Dolmetscher-Pool Offenburg sucht unter anderem Verstärkung für Türkisch

Dolmetscherpool Offenburg
Larissa Metzger von der Caritas (links) und Dolmetscherin Nevim Kilinc. - Bild: Siefke / Stadt Offenburg

Der Dolmetscher-Pool der Stadt Offenburg im Ortenaukreis sucht händeringend nach Sprachmittlern für Türkisch. Nevim Kilinc geht mit gutem Beispiel voran. Die 46-Jährige ist seit 2018 engagiert dabei, hat in Kehl als Dolmetscherin angefangen und betreibt inzwischen ein professionelles Büro. Sie ist eine große Stütze für den Pool, für den sie sich ehrenamtlich einsetzt.

„Der Bedarf ist groß“, weiß sie aus langjähriger Erfahrung. In den vergangenen Monaten erhielt sie bis zu zehn Anrufe pro Tag. „Ich musste oft absagen, da muss etwas passieren.“ Daher appelliert sie an ihre türkischen Landsleute, ihre Sprachkenntnisse einzusetzen und zu helfen.

Sie denkt dabei an junge Frauen, die sich einbringen können, während die Kinder in der Kita oder in der Schule sind; an Rentnerinnen und Rentner, die auf diese Weise ein bisschen Abwechslung bekommen – und grundsätzlich Menschen, die sich gerne vernetzen und neue Menschen und Institutionen kennenlernen wollen.

Sie appelliert vor allem auch an türkische Männer, sich zu melden: „Gerade bei Arztbesuchen ist es oft angenehmer, wenn Männer Männer begleiten.“ Dabei geht es nicht um die perfekte Übersetzung. Es geht darum, den Sinn zu erfassen und zu vermitteln: „Man kann sich das zutrauen.“

Sie selbst ist in der Lage, simultan zu dolmetschen. Dieses hohe Niveau sei aber gar nicht notwendig. „Man muss den Sachverhalt verstehen und adäquat wiedergeben.“ Wichtig sei, sich nicht vereinnahmen zu lassen, betont Nevim Kilinc. Man werde für ein Behördengespräch um Hilfe gebeten und nicht für private Belange. Da müsse man lernen, klare Grenzen zu ziehen.

Zwei- bis dreitägige Grundlagenschulung

Wer neu beginnt, erhält eine zwei- bis dreitägige Grundschulung. Es finden Austauschtreffen statt und immer wieder Angebote zu speziellen Themen. Wer sich mit bestimmten Themen nicht befassen möchte, kann dies selbstverständlich angeben. „Es ist schließlich ein Ehrenamt“, unterstreicht Larissa Metzger, die sich bei der Caritas um den Dolmetscherpool kümmert. Neben Türkisch werden Fachleute für Kurdisch, Mandika, Somali, Albanisch, Dari, Farsi, Georgisch, Bulgarisch, Rumänisch und Ukrainisch gesucht.

Für bestimmte Institutionen und Behörden ist der Zugang und die Nutzung des Dolmetscherpools kostenlos, andere müssen die Aufwandsentschädigung für die Sprachmittler selbst übernehmen. Der Pool agiert in erster Linie für Einrichtungen und Behörden, die ihren Sitz in Offenburg haben. Umliegende Gemeinden haben die Möglichkeit, durch eine Kooperationsvereinbarung ebenfalls den Dolmetscherpool Offenburg zu nutzen.

Es wird ausschließlich gedolmetscht, nicht übersetzt

Die ehrenamtlichen Helfer werden ausschließlich als Dolmetscher eingesetzt, schriftliche Übersetzungen können nicht in Auftrag gegeben werden. Für Privatpersonen steht der Dolmetscherpool Offenburg nicht zur Verfügung.

Finanziert von Stadt, kirchlichen Hilfswerken und Bürgerstiftung

Gegründet wurde der Dolmetscherpool Offenburg in Kooperation mit der Stadt Offenburg, dem Diakonischen Werk im evangelischen Kirchenbezirk Ortenau und dem Caritasverband Offenburg-Kehl. Finanziert wird die Einrichtung vom Caritasverband mit rund 14.000 Euro, vom städtischen Integrationsbüro und der Bürgerstiftung St. Andreas.

Wer sich für die Tätigkeit interessiert, kann sich bei Larissa Metzger melden (E-Mail larissa.metzger@caritas-offenburg.de).

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