seinem komplizierten Verbalsystem samt einer polypersonalen Flexion, zehn einzigartigen Diphthongen im Alphabet und einem Vigesimalsystem, einem Zwanzigersystem bei den Zahlen, das offenbar ins Französische eingesickert ist mit zum Beispiel „quatre-vingt-dix“ für 90.

Da baskische Eigen- und Götternamen in Inschriften und auf Grabsteinen aus römischer Zeit gefunden wurden, wird vermutet, dass das Altbaskische schon bestand, als vor etwa 3.000 Jahren indogermanische Sprachen Europa zu dominieren begannen.

Ein weiteres Indiz für diese These, dass Baskisch die letzte überlebende Sprache der Ur-Europäer ist, glaubt der Münchner Sprachwissenschaftler Theo Vennemann gefunden zu haben, der die Namen von Flüssen und sonstigen Gewässern in Europa untersuchte. Diese gehören zu den ältesten überlieferten sprachlichen Bezeichnungen überhaupt. Er stellte von der Saale bis zum Arno eine häufige Übereinstimmung mit baskischen Sprachwurzeln fest.

In jüngerer Zeit bestätigten genetische Untersuchungen, dass die Basken nicht nur sprachlich, sondern auch genetisch innerhalb Europas eine isolierte Sonderstellung einnehmen. Die Süddeutsche schreibt:

Repräsentieren also die heutigen 750 000 baskischen Muttersprachler den letzten Rest der ersten Europäer? Dafür spricht, dass sich das Genom der Basken deutlich von dem ihrer Nachbarn unterscheidet, aber im Erbgut der übrigen Europäer durchaus „baskische“ Sequenzen nachweisbar sind.

Viele der offenen Fragen werden sich wohl nie klären lassen. Für alle, die bereits Einblicke in mehrere Sprachfamilien haben, ist es aber durchaus interessant, sich zumindest einige Stunden mit dem Baskischen als einer völlig aus dem Rahmen fallenden europäischen Sprache zu befassen.

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rs

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