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Archive für Juli 2009
Continental AG: Übersetzungsvolumen um 50 Prozent gestiegen
21.7.2009 von Richard Schneider.
Die Continental AG, einer der weltweit führenden Automobilzulieferer auf dem Gebiet von Fahrsicherheit und Fahrkomfort, hat ihr Übersetzungs-Management um SDL TeamWorks ergänzt. Die Server-basierte Workflow-Lösung erlaubt dem Unternehmen eine noch effizientere Steuerung von globalen Übersetzungsprojekten mit mehreren Sprachen, bei denen interne und externe Ressourcen koordiniert werden müssen. Dank der Straffung des gesamten Übersetzungsprozesses hat sich der administrative Aufwand spürbar reduziert.
Das Auftragsvolumen der Übersetzungsabteilung am Sitz der Konzernzentrale ist in den letzten Jahren um 50 Prozent gestiegen. Gleichzeitig hat gerade bei kleineren Aufträgen der Zeitdruck zugenommen. Bei größeren Projekten mit mehreren Sprachen arbeitet das fünfköpfige Team normalerweise mit externen Übersetzungsbüros und Freelancern zusammen, was in der Vergangenheit einen erheblichen Abstimmungsaufwand erforderte. „Ohne SDL TeamWorks wäre der Aufwand bestimmt 20 Prozent höher und wir wären nicht in der Lage, die engen Liefertermine einzuhalten“, versichert Max Tréboute, Leiter Translations bei der Continental AG.
Continental setzt seit einigen Jahren die Translation Memory-, Terminologie- und Serverlösungen von SDL TRADOS Technologies ein und spart durch die Wiederverwendung der vorhandenen Übersetzungen viel Zeit. Das Unternehmen ergänzte seine Installation um die Workflow-Lösung SDL TeamWorks mit dem Ziel, die Abwicklung von größeren Übersetzungsprojekten mit externen Partnern effizienter zu steuern. Um die inhaltliche Qualität der Übersetzungen zu verbessern, führte man gleichzeitig die Terminologie-Datenbank SDL MultiTerm Server ein. Implementiert wurde die Lösung von Systemhersteller SDL TRADOS Technologies, der sich auch um die Migration der vorhandenen Translation Memories in die neue Umgebung kümmerte.
SDL TeamWorks vereinfacht gerade bei mehrsprachigen Projekten die Aufbereitung der Daten, die den Übersetzern zur Verfügung gestellt werden. Die Software bietet die Möglichkeit, die Auslastung der zur Verfügung stehenden Ressourcen zu analysieren und die Aufgaben unter Zeit- und Kostengesichtspunkten optimal zu verteilen. Gleichzeitig sorgt sie für mehr Transparenz im Prozess, weil der Projekteigner auf einen Blick die Arbeitsfortschritte erkennen und bei Verzögerungen rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen kann.
Für Continental hat sich die Investition in SDL TeamWorks bezahlt gemacht. In den ersten drei Jahren hat das Unternehmen rund 200.000 Euro an internen und externen Übersetzungskosten eingespart. „Wir sind bei der ROI-Betrachtung von einer Reduzierung unserer Übersetzungskosten in der Größenordnung von 20 Prozent ausgegangen, was sich als realistisch erwiesen hat“, sagt Tréboute.
„Weltweit sind mehr als 170.000 Lizenzen von SDL im Einsatz. Dank der guten Integration der SDL Trados Translation Memory-Lösung in die Workflow-Lösung SDL TeamWorks können Unternehmen diese global verteilten Ressourcen jetzt sehr einfach anzapfen und in ihre Translation-Management-Prozesse einbinden“, erläutert Keith Laska (Bild), Vice President SDL TRADOS Technologies. „Die Steigerung der Effizienz im Übersetzungsprozess ist das erklärte Ziel vieler Unternehmen. Das Beispiel Continental macht deutlich, dass SDL TeamWorks den Zeitaufwand für die Koordination von komplexen Übersetzungsprojekten und den damit verbundenen Kostenaufwand spürbar reduziert.“
Continental
Der Continental-Konzern gehört mit einem Umsatz von mehr als 24 Mrd Euro im Jahr 2008 weltweit zu den führenden Automobilzulieferern. Als Anbieter von Bremssystemen, Systemen und Komponenten für Antrieb und Fahrwerk, Instrumentierung, Infotainment-Lösungen, Fahrzeugelektronik, Reifen und technischen Elastomerprodukten trägt das Unternehmen zu mehr Fahrsicherheit und zum Klimaschutz bei. Continental ist darüber hinaus ein kompetenter Partner in der vernetzten, automobilen Kommunikation. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 133.000 Mitarbeiter an nahezu 190 Standorten in 35 Ländern.
