Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis 2022 geht an Stefan Moster für „Im Saal von Alastalo“

Stefan Moster
Stefan Moster - Bild: Mathias Bothor / Photoselection

Stefan Moster wird für seine herausragende Übersetzung des Romans Im Saal von Alastalo von Volter Kilpi mit dem Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis 2022 ausgezeichnet, wie der Literaturübersetzerverband VdÜ mitteilt.

Der Preis soll zugleich sein Engagement als Entdecker und Herausgeber dieses bedeutenden Werks und auch sein übersetzerisches Lebenswerk würdigen.

Die Jury, der die Übersetzer Thomas Gunkel, Christel Hildebrandt und Olga Radetzkaja sowie die Romanistin und Übersetzungswissenschaftlerin Vera Elisabeth Gerling und die Autorin und Literaturkritikerin Manuela Reichart angehören, begründet ihre Entscheidung wie folgt:

Stefan Moster hat dem deutschsprachigen Publikum hier erstmals ein Werk zugänglich gemacht, das im Finnland des 19. Jahrhunderts spielt. 1933 geschrieben, ist es ein überwältigendes Sprachkunstwerk der europäischen Moderne, das unser Bild der Literaturgeschichte erweitert.

Mit seiner Übersetzung des über tausendseitigen Romans ist es Stefan Moster gelungen, einen bilderreichen, rhythmisch expressiven Text von großer stilistischer, syntaktischer Komplexität zu schaffen. Seine einfühlsame Übertragung lässt die singuläre Ästhetik des Romans auf Deutsch neu entstehen.

Im Saal von Alastalo
„Im Saal von Alastalo“ wird mit origineller Umschlaggestaltung im Schuber und mit Lesebändchen ausgeliefert. – Bild: Mare

Mare-Verlag: „Ein epochales Werk“, „Stefan Mosters Übersetzungsgroßtat“

Die 1.136 Seiten starke Roman-Übersetzung wird bei Mare verlegt. Auf den Verlagsseiten heißt es dazu:

Als Proust Auf der Suche nach der verlorenen Zeit und Joyce Ulysses schrieb, entstand auch in Finnland ein epochales Werk: In Volter Kilpis Prosa-Epos lädt der Gutsherr Alastalo die wichtigsten Männer der Schärengemeinde ein, um sie vom gemeinsamen Bau einer Dreimastbark zu überzeugen. Während mit Hingabe Pfeife geraucht und Grog getrunken wird, umkreisen die unterschiedlichen Lager einander listig in dem Versuch, die eigenen Interessen durchzusetzen.

Kilpis über tausendseitiges Opus magnum spielt an einem einzigen Nachmittag und ist eine großartige Charakterstudie der Menschen, die den Kosmos der finnischen Schären im 19. Jahrhundert bevölkerten.

Vor allem aber ist der Roman ein überwältigendes Sprachkunstwerk, das einen unvergleichlichen Sog entwickelt und durch Stefan Mosters Übersetzungsgroßtat endlich der deutschen Leserschaft zugänglich wird.

Feuilleton-Stimmen

  • „Ein Meisterwerk. Volter Kilpis Im Saal von Alastalo ist ein Solitär, der erstaunlichste Roman seit Jahren, der uns aus dem hohen Norden erreicht.“ – Neue Zürcher Zeitung
  • „Eines der bedeutendsten Zeugnisse der modernen finnischen Literatur. […] Ein modernes Epos von ganz persönlichem Gepräge.“ – Kindlers Neues Literatur Lexikon

Moster lebt in Literaturübersetzer-Hochburg Berlin

Stefan Moster wurde 1964 in Mainz geboren und lebt heute als Autor und Übersetzer in Berlin. Unter anderem übertrug er Werke von Petri Tamminen, Rosa Liksom, Selja Ahava und Daniel Katz vom Finnischen ins Deutsche.

Der Braem-Preis ist nicht die erste Auszeichnung für Moster, der bereits den Martha-Saalfeld-Preis sowie 2001 den Staatlichen finnischen Übersetzerpreis erhielt.

Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis wird alle zwei Jahre verliehen

Der mit 12.000 Euro dotierte Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis, 2022 durch eine Spende der Worterben gGmbH auf 15.000 Euro aufgestockt, wird alle zwei Jahre vom Freundeskreis zur Förderung literarischer und wissenschaftlicher Übersetzungen e.V. für eine herausragende Prosa-Übersetzung ausgeschrieben.

Die diesjährige Verleihung soll am 25. Juni 2022 im Rahmen der Jahrestagung des Literaturübersetzerverbandes VdÜ in Wolfenbüttel stattfinden.

rs

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