Kinderdolmetschen im Ersten Weltkrieg: „kleiner Dolmetsch bringt gefangenen Russen ein“

Kleiner Dolmetsch, Erster Weltkrieg
Eine kuriose Episode aus dem Ersten Weltkrieg hält dieses als Postkarte verbreitete Foto fest. - Bild: Richard Schneider

Im Krieg ist fast alles erlaubt, auch das Kinderdolmetschen, wie ein Antiquariatsfund aus dem Ersten Weltkrieg zeigt.

„Feldgendarm mit kleinem Dolmetsch, der 5 Sprachen spricht, bringt einen gefangenen Russen ein“, heißt es auf einer Wohlfahrts-Postkarte der „Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen“.

Zu sehen ist ein Pickelhaube tragender Feldgendarm zu Pferd, hinter dem ein Junge sitzt, der offenbar durch seine Deutsch- und Russischkenntnisse an der Gefangennahme des feindlichen Soldaten beteiligt war. Hervorgehoben wird, dass das Kind noch drei weitere Fremdsprachen beherrscht.

Vor den beiden steht ein entwaffneter Soldat des russischen Kaiserreichs. Links im Bild ist ein Privatmann zu sehen, dessen Art der Beteiligung an der Aktion unklar bleibt.

Kleiner Dolmetsch, Erster Weltkrieg
Die Bildunterschrift des Fotos von „Oberleutnant Vogelsang“ lautet: „Feldgendarm mit kleinem Dolmetsch, der 5 Sprachen spricht, bringt einen gefangenen Russen ein.“ – Bild: Richard Schneider
Kleiner Dolmetsch, Erster Weltkrieg
Rückseite der Wohlfahrtspostkarte, die wir in einem Antiquariat gefunden haben. – Bild: Richard Schneider

Mehr zum Thema

Richard Schneider

Leipziger Buchmesse 2024