[Text: Ilona Arnold. Quelle: Pressemitteilung SDL TRADOS Technologies, 2009-07-14. Bild: SDL TRADOS Technologies.]
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Bildwörterbücher - für das Militär unentbehrlich
20.7.2009 von Richard Schneider.
Für den Afghanistan-Krieg hat das Bundessprachenamt ein Bildwörterbuch in den Sprachen Deutsch, Dari und Paschtu entwickelt, das der Bundeswehr die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung in der deutschen Besatzungszone im Norden des Landes erleichtern soll. Hier einige Beispielseiten:





Der Einsatz von Bildwörterbüchern beim Militär ist nicht neu. Die Sprachendienste der Truppe sind dabei recht erfindungsreich und können auf eine mehr als hundertjährige Tradition zurückblicken. Nachfolgend zwei Beispiele aus früheren Kriegen:

Das Faltblatt der Amerikaner zur Verständigung mit Einheimischen beim Überfall auf den Irak im Jahr 2003.


Besonders innovativ und praktisch: Der Stumme Dolmetsch der Wehrmacht beim Russland-Feldzug (1941-1945).

Ein Bildwörterbuch mit eher zivilem Inhalt aus dem Zweiten Weltkrieg.
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Hochschule Fresenius: Berufsbegleitender Master Gebärdensprachdolmetschen
19.7.2009 von Richard Schneider.

Die Hochschule Fresenius (HSF) in Idstein/Taunus (40 Minuten nordwestlich von Frankfurt) will im kommenden Wintersemester erstmals einen Master-Studiengang Gebärdensprachdolmetschen anbieten. Das berufsbegleitende Studium, das insgesamt fünf Semester dauert, führt zum Titel Master of Arts. Nach erfolgreichem Abschluss ist es darüber hinaus möglich, im Verfahren der Einzelfallprüfung die Anerkennung zum staatlich geprüften Dolmetscher zu erwerben.
Mit dem derzeit in der Akkreditierung befindlichen Programm bietet die Hochschule Fresenius das deutschlandweit erste berufsbegleitende Master-Studium für Gebärdensprachdolmetscher für Deutsche Gebärdensprache an. Dieser Studiengang ist ein nicht-konsekutives Masterprogramm, es ist also kein auf Gebärdensprache ausgerichtetes Erststudium im Vorfeld nötig. Der Studiengang hat einen linguistischen Schwerpunkt, d.h. sprachwissenschaftliche Kenntnisse im Bereich Deutsche Laut- und Deutsche Gebärdensprache werden im Laufe des Studiums erworben und vertieft.
Die Bewerbung um einen Studienplatz setzt ein abgeschlossenes Hochschulstudium auf Bachelor-Niveau im Umfang von 180 ECTS-Creditpoints voraus, darüber hinaus Kenntnisse der Deutschen Gebärdensprache (DGS) auf mindestens B2-Niveau (Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen laut Europarat), d.h. es sind bereits gute Alltagskompetenzen notwendig, da einige Lehrveranstaltungen bereits in DGS abgehalten werden. Die Eignung wird durch einen individuellen Eignungstest festgestellt. Die Lehrveranstaltungen finden an Wochenenden sowie in Blockwochen statt.
