„Shakespeare, so wie er ist“ – Wielands Übersetzung im Kontext ihrer Zeit

Christoph Martin Wieland (1733-1813)
Christoph Martin Wieland (1733-1813), gemalt von Ferdinand Jagemann im Jahr 1805. - Bild: gemeinfrei

1762 bis 1766 erscheint in Zürich eine achtbändige Übersetzung von insgesamt 22 Shakespeare-Dramen des damals in Biberach lebenden Kanzleibeamten und Schriftstellers Christoph Martin Wieland.

Sie ist in mehrfacher Hinsicht eine Pionierleistung, stellt sie doch die deutsche Shakespeare-Debatte auf eine solide Textbasis, macht den elisabethanischen Dramatiker erstmals einem breiteren Publikum zugänglich, liefert die ästhetische Matrix für das Dramenschaffen des Sturm und Drang, dient als Grundlage zahlreicher Bühnenbearbeitungen, erweitert maßgeblich die Ausdrucksfähigkeit der deutschen Literatursprache und bezeichnet eine wichtige Etappe in der Überwindung des klassizistischen Übersetzungsmodells.

Die derzeit erscheinende historisch-kritische Ausgabe der Übersetzung bot Anlass für systematische Untersuchungen von Aspekten, die von der Forschung bisher entweder verzerrt und unvollständig behandelt oder weitgehend vernachlässigt worden sind.

Inhalt

  • Hansjürgen Blinn (Vorwort): Vor der großen Sensation – Shakespeares Wirkung in Deutschland vor WielandShakespeare, so wie er ist
  • Hans-Peter Nowitzki: „O! … leset Shakespearn!“ Wielands epistemologisch-anthropologische Metamorphose. Eine Spurensuche
  • Klaus Manger: Ein deutscher Shakespeare?
  • Sonja Fielitz: „A great appetite for learning but no digestion“ – Die Shakespeare-Ausgabe von Alexander Pope und William Warburton
  • Beatrice Berselli: Zur Übersetzungstheorie im Deutschland des 18. Jahrhunderts
  • Dieter Martin: Vers, Reim und Prosa in Wielands Shakespeare-Übersetzung
  • Rita Seifert: Englischunterricht im Deutschland des 18. Jahrhunderts
  • Claus Eckermann: Zwei Voranschreitende. Wie Wieland und Shakespeare die Sprache veränderten
  • Peter Kofler: Das Schweigen des Übersetzers. Die ausgesparten Stellen in Wielands Shakespeare
  • Stefan Knödler: Shakespeare in Wielands Korrespondenz
  • Claudia Olk: „die angenehmsten, lehrreichsten Geschäfte und Erholungen meines Lebens“ – J. J. Eschenburg und der deutsche Shakespeare
  • Norbert Bachleitner: Wielands Shakespeare-Übersetzung in Adaptionen für die Wiener Hofbühnen der 1770er Jahre
  • Sonja Fielitz und Wolfgang Weiß: „O schmölze doch dies allzu feste Fleisch“ – Die Shakespeare-Übersetzungen von Christoph Martin Wieland und Schlegel/Tieck im Vergleich
  • Roger Paulin: Shakespeare-Zitate in Eberts Übersetzung von Youngs Night-Thoughts. Der Vergleich mit Wieland (mit einem Ausblick auf Schlegel)
  • Peter-Henning Haischer: Oberon bei Shakespeare und Wieland
  • Sidia Fiorato: Translating monstrosity. Shakespeare’s and Wieland’s Caliban

Bibliografische Angaben

  • Peter Kofler (Hg., 2021): „Skakespeare, so wie er ist“ – Wielands Übersetzung im Kontext ihrer Zeit. Heidelberg: Universitätsverlag Winter. 486 Seiten
    ISBN: 978-3-8253-4876-2.

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