„Was heißt hier Minderheit?“ Bundestag präsentiert Ausstellung zu Friesen, Sorben & Co.

Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) stellt der Presse die Ausstellung vor. - Bild: Werner Schüring / Bundestag

Unter dem Titel „Was heißt hier Minderheit?“ präsentiert der Deutsche Bundestag eine interaktive Ausstellung, die das Leben, die Kulturen und die Sprachen der vier nationalen Minderheiten und Volksgruppen Deutschlands – der Dänen, der Friesen, der deutschen Sinti und Roma sowie der Sorben/Wenden – sowie der Sprechergruppe Niederdeutsch näher bringen will.

Denn auch wenn viele Kulturen, Sprachen und regionale Identitäten in unserem Land existieren, sind Geschichte, Rolle und Selbstverständnis der autochthonen (einheimischen) nationalen Minderheiten und der Sprechergruppe Niederdeutsch nur wenig bekannt. Darüber hinaus bestimmt so manches Klischee ihr Bild in der Öffentlichkeit, das mit der modernen Lebenswirklichkeit oft kaum etwas zu tun hat.

Welche Geschichte(n), Sprachen und Lebenswirklichkeiten verbergen sich tatsächlich hinter dem Begriff „Minderheit“? Und inwiefern kann man deutsch, aber gleichzeitig auch Dänin, Sinto, Romni, Sorbe, Friesin oder Plattsprecher sein?

Ausstellung nationale Minderheiten
Bild: Arndt Oehmichen / Bundestag

Interaktive Wanderausstellung

Um sich diesen Fragen zu nähern und einen zeitgemäßen Einblick in Leben, Kultur und Sprache der vier nationalen Minderheiten Deutschlands und der Sprechergruppe Niederdeutsch zu geben, wurde die interaktive Wanderausstellung „Was heißt hier Minderheit?“ entwickelt. Sie bietet zudem Gelegenheit, sich mit Fragen nach Identität und dem Verhältnis von Eigenem und Fremdem zu beschäftigen.

Jede der Ausstellungsstationen unterscheidet sich durch ihre einzigartige Gestaltung. An beispielhaften Erzählungen wird Einblick in die spannungsreiche Beziehungsgeschichte zur Mehrheitsgesellschaft gegeben, die Zwischenmenschliches ebenso berührt wie ein weites staatliches Geschichtsfeld der Minderheitenpolitik. Eigen- wie Fremdklischees werden aufgezeigt und spielerisch aufgefangen, Perspektivwechsel sollen ermöglicht werden.

Anderssprachigkeit innerhalb einer Mehrheitsgesellschaft
Bild: Arndt Oehmichen / Bundestag

Anderssprachigkeit innerhalb einer Mehrheitsgesellschaft

Ein tragendes erzählerisches wie gestalterisches Element ist die Anderssprachigkeit innerhalb einer Mehrheitsgesellschaft und der damit zusammenhängende Wechsel zwischen verschiedenen Polen.

Die Ausstellung ist ein gemeinsames Projekt des Minderheitenrates der vier autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen Deutschlands sowie des Bundesraats för Nedderdüütsch und wird vom Bundesministerium des Innern und für Heimat gefördert. Der Bundestag ist der erste Präsentationsort der Wanderausstellung.

Die vom 17. März bis zum 8. April präsentierte Ausstellung kann montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr im Paul-Löbe-Haus besucht werden.

Anderssprachigkeit innerhalb einer Mehrheitsgesellschaft
Bild: Arndt Oehmichen / Bundestag

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