Berufschancen
Gebärdensprachdolmetscher sind tätig, um eine reibungslose Kommunikation zwischen hörenden und gehörlosen Menschen zu ermöglichen. Die Tätigkeitsfelder der künftigen Absolventinnen und Absolventen sind deshalb so vielfältig wie die Lebenssituationen: Dolmetschtätigkeiten finden statt im Bildungsbereich in Schule, Ausbildung und Studium, im Arbeitsleben bei Personalgesprächen, Einarbeitungen, Besprechungen und Betriebsversammlungen. Im Gesundheitswesen werden Dolmetscher bei Arztbesuchen, im Krankenhaus und als Begleitung in der Therapie gebraucht, aber auch in der öffentlichen oder privaten Verwaltung wie Behörden und Institutionen, in Einrichtungen der Wirtschaft oder im Sozialbereich sowie bei Gericht, Polizei oder Rechtsanwaltskonsultationen. Gebärdensprache wird ebenfalls im kirchlichen Leben genutzt, beispielsweise bei Gottesdiensten, Taufen und Eheschließungen, und zunehmend in den Medien, bei politischen oder kulturellen Veranstaltungen, im Freizeitbereich und auch im Rahmen von Konferenzen. Gebärdensprachdolmetscher arbeiten freiberuflich oder im Angestelltenverhältnis.
In Deutschland besteht ein großer Bedarf an qualifizierten Gebärdensprachdolmetschern. Auf rund 200.000 Gebärdensprachnutzer kommen nur etwa 450 Dolmetscher. Betroffenenverbände wie die Deutsche Gesellschaft der Hörgeschädigten-Selbsthilfe und Fachverbände ev. (DG) und der Deutsche Gehörlosenbund (DGB) fordern eine Mindestversorgung pro Nutzer von 4 - 5 Dolmetschstunden pro Monat, bislang werden jedoch lediglich etwa 30 bis 60 Minuten pro Monat erzielt. Der Bundesverband der Gebärdensprachdolmetscher sieht weiterhin - bei wachsenden Dolmetscheinsätzen und Anforderungen - in der qualifizierten Ausbildung die einzige Lösung, den Bedarf zu decken. Bundes- und Landesgesetze bieten Gebärdensprachnutzern eine Grundlage, die Kommunikation per Gebärdensprachdolmetscher einzufordern.
Studienverlauf und Inhalte
In den ersten beiden Semestern erwerben und erweitern die Studierenden ihre Kenntnisse in Deutscher Gebärdensprache (DGS) und Gebärdensprachlinguistik. Außerdem erwerben sie Kenntnisse zu den grundlegenden Theorien, Techniken und Strategien des Dolmetschens. Überdies stehen die linguistische Struktur der DGS und deren Verwendung im Übersetzungskontext im Vordergrund. Im zweiten Studienjahr liegt neben der Vertiefung der sprachwissenschaftlichen Kenntnisse und der Vervollkommnung der Dolmetsch-Techniken ein besonderes Augenmerk auf der Auseinandersetzung mit den gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen für gehörlose Menschen.
Eine Besonderheit der ersten beiden Studienjahre stellen die Module dar, die mit ihren Wahl-Anteilen auf Praxisfelder des Gebärdensprach-Dolmetschens vorbereiten und den Studierenden das Einüben von Techniken und Kompetenzen bei realen Aufgaben aus dem Arbeitsalltag ermöglichen. Mit der hier möglichen Auswahl von berufsspezifischen Anforderungen und Aufgaben wird eine Spezialisierung auf bestimmte Themen- und Handlungsfelder ermöglicht.
Im dritten Studienjahr/fünften Semester erfolgen die Vorbereitung und Durchführung der Master-Prüfung. Die Studierenden weisen mit der Anfertigung der Masterthese ihre wissenschaftlichen und gebärdensprach-linguistischen Kompetenzen nach. Der Studiengang schließt mit 120 ECTS und dem Abschlussgrad “Master of Arts” ab. Für das Studium werden monatliche Gebühren in Höhe von 295 Euro erhoben. Die Leitung des Studiengangs hat Frau Prof. Dr. Carla Wegener, die sich als Klinische Linguistin seit Jahren mit dem Thema Spracherwerb und Sprachstörungen befasst.
