LG Aurich droht Ordnungsgeld an – Unzuverlässige Dolmetscherin soll Ausfallkosten übernehmen

Justitia Wuppertal
Die Justitia am Eingang des alten Rathauses von Wuppertal-Elberfeld. - Bild: UEPO.de

„Das wird ein teurer Denkzettel: Einer Dolmetscherin für die slowakische Sprache drohen ein Ordnungsgeld und die Übernahme der Kosten für den ausgefallenen Prozesstag am Montag. Erneut war die Oldenburgerin zu einem Prozess um Zwangsprostitution am Auricher Landgericht nicht erschienen.“ Das schreibt die Ostfriesen-Zeitung, die das Verfahren begleitet.

Zu ihrer Verteidigung gab die Gerichtsdolmetscherin gegenüber dem vom Gericht beauftragten Übersetzungsbüro an, von dem Termin nichts gewusst zu haben. Allerdings war sie selbst im Gerichtssaal anwesend, als Anfang Dezember der Termin festgesetzt wurde, den sie jetzt platzen ließ.

Der Vorsitzende Richter der ersten Großen Strafkammer, Björn Raap, hatte sie damals sogar ausdrücklich ermahnt, pünktlich zu erscheinen. Die Unzuverlässigkeit der Frau war allen Beteiligten des seit fünf Wochen laufenden Prozesses bereits mehrfach unangenehm aufgefallen. Sie erschien häufiger zu spät oder gar nicht, wodurch der Fortgang des Verfahrens verzögert wurde.

Als die Dolmetscherin gestern erneut zur angesetzten Verhandlung nicht erschien, war die Geduld von Oberstaatsanwältin Annette Hüfner und Richter Raap offenbar am Ende. Diese hatten sich, so die Zeitung, „lange geduldig gezeigt“, sprachen sich nun aber einmütig dafür aus, mit der Androhung von Ordnungsgeld und der Kostenübernahme ein Exempel zu statuieren.

In zwei Tagen soll das Verfahren fortgesetzt werden. Offenbar mit derselben Dolmetscherin, denn von ihrer Ablösung war keine Rede.

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Richard Schneider