Sachsen-Anhalt fördert Sprachmittlung im Gesundheitsbereich mit 395.000 Euro

Sachsen-Anhalt
Sachsen-Anhalt hat 2,2 Mio. Einwohner und im Vergleich zu anderen Bundesländern einen geringen Ausländeranteil von 4,9 Prozent (2018). In Hessen liegt er bei 17,4 Prozent. - Bild: Wikimedia Commons, gemeinfrei

Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Bundeslands Sachsen-Anhalt will die Sprachmittlung im Gesundheits- und Pflegebereich fördern. Durch den Einsatz qualifizierter Sprachmittler sollen Sprachbarrieren abgebaut und der Besuch beim Arzt oder im Krankenhaus für Menschen mit geringen Sprachkenntnissen erleichtern werden.

Staatssekretärin Susi Möbbeck (SPD), Integrationsbeauftragte der Landesregierung, hat dazu einen Förderbescheid in Höhe von 395.000 Euro an das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V. überreicht.

Möbbeck erläutert:

Susi Möbbeck
Susi Möbbeck – Bild: MS

Gelingende Kommunikation ist der Schlüssel für eine gute und effiziente Gesundheitsversorgung. Mit dem Angebot der Sprachmittlung wollen wir Patientinnen und Patienten helfen, wenn sie bei gesundheitlichen Problemen Unterstützung benötigen. Gleichzeitig werden die stark geforderten Beschäftigten des Gesundheitswesens entlastet. Sprachmittlung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem barrierefreien Zugang zum Gesundheits- und Pflegesystem.

Mamad Mohamad, Geschäftsführer von LAMSA, begrüßt die Förderung:

Sprachmittlung ist eines der wichtigsten Instrumente zur Teilhabe, Verständigung und Gleichberechtigung für Migrantinnen und Migranten in Sachsen-Anhalt, besonders im Bereich der Gesundheitsversorgung. Durch die Sprachmittlung können Doppel- oder Fehlversorgung vermieden und Aufklärungsgespräche vor Operationen professionell begleitet werden. Nicht zuletzt wird so ein wichtiger Beitrag zur Entlastung des Gesundheitswesens geleistet.

Mit der Förderung sollen qualifizierte Fachkräfte eingestellt werden, die unter anderem Ukrainisch, Arabisch, Persisch, Englisch, Kurdisch oder Russisch dolmetschen. Darüber hinaus ist geplant, einen landesweiten Pool an qualifizierten Dolmetschern auf Honorarbasis aufzubauen.

Über LAMSA

Das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt e.V. wurde 2008 gegründet und vertritt die politischen, wirtschaftlichen und sozialen sowie kulturellen Interessen der Menschen mit Migrationshintergrund auf Landesebene. Im März 2014 gründete LAMSA einen gemeinnützigen Verein. Derzeit sind 110 Organisationen und Einzelpersonen unterschiedlicher Herkunft, kultureller Prägung sowie religiöser Zugehörigkeit im LAMSA vertreten.

PM MS

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