Infoabende
Der Fachbereich Gesundheit bietet Infoabende für den berufsbegleitenden Masterstudiengang Gebärdensprachdolmetschen an. Diese finden an folgenden Terminen statt:
07.08.2009 um 16 Uhr, 04.09.2009 um 19.30 Uhr, 05.09.2009 um 16.30 Uhr. Um eine vorherige verbindliche Anmeldung unter wegener@hs-fresenius.de wird gebeten.
Hochschule Fresenius
Mit über 3.000 Studierenden und Berufsfachschülern an sieben Standorten ist die Hochschule Fresenius (HSF) einer der größten und renommiertesten privaten Bildungsträger in Deutschland. Praxisnähe, innovative und zugleich auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes ausgerichtete Studien- und
Ausbildungsinhalte sowie kleine Studiengruppen sind nur einige der vielen Vorteile der Bildungsangebote der HSF. Die HSF mit ihrem Stammhaus in Idstein bei Wiesbaden kann auf eine über 160-jährige wissenschaftliche Tradition im Bildungsbereich zurückblicken.
Weitere Informationen finden sich auf der Website der Hochschule Fresenius.
[Text: Antonie Binder. Quelle: Pressemitteilung Hochschule Fresenius, 2009-07-17. Bild: Hochschule Fresenius.]
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Universitas-Mitteilungsblatt 2/2009: Aschenbrödl Kommunaldolmetschen?
18.7.2009 von Richard Schneider.
Das Mitteilungsblatt 02/2009 des österreichischen Übersetzerverbandes Universitas ist soeben erschienen. Auf 40 Seiten werden unter anderem folgende Themen behandelt:
- In memoriam Martin Grünberg
- In memoriam Marina Kratochwil
- In memoriam Mag. Birgitt Csoklich
- ¡Hola presidenta!
- Ehrungen
- Vorstandsvorstellung
- Kommunaldolmetschen
- Nachlese ITI-Konferenz
- Ministerieller Briefwechsel
- Nachlese „Die Quadratur der Qualität“
- Aufruf Kooperationsplattform
- Vortrag WKO
- Dolmetschen am EuGh
- FIT-NEWS
- Rezensionen
- „Macht des Wortes“ + Übersetzerpreis
- IT-Ecke
- Das Gruselkabinett der Übersetzung
- Verbandsmitteilungen
- Das Letzte
Dieses und frühere Mitteilungsblätter können Sie auf der Website des Verbandes unter www.universitas.org > Publikationen herunterladen.
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“Besservisser beim Kaffeeklatsching” - Deutsche Wörter im Ausland
17.7.2009 von Richard Schneider.
Dass die deutsche Sprache voller Anglizismen ist, ist bekannt. Dass aber auch viele deutsche Wörter „ausgewandert“ sind, weiß kaum jemand. Sven Siedenberg stellt dem staunenden Leser die populärsten und skurrilsten Germanismen mit vielen Erläuterungen zu Herkunft und Bedeutung vor. Denn oft verraten die Sprachexporte, wie die deutsche Kultur im Ausland wahrgenommen wird. „Kein langweiliges Wörterbuch, sondern überraschend amüsante Beispiele aus dem täglichen Sprachgebrauch“, so der Verlag.
Aus dem Vorwort:
„Ich spreche Spanisch mit Gott, ltalienisch mit den Frauen, Französisch mit den Männern und Deutsch mit meinem Pferd.“ Als Karl V., geboren 1500 in Genf und letzter römisch-deutscher Kaiser, so zu seinen über Europa und Amerika verstreuten Untertanen sprach, haftete dem Deutschen in den Nachbarländern noch der Stallgeruch einer bäuerlichen, ungeliebten Sprache an. Erst mit Luthers Bibelübersetzung wurde das Deutsche geadelt und gelangten Wörter wie „Protestant“ oder „Sauerkraut“ ins Englische, Französische, Italienische und Spanische. Weitere Auswanderungswellen folgten zur Goethezeit, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie während der beiden Weltkriege. Neben militärischen und wissenschaftlichen Ausdrücken tauchten auch Perlen des SchönkIangs und Tiefsinns in anderen Sprachräumen auf: „Lebenslust“, „Biergarten“, „Heldentenor“, „Schnaps“, „Poltergeist“, „Edelweiß“, „Wunderkammer“ oder „Minnesänger“. […]
Geschätzte 10.000 deutsche Sprachexporte sind international in Umlauf – eine Auswahl versammelt dieses Buch, mit Anwendungsbeispielen und Erläuterungen zu Herkunft, Bedeutung und Entlehnungsweg. Nicht immer lässt sich genau ermitteln, wann und über welche Grenze die Exportschlager einmal ausgewandert sind. Oft dauert es viele Jahrzehnte, bis ein Wort auch schriftlich in der neuen Sprachheimat angekommen ist, oft nimmt es mehrere Wege, und oft verwandelt es sich auch – aus Pudel wird „Franse poedel“, aus Schnorchel wird „Snorkkeli“ und aus Christkind wird „Kriss Kringle“.
