Ausstellung in Leipzig: ÜberSetzen – Von Babylon nach DeepL – Das Europa der Sprachen

Ausstellung "Übersetzen"
Blick in die Ausstellung im Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig. - Bild: Christine Hartmann / DNB

In keiner Region der Erde kommen mehr Übersetzungen auf den Markt als in Europa. Die einmalige Sprachenvielfalt macht das Übersetzen zu einer wichtigen kulturellen Transferleistung.

Die Kabinettausstellung „ÜberSetzen – von Babylon nach DeepL. Das Europa der Sprachen“ des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig nimmt diesen regen sprachlichen Kulturtransfer in den Fokus. Sie spannt den Bogen vom Mythos der Babylonischen Sprachverwirrung bis hin zu den Verheißungen der maschinellen Übersetzung.

Die Europäische Gemeinschaft hat 24 offizielle Amtssprachen. Werden alle bekannten europäischen Sprachen und Dialekte berücksichtigt, so sind es über 200 Sprachen. Ein großer Reichtum, der das Übersetzergeschäft nicht nur zu einer wichtigen Kulturpraxis macht, sondern auch für die Wirtschaft relevant ist.

Europas Sprachenvielfalt ist Ausgangspunkt für die Kabinettausstellung, die einen Einblick in die Werkstatt und Instrumentarien von Übersetzungen gibt. Sie präsentiert das Übersetzen als Schlüssel zur interkulturellen Kommunikation, fragt nach neuen kollektiven Übersetzungsformaten und nimmt die Zukunft der Übersetzung durch Algorithmen in den Blick. Zugleich öffnet die Ausstellung den Blick auf die Tätigkeit der Übersetzer – einer Aufgabe zwischen Kunst und Handwerk.

Die jahrtausendealte Kunst der Übersetzung erlebt durch die Digitalisierung einen großen Wandel. Während die maschinelle Übersetzung einerseits als Bedrohung eines stolzen Berufsstands beäugt wird, so sehen andere in der Übersetzungsmaschine die Verwirklichung eines Traumes, der die Menschheit seit Jahrtausenden begleitet: die Idee einer alle Sprachgrenzen überwindenden Kommunikation.

Die „KI-Box“ – eine neue, interaktive Installation – gibt den Besuchern die spielerische Möglichkeit, die Funktionsweisen der maschinellen Übersetzung kennen zu lernen. Die Besucher sind eingeladen, selbst zu erwägen, ob auf der Übersetzungsmaschine ein Fluch oder die Hoffnung auf universale Verständigung liegt – oder ob sie schließlich nur ein Werkzeug zum Brückenbauen zwischen verschiedenen Sprachen ist.

Die Ausstellung wurde 2020 im Kontext der deutschen EU-Ratspräsidentschaft erarbeitet, konnte aber pandemiebedingt nicht für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Neben einem Besuch der Ausstellung stehen den Besuchern zahlreiche digitale Angebote zur Verfügung.

Ausstellung "Übersetzen"
Die Ausstellung verrät auch, welche deutschsprachigen Werke am häufigsten übersetzt wurden. – Bild: Christine Hartmann / DNB

Ausstellungsdaten

ÜberSetzen – von Babylon nach DeepL. Das Europa der Sprachen
Ausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig
16. März 2021 bis 30. Januar 2022
Dienstag bis Sonntag 10 – 18 Uhr, Donnerstag 10 – 20 Uhr, Feiertage (außer montags) 10 – 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Das Deutsche Buch- und Schriftmuseums der DNB

Das Buch hat wie kein anderes Medium unsere Kultur und Zivilisation geprägt: Seit Jahrhunderten wird unser Wissen über die Welt und über den Menschen in Büchern gespeichert.

Die Sammlung, Ausstellung und wissenschaftliche Bearbeitung buch- und mediengeschichtlicher Zeugnisse ist die Aufgabe des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek. 1884 als Deutsches Buchgewerbemuseum in Leipzig gegründet gilt es als das weltweit älteste und nach Umfang und Qualität der Bestände als eines der bedeutendsten Museen auf dem Gebiet der Buchkultur.

Ausstellung "Übersetzen"
Das Plakat zur Ausstellung. – Bild: DNB

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