Die zweite Tagung zur Sprachpolitik und Sprachenpolitik findet vom 2. bis 4. September 2026 am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim statt. Sie ist thematisch dem Schwerpunkt Minderheitensprachenpolitik gewidmet.
Dabei geht es sowohl um die Minderheitensprachenpolitik im deutschsprachigen Raum als auch in Bezug auf Deutsch (und mit Deutsch eng verwandten Varietäten) als Minderheitensprache in aller Welt. Ausdrücklich wird der Fokus damit auf sprachliche Konstellationen außerhalb Deutschlands erweitert.
Zum Themenspektrum gehören u. a. politische Maßnahmen zum Spracherhalt bzw. zur Revitalisierung von Sprachen ebenso wie breitere politische Fragen zum Verhältnis von Deutsch zu anderen Sprachen z. B. in Behörden und Schulen, Kultur und Religion, Wirtschaft und Wissenschaft.
Das Programm soll theoretische Fragen und Prozesse mit Beispielen aus der sprachenpolitischen Praxis zusammenführen. Hierzu gehören auch unterschiedliche Forschungsansätze, Perspektiven und Analysetraditionen.
Programmpunkte
Mittwoch
- Begrüßung/Eröffnung
- Plenarvortrag: Welche Politik für welche Zweisprachigkeit im Elsass? (Pascale Erhart)
- Plenarvortrag: Sprachenpolitische Aspekte der heutigen Förderung deutscher Minderheiten im Ausland (Bernd Fabritius)
- Diskussion zum Plenarvortrag (Edwin Warkentien)
- Erhalt oder Illusion? Umrisse einer GÖMAS-Analyse Siebenbürgens mit Blick auf die Lage und Zukunft der deutschsprachigen Minderheit (Elena Ginghină-Dinu und Torsten Leuschner)
- Jenisch(e) – Zum aktuellen Stand des Anerkennungsprozesses und zur Entwicklung eines wissenschaftlichen Dokumentationsprojekts (Christian Efing)
- Mehrsprachige Fragebögen – Vergleichbarkeit, Teilhabe und Repräsentation sprachlicher Minderheiten (Tobias Weber)
- Gezählte Zugehörigkeit – Sprache, Statistik und die Konstruktion von Minderheiten im 20. Jahrhundert (Astrid Adler)
- Lesung: „Deutsch genug?“ (Ira Peter)
Donnerstag
- Plenarvortrag: Deutsch(e) in Ungarn – aktuell (Koloman Brenner)
- Erinnerungen ungarndeutscher Minderheitensprecher an die deutsche Standardsprache (Márta Müller)
- Gestaltung und Management von Mehrsprachigkeit in Oberschlesien vor dem Hintergrund der Sprach(en)politik (Felicja Księżyk)
- Sprachenpolitik und Sprachsituation in Masuren und in Pommern in der Nachkriegszeit und heute (Anna Jorroch)
- Die Sprachpolitik Polens und die deutsche Minderheit in der Woiwodschaft Oppeln (Bengt-Arne Wickström)
- Selbstbewusste Lückenbüßer: Berufliche Identität und Rekrutierung von Friesischlehrkräften in Nordfriesland (Henriette Boysen)
- Achtung Amtssprache – Amtssprachen Achtung (Jutta Engbers und Reinhard Goltz)
- Themenblock Sorbisch: 4 x 20 Min. + 25 Min. Diskussion
• Sprachenpolitik in kommunalen Satzungen mehrsprachiger Gemeinden Deutschlands (Měto Nowak)
• Spracheinstellungen und ihre Rolle bei der Revitalisierung des Niedersorbischen: Eine experimentelle Studie (Anastasija Kostiučenko-Kessler)
• Schein oder Sein: Umsetzung des Sorben/Wenden-Gesetzes in der Linguistic Landscape der Niederlausitz (Evan W. Bleakly)
• „Kirchliche Nothstände der Wenden“ – diskursanalytische Überlegungen zur Rolle der Religion bei der Bewahrung von Regional- und Minderheitensprachen (Rolf Kailuweit und Lubina Malinkowa) - Themenblock Niederdeutsch: 4 x 20 Min. + 25 Min. Diskussion
• Eine neue Repräsentativerhebung zum Status des Niederdeutschen in Norddeutschland (Christiane Ehlers und Maria Ribeiro Silveira)
• Wer schreibt, der bleibt: Niederdeutsch standardisieren? (Franziska Buchmann und Heike Schoormann)
• Vermittlung von Niederdeutsch an Schulen in Schleswig-Holstein: Chancen, Herausforderungen und Perspektiven (Karen Nehlsen)
• Plautdietsch in der Minderheitensprachenpolitik (Heinrich Siemens) - Konferenzdinner
Freitag
- Plenarvortrag: Minderheitensprachen und Transkulturalität: Schulsprachenpolitik in Brasilien im 21. Jahrhundert (Peter Rosenberg)
- Die Minderheitensprache Hunsrückisch in Brasilien: Mehrsprachigkeitsdidaktik als sprachenpolitische Maßnahme (Karen Pupp Spinassé)
- Fremdsprachenkompetenzen als strategische Ressource: Internationalisierungsprozesse im luxemburgischen Bildungswesen (Caroline Döhmer)
- Zwischen Anerkennung und Unsichtbarkeit? Soziolinguistische Perspektiven auf verschiedene Typen von Heritage Languages am Beispiel von Sorbisch, Kurmancî, Türkisch und Polnisch in
Deutschland (Franziska Möller) - New Speakers als Ressource für die Revitalisierung bedrohter Sprachen – Eine akustisch-perzeptive Analyse der Sprachbeherrschung und Akzeptanz des Saterfriesischen (Janna Sanders)
- Berichterstattung über ein Nachbarland im Nachrichtenteil des Grazer Tagblatts in den 1920er Jahren (Alja Lipavic Oštir, Nike Duh und Dorian Penšek-Rader)
- Sprachenpolitik zur deutschen Sprache in der Türkei (Melda Keser)
- Zur wachsenden Bedeutung des Deutschen in der Türkei – Fallbeispiel aus dem Medizintourismus (Ibrahim Cindark)
- Verabschiedung
- 2026-02-28: Genderzwang – Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet
- 2024-08-26: IDS-Tagung zur Sprachpolitik / Sprachenpolitik – Sprachminderheiten und Mehrsprachigkeit
- 2022-01-28: Sprachpolitik: Ukraine bekämpft russische Sprache per Gesetz
- 2026-03-21: Die Übersetzungspolitik der Französischen Revolution und der napoleonischen Zeit
red