Der Autor Sven Siedenberg lebt und arbeitet als Journalist und Autor in München. Er schrieb Glossen, Kritiken, Reportagen, Porträts und Essays für Spiegel, Stern, Focus, Frankfurter Rundschau, Berliner Zeitung und andere Magazine und Zeitschriften. Zuletzt war er Kulturredakteur der Süddeutschen Zeitung. Er hat an zahlreichen Anthologien mitgewirkt und bereits mehrere Bücher geschrieben.
Sven Siedenberg (2009): Besservisser beim Kaffeklatsching. Deutsche Wörter im Ausland. Ein Lexikon. München, Heyne. 256 Seiten, 7,95 Euro, ISBN 978-3453601000.
[Text: Heyne. Quelle: Heyne. Bild: Heyne.]
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EU entwirft Rahmenbeschluss für Anspruch auf Dolmetscher in Strafverfahren
16.7.2009 von Richard Schneider.
Mit dem Vorschlag für einen Rahmenbeschluss des Rates sollen EU-weite Mindestnormen für das Recht auf Verdolmetschung und Übersetzung in Strafverfahren eingeführt werden. Damit soll sichergestellt werden, dass Personen, die einer Straftat verdächtigt werden und die die Verfahrenssprache weder verstehen noch sprechen, von dem Augenblick an, in dem ihnen der Verdacht mitgeteilt wird, bis zum Ende des Verfahrens – einschließlich etwaiger nächstinstanzlicher Verfahren – ein Dolmetscher beigestellt wird. Ebenso sollten sie Anspruch auf Übersetzung maßgeblicher Prozessunterlagen haben, um sicherzugehen, dass die gegen sie erhobenen Beschuldigungen von ihnen auch verstanden werden.
Mit dem am 08.07.2009 angenommenen Vorschlag nimmt die Kommission die Arbeit an EU-weit gültigen Verfahrensgarantien für Beschuldigte in Strafverfahren wieder auf, nachdem ein von der Kommission 2004 vorgelegter Vorschlag hierzu von den Mitgliedstaaten 2007 endgültig abgelehnt wurde.
Anders als der Vorschlag von 2004, mit dem gleichzeitig sechs Verfahrensrechte geregelt werden sollten, konzentriert sich dieser Vorschlag auf eine einzige Kategorie von Rechten, nämlich das Recht auf Verdolmetschung und Übersetzung. Initiativen zu weiteren Verfahrensrechten sind bereits für das kommende Mehrjahresprogramm geplant. Der vorliegende Vorschlag ist ein erster Schritt in dem neuerlichen Bestreben, das Vertrauen der Justizbehörden der Mitgliedstaaten untereinander zu stärken. Dies wiederum ist eine unabdingbare Voraussetzung, damit gerichtliche Maßnahmen EU-weit anerkannt werden. Strafverteidiger-Verbände und Prozessbeobachter fordern seit langem eine EU-weite Regelung von Verfahrensrechten.
