Integrationsministerium Rheinland-Pfalz hat „Haus der Sprachmittlung“ gegründet

Haus der Sprachmittlung
Bild: MFFKI

„Wir werden die Sprachmittlung quantitativ und qualitativ im Land ausbauen und professionalisieren“, erklärt die rheinland-pfälzische Integrationsministerin Katharina Binz zu ihre Entscheidung, in Mainz ein „Haus der Sprachmittlung“ (HdS) einzurichten.

Die neue Einrichtung hat bereits am 1. Juli 2022 ihre Arbeit aufgenommen und soll dem Integrationsministerium bei der Weiterentwicklung der Sprachmittlung beratend zur Seite stehen. Das Ministerium fördert die Zentralstelle in diesem Jahr mit knapp 145.000 Euro. Binz führt aus:

Unser Ziel ist, dass zugewanderte Menschen unabhängig von ihrem Wohnort Zugang zu Sprachmittlung haben, wenn hierfür der Bedarf besteht. Dazu brauchen wir mehr qualifizierte Sprachmittelnde und eine noch leistungsfähigere Vermittlungsstruktur.

Eine wichtige Aufgabe sieht die Integrationsministerin darin, potenzielle Auftraggeber über den Nutzen von Sprachmittlung zu informieren:

Katharina Binz
Katharina Binz – Bild: MFFKI

In der Muttersprache kommunizieren zu können, vermeidet Missverständnisse. Und von einer klaren Kommunikation profitieren Zugewanderte mit keinen oder nur wenigen Deutschkenntnissen ebenso, wie die Beschäftigten von Behörden, Beratungsstellen, Bildungseinrichtungen oder in Arztpraxen.

Ich freue mich, dass wir mit „Arbeit und Leben Rheinland-Pfalz“ einen gut vernetzten und kompetenten Partner an unserer Seite haben, um die Sprachmittlung im sozialen Raum weiterzuentwickeln.

HdS steht unter Trägerschaft der Arbeit und Leben gGmbH

Träger des Hauses ist die gemeinnützige Arbeit und Leben gGmbH. Deren Geschäftsführerin Gabriele Schneidewind sagt: „Vor uns liegt eine sehr spannende Aufgabe und ich freue mich sehr, dass wir unsere umfassende Expertise in der Sprachmittlung im sozialen Raum in diesen vor uns liegenden Arbeitsprozess einbringen können.“

Weitere Qualifizierungsmaßnahmen geplant

Bei der Sprachmittlung handelt es sich um Dolmetschleistungen, die von geschulten Laien nebenberuflich erbracht werden. Qualifizierungen zum Sprachmittler werden von verschiedenen freien Trägern von Sprachmittlerpools angeboten.

Zum 1. Juli 2022 wurde außerdem das vom Land und dem Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) gemeinsam finanzierte Projekt „Sprachmittlung im Alltag – eine Qualifizierung mit Zukunft“ gestartet. Diese Qualifizierungsmaßnahme umfasst 180 Unterrichtseinheiten.

Kompetenzzentrum für Sprachmittlung im Südwesten

Das Haus der Sprachmittlung ist als Ansprechpartner für Sprachmittler und Bindeglied zwischen diesen und dem Integrationsministerium gedacht. Anregungen und Rückmeldungen aus der Praxis der Sprachmittlung „sind im HdS willkommen und können in die konzeptionelle Arbeit einfließen“, wie das Ministerium betont.

Auf der Website der neuen Einrichtung sind noch nicht allzu viele Informationen zu finden, aber doch einige Angaben zum Selbstverständnis und zur Aufgabe, die man sich gestellt hat:

Alle unter einem Dach

Wir gestalten Sprachmittlung in Rheinland-Pfalz gemeinsam

Unser Auftrag ist es, Sprachmittlung in Rheinland-Pfalz weiterzuentwickeln und zu professionalisieren, und unser Anliegen ist es, allen zugewanderten Menschen in Rheinland-Pfalz die Chance zu geben, von qualifizierten Sprachmittler*innen zu Gesprächen im sozialen Raum begleitet zu werden. Im Juli 2022 haben wir als Team des Hauses Sprachmittlung die Arbeit aufgenommen – angesiedelt bei Arbeit und Leben gGmbH und im Auftrag des Ministeriums für Familie, Frauen, Kultur und Integration (MFFKI).

Gemeinsam mit allen Akteur*innen der rheinland-pfälzischen Landschaft der Sprachmittlung möchten wir:

    • In Rheinland-Pfalz über die Möglichkeiten der Sprachmittlung informieren
    • Sprachmittelnde, Pools, Vermittlungsstellen, Auftraggebern und die Öffentlichkeit in die Gestaltung von Sprachmittlung und ihrem Einsatz einbinden
    • Neue Sprachmittelnde und Auftraggeber*innen akquirieren
    • Vernetzungs- und Fachveranstaltungen organisieren

Ganz zentral ist uns dabei der Austausch mit allen Akteur*innen der Sprachmittlung, ein offenes Miteinander und eine transparente Kommunikation. Denn nur gemeinsam können wir auf Bewährtem aufbauen und uns gegenseitig inspirieren.

Ganz im Sinne des Hausbaus wünschen wir uns für die Zukunft des Hauses der Sprachmittlung ein stabiles Fundament, umgeben von einem blühenden Garten, in dem Vernetzung und Austausch, kreative Ideen und eine wertschätzende Zusammenarbeit zuhause sind. Gehen Sie mit uns diesen spannenden Weg und lassen Sie uns gemeinsam Sprachmittlung in Rheinland-Pfalz gestalten!

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rs

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