Mehr als 30 Mal ins Hebräische übersetzt: Heidi in Israel – eine Spurensuche

Heidi in Israel
Plakat der Ausstellung, die von März bis Oktober 2022 in München zu sehen ist. - Bild: JMM

Das von der Schweizer Autorin Johanna Spyri 1880 veröffentlichte Buch Heidis Lehr- und Wanderjahre gehört zu den bekanntesten Kinderbüchern der Weltliteratur.

Dazu haben Übersetzungen in mehr als 70 Sprachen maßgeblich beigetragen. Schon zwei Jahre nach Erscheinen war die Geschichte in sechs Fremdsprachen übertragen.

Eine jetzt im Jüdischen Museum München eröffnete Ausstellung widmet sich der Rezeptionsgeschichte in Israel und der Rolle der Hebräisch-Übersetzungen.

1946 erstmals ins Hebräische übersetzt

Katalog Heidi in Israel
Zur Ausstellung ist ein 264-seitiger Katalog erschienen.

Eine erste Übersetzung ins Hebräische erschien 1946, also schon vor Gründung des Staates Israel. Bis heute sind rund 30 weitere hinzugekommen, auch deshalb, weil sich die wiederbelebte Sprache in Israel sehr rasch weiterentwickelt und modernisiert hat.

Die Motive, die in „Heidi“ zur Sprache kommen, waren für viele jüdische Leser von großer emotionaler Bedeutung. Die Themen Heimat, Heimatverlust und Neubeginn waren in Israel höchst relevant. Darüber hinaus werden in „Heidi“ grundlegende Fragen des menschlichen Lebens verhandelt: Wo und wie wollen wir eigentlich leben? Naturverbunden auf dem Land oder in der Stadt? Wodurch und mit wem fühlen wir uns zuhause?

Der Roman gehört deshalb auch in Israel zum Kanon der Kinderliteratur, mit einer vielfältigen Rezeptions- und Wirkungsgeschichte, reich an Übersetzungen, Adaptionen und Neuausgaben.

Doch „Heidi“ ist in Israel nicht nur als Buch bekannt. Ob auf der Kinoleinwand, als Theaterstück oder als Hörspiel – das berühmteste Schweizer Mädchen ist Teil der kulturellen Identität und längst auch in den Sozialen Medien angekommen.

Die Ausstellung verspricht eine spannende Entdeckungsreise durch die jahrzehntelange Rezeptionsgeschichte des Schweizer Kinderbuchklassikers in Israel. Aus verschiedenen Blickwinkeln wird Heidis Erfolgsgeschichte in Israel nachgespürt. Warum ist gerade dort „Heidi“ seit vielen Jahrzehnten eine besonders relevante literarische Figur?

Katalog zur Ausstellung

  • Peter O. Büttner, Andreas Kilcher, Nurit Blatman, Christine Lötscher (Hg., 2021): Heidi in Israel – Eine Spurensuche. Hannover: Wehrhahn Verlag. 264 Seiten, 22 Euro, ISBN 978-3-86525-909-7.

Heidi in Israel, Plakat

JMM, rs

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