In der EU werden viele verschiedene Sprachen gesprochen. Wer sich in der misslichen Lage befindet, einer Straftat verdächtigt zu werden, steht vor zusätzlichen Problemen, wenn er die Landessprache nicht beherrscht. Zwar wird das Recht auf Beiziehung eines Dolmetschers/Übersetzers durch die Europäische Konvention zum Schutze der Menschenrechte garantiert, die von allen EU-Mitgliedstaaten unterzeichnet wurde, doch werden diese Garantien in der Praxis nicht überall gleich gehandhabt. Hinzu kommt, dass die Garantien bisweilen missachtet werden und es im Falle eines Verstoßes gegen die Konvention lange dauern kann, bis jemand zu seinem Recht kommt. Verdächtige haben daher nicht überall in der EU gleichen Zugang zu Dolmetsch- und Übersetzungsdiensten.
Durch den Vorschlag werden die Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, einer Person, die in einer ihm unverständlichen Sprache der Begehung einer Straftat verdächtigt oder beschuldigt wird, während des gesamten Verfahrens einen Dolmetscher zur Seite zu stellen. Die Verdachtsperson muss die gegen sie erhobenen Beschuldigungen kennen und das Prozessgeschehen verfolgen können.
Damit die betreffende Person ihre Verteidigungsrechte in vollem Umfang ausüben kann, müssen außerdem maßgebliche Prozessunterlagen in einer Übersetzung vorliegen. Übersetzungs- und Dolmetschdienste müssen kostenlos in hinreichend guter Qualität zur Verfügung gestellt werden. Der Geltungsbereich des Vorschlags erstreckt sich auf sämtliche Personen, die verdächtigt oder beschuldigt werden, eine Straftat begangen zu haben, und zwar ab dem Zeitpunkt, zu dem sie hiervon Kenntnis erhalten, bis zur endgültigen Entscheidung in der Sache, einschließlich etwaiger Rechtsmittelinstanzen. Mit inbegriffen sind auch Verfahren zur Vollstreckung eines Europäischen Haftbefehls.
Der Rahmenbeschluss verpflichtet die Mitgliedstaaten auch zu einer entsprechenden Schulung von Richtern, Rechtsanwälten und anderen beteiligten Gerichtsbediensteten, um sicherzustellen, dass der Beschuldigte dem Verfahren folgen kann.
Nachdem der Rat dem Vorschlag zugestimmt und das Europäische Parlament angehört hat, müssen die Mitgliedstaaten die Bestimmungen des Rahmenbeschlusses innerhalb von zwei Jahren in innerstaatliches Recht umsetzen.
Ein Dokument, das den vollständigen Beschlusstext enthält, können Sie hier abrufen.
[Text: EU-Kommissioin. Quelle: Pressemitteilung IP/09/1101 EU-Kommission, 2009-07-08. Bild: EU-Kommission.]
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dokuworld.de - neue Drehscheibe für internationale Produktkommunikation
15.7.2009 von Richard Schneider.
Die neue Website dokuworld.de informiert ab sofort zu den Themen rund um die internationale Produktkommunikation. Die Fachbeiträge, Praxisbeispiele, Meinungsumfragen und Newsletter auf diesem Portal richten sich an Kommunikationsverantwortliche in international agierenden Unternehmen.
Die internationale Produktkommunikation, also das Anpassen der Informationen und Beschreibungen von Produkten und Dienstleistungen an die landesspezifischen Gegebenheiten, bekommt in Unternehmen zunehmend strategische Bedeutung. Da immer häufiger Unternehmen bestehende Insel-Anwendungen durch integrierte Gesamtlösungen ersetzen, wächst zu diesem Thema der Informationsbedarf.
Das Redaktionsteam des neuen Mediums dokuworld.de bereitet Informationen zu diesem Themenspektrum allgemein verständlich auf und stellt sie auf der gleichnamigen Internetplattform zur Verfügung. Sämtliche Bereiche werden dabei abgedeckt: vom Erstellen und Lokalisieren der Produktinformationen für den Pre-Sales-Bereich bis hin zu mehrsprachigen technischen Dokumentationen und deren Publikation in unterschiedlichen Zielmedien.
