„Brücke Berlin“ geht 2022 an Radka Denemarková und Eva Profousová

Stunden aus Blei, Hodiny z olova
Die Originalausgabe "Hodiny z olova" erschien 2019, die 880 Seiten starke deutsche Übersetzung "Stunden aus Blei" 2022. - Bild: Host, Hoffmann & Campe

Der Literatur- und Übersetzungspreis „Brücke Berlin“ geht 2022 an die tschechische Autorin Radka Denemarková und ihre Übersetzerin Eva Profousová für den Roman Stunden aus Blei (Hodiny z olova), der Anfang dieses Jahres in deutscher Übersetzung im Verlag Hoffmann & Campe erschienen ist.

Der in diesem Jahr zum elften Mal vergebene und mit 20.000 Euro dotierte Preis geht je zur Hälfte an die Autorin und ihre Übersetzerin. Die Preisverleihung findet am 10. Oktober 2022 um 19 Uhr im Deutschen Theater Berlin statt.

Die Jury erläutert:

Stunden aus Blei ist der so kühne wie geglückte Versuch, mit den Mitteln der Poesie und Autofiktion ein globales Bild unserer gewaltreichen Gegenwart zu entwerfen und dabei historische Verstrickungen aufzuzeigen – ohne die Verheißung wahrer Demokratie preiszugeben.

Radka Denemarková erhebt selbst im repressiven China furchtlos die Stimme und führt sowohl mit ihrem literarischen Schaffen als auch mit ihrem politischen Engagement die Tradition des großen Václav Havel fort. Dafür erhält sie schon lange internationalen Zuspruch.

Eva Profousová überträgt ihre vielschichtige Prosa mit lyrischen Anteilen und essayistischen Passagen präzise und findig in ein lebendiges, klingendes Deutsch und hält die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite dieses in jeder Hinsicht gewichtigen Werks.

Radka Denemarková, Eva Profousová
Radka Denemarková und ihre Übersetzerin Eva Profousová. – Bild: Foto Fischer / Stadt Graz, Anja Kapunkt

Preis für belletristische Literatur der Länder Mittel- und Osteuropas

Der Brücke Berlin-Preis wird von der BHF BANK Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Literarischen Colloquium Berlin und dem Deutschen Theater Berlin in zweijähriger Folge vergeben.

Die BHF BANK Stiftung will mit dem Brücke-Berlin-Preis den Blick auf die gegenwärtige belletristische Literatur der Länder Mittel- und Osteuropas lenken, deren Stimmen den kulturellen Austausch und den Prozess der weiteren europäischen Verständigung mitgestalten. Darüber hinaus soll insbesondere die künstlerische Leistung der literarischen Übersetzer gewürdigt werden, die einen wesentlichen Anteil an der bedeutenden Vermittlungsleistung haben.

Schirmherrin des Preises ist Herta Müller. In der Jury wirkten Jürgen Jakob Becker, Sabine Berking, Ulrich Khuon, Patricia Klobusiczky, Klaus-Dieter Lehmann und Olga Radetzkaja mit.

LCB

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