ADÜ Nord ersetzt Infoblatt durch Online-Magazin Zieltexter.de

Zieltexter, Logo
Bild: ADÜ Nord

Der ADÜ Nord hat seine fast 25 Jahre existierende Mitgliederzeitschrift Infoblatt im Jahr 2021 eingestampft und jetzt durch das Online-Magazin Zieltexter ersetzt. Erste Beiträge sind unter der Adresse zieltexter.de bereits abrufbar. Redakteur Frank Petzold schreibt dort:

Willkommen bei Zieltexter

Das Magazin für interkulturelle Fachkommunikation und Translationspraxis

Das Infoblatt des ADÜ Nord hat mit dem Online-Magazin Zieltexter einen digitalen Nachfolger gefunden.

Der allgemeine digitale Wandel geht natürlich auch am ADÜ Nord nicht vorbei und hat dazu geführt, dass wir unsere Aktivitäten nachhaltiger gestalten. Dazu gehört für uns, Publikationen bis auf wenige Ausnahmen nur noch digital anzubieten. Durch die Portierung auf eine digitale Plattform wollen wir künftig noch mehr Leserinnen und Leser erreichen. Unser neues Magazin kann auf allen mobilen und stationären Endgeräten abgerufen werden.

Warum wurde das Infoblatt eingestellt?

Ausgangspunkt für die Idee, ein neues Online-Magazin ins Leben zu rufen, war die Überzeugung, dass ein gedrucktes Infoblatt in der bisherigen Form nicht mehr zeitgemäß ist. Außerdem wollen wir inhaltlich einen anderen Schwerpunkt setzen.

Warum erscheint das neue Online-Magazin nicht auf der Website des ADÜ Nord?

Zieltexter erscheint losgelöst von unserer bestehenden Verbandswebsite auf einer eigenen Plattform, um ein möglichst breites Fachpublikum unabhängig von verbandspolitischen Themen anzusprechen.

Was ist jetzt anders?

Künftig wollen wir unseren Mitgliedern und allen anderen Interessierten statt einer gedruckten Fassung des Infoblatts ein reines Online-Magazin anbieten. Dieses soll sich auf Inhalte von allgemeinem Interesse für Übersetzer und Dolmetscher konzentrieren und als Fachpublikation auftreten.

Neuigkeiten aus unserem Verband, Termine und Weiterbildungsangebote werden dagegen, wie bisher auch, über die Verbandswebsite des ADÜ Nord, die verschiedenen relevanten Social-Media-Kanäle und regelmäßig erscheinende E‑Mail-Newsletter kommuniziert.

Was darf man von dem neuen Magazin künftig erwarten?

Interessante und ansprechende Artikel aus der Welt des Übersetzens und Dolmetschens. Dabei sind der Themenvielfalt keine Grenzen gesetzt, und die Anzahl der Rubriken wird sich mit regelmäßig neu veröffentlichten Beiträgen laufend vergrößern.

Zu den geplanten Themen, über die Zieltexter berichten wird, gehören zum Beispiel: Berufspraktisches (alles rund um die praktische Berufsausübung), Berufsrecht (Informationen zu berufsrelevanter Gesetzgebung), Dolmetschen, Fachübersetzen, Finanzielles (Abrechnungsmethoden, Preise, Steuerfragen), Geschichte (Historisches zum Dolmetscher-/Übersetzerberuf), Glossen, Interviews, Leichte & Einfache Sprache, MÜ/KI/MTPE, Normen, Rezensionen von Fachbüchern und Wörterbüchern, Software & Tools (CAT-Tools, Textverarbeitung, Organisationssoftware, Finanzbuchhaltungssoftware usw.), Sprache im Wandel, Terminologie, Transkreation, Linguistik, Übersetzen in der Literatur.

Zieltexter, Startseite
Die Startseite von Zieltexter im Mai 2023. – Bildschirmfoto

ADÜ Nord hat Zeichen der Zeit erkannt

Die Zeiten für Print-Publikationen sind hart: Das Forum der ATICOM ist 2019 verstorben, das Infoblatt des ADÜ-Nord folgte 2021. Und die Mutter aller Mitteilungsblätter, das MDÜ des BDÜ, ringt auf der Intensivstation ums Überleben und gibt nur noch sporadisch Lebenszeichen von sich.

Der Umstieg auf ein reines Online-Format ist daher richtig und im Grunde überfällig. Auch die Trennung von Verbandsinterna und Fachbeiträgen – das eine auf der ADÜ-Nord-Website und im Newsletter, das andere auf Zieltexter.de – erscheint sinnvoll.

Dennoch fällt der Abschied vom gedruckten Wort grundsätzlich schwer. Das gilt vor allem für seit mehr als einem halben Jahrhundert erscheinende und in Bibliotheken archivierte Publikationen wie das MDÜ. Denn Papier überdauert Jahrhunderte und auch Atomkriege.

Wenn Online-Magazine hingegen abgeschaltet werden, ist alles verloren, was in Jahrzehnten mühsam zusammengetragen und ausformuliert wurde. Dazu bedarf es keiner Katastrophe. Simple Systemwechsel wie etwa früher von CPM zu MS-DOS und schließlich zu Windows oder auf der Hardware-Seite von 5,25- zu 3,5-Zoll-Disketten, CDs und DVDs haben nicht selten denselben Effekt: Totalverlust der Daten. In hundert Jahren werden Websites ganz gewiss nicht mehr in HTML codiert.

Manche Organisationen versuchen, dieses Manko der Online-Medien halbwegs dadurch auszugleichen, dass sie gedruckte Jahrbücher herausgeben. Als eine Art Best-of der Online-Beiträge und als Chronik der verbandsinternen Vorgänge.

Mitteilungsblätter
Collage: UEPO.de

Weiterführender Link

Richard Schneider

tekom-Frühjahrstagung Freiburg