Das Portal wendet sich in erster Linie an Marketing- und Vertriebsleiter, Verantwortliche für technische Redaktionen sowie CIOs. Interessierte können am Expertenwissen zu den Themen Product Information Management, technische Dokumentation und Mehrsprachigkeit partizipieren. Im Bereich Praxis finden sich branchenspezifische Beiträge: Anwenderbeispiele geben Einblick in unterschiedliche Projekte und Aufgabenstellungen. Zurzeit informiert dokuworld.de aus den Branchen Chemie/Pharma, Elektrotechnik, Fertigungsindustrie, Finanzdienstleistung, Kommunikation/IT sowie Medizintechnik.
„Mit dokuworld.de adressieren wir Kommunikationsverantwortliche international aufgestellter Unternehmen. Dieser Zielgruppe wollen wir Basisinformationen, Praxiserfahrungen und Hintergrundwissen rund um internationale Produktkommunikation bieten“, erläutert Dr. Claudia Rudisch, Redakteurin bei dokuworld.de. „Wir sehen unser Medium als breitenwirksame Ergänzung zu anderen fachspezifischen Informationsquellen“, fügt Nicole Körber hinzu, Geschäftsführerin der good news! GmbH und Herausgeberin von dokuworld.de. „Unser Ziel ist es, die unterschiedlichen Aufgabenstellungen, die mit der internationalen Produktkommunikation verbunden sind, verständlich darzustellen - ohne in die Bits-and-Bytes-Ebene abzudriften.“
Das Team von dokuworld.de betreibt seit Jahren als „good news! Marketing & PR Consulting GmbH“ in Stockelsdorf bei Lübeck bereits die Pressearbeit für gut drei Dutzend Unternehmen, darunter auch einige aus dem Bereich Dokumentation/Übersetzung wie Across Systems, die Dokuwerk KG, SCHEMA sowie die Kongressmessen DMS Expo und Localisation World.
[Text: dokuworld.de, mit Ergänzung von Richard Schneider. Quelle: Pressemitteilung dokuworld.de, 2009-07-14. Bild: dokuworld.de.]
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Der blaue Riese: Mehr als 5.800 geprüfte Übersetzer in BDÜ-Datenbank
14.7.2009 von Richard Schneider.
Ob Englisch, Spanisch oder Chinesisch - auf der Website des Bundesverbands der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) stehen die Kontaktdaten von über 5.800 geprüften Dolmetschern und Übersetzern für insgesamt 85 Sprachen in einer Datenbank. Neben Experten für alle gängigen Sprachen gibt es dort auch Dolmetscher und Übersetzer für “exotische” Sprachen wie Amharisch oder Urdu, die sonst nur schwer zu finden sind.
Die Datenbank ermöglicht Privatleuten, Unternehmen und Behörden eine sehr detaillierte Suche: Sie können gezielt nach einem Sprachexperten in ihrer Nähe oder für ein bestimmtes Fachgebiet recherchieren. Insgesamt stehen 562 Fachgebiete zur Auswahl, darunter beispielsweise Wirtschaft, Recht oder Technik. Auch wer einen beeidigten Dolmetscher oder Übersetzer sucht, wird fündig, denn dafür gibt es eine eigene Recherchefunktion. Ein Experte mit dieser Zusatzqualifikation ist nötig, wenn es zum Beispiel um die Übersetzung von amtlichen Dokumenten geht oder das Dolmetschen vor Gericht oder beim Standesamt. Die Nutzung der Online-Datenbank ist kostenfrei.
BDÜ
Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) vertritt seit über 50 Jahren die Interessen von Dolmetschern und Übersetzern gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Mit mehr als 6.000 Mitgliedern repräsentiert der BDÜ 75 Prozent aller organisierten Dolmetscher und Übersetzer. Er ist damit der größte Berufsverband für Sprachmittler in Deutschland. Eine BDÜ-Mitgliedschaft steht für Qualität, denn die Anforderungen an die fachliche Qualifikation der Mitglieder sind hoch und werden vor der Aufnahme in den Verband überprüft. Weitere Informationen unter www.bdue.de.
[Text: Birgit Golms. Quelle: Pressemitteilung BDÜ, 2009-07-14. Bild: BDÜ.]
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Zurmont Madison Private Equity erwirbt Mehrheit an CLS Communication AG
13.7.2009 von Richard Schneider.
Zurmont Madison Private Equity L.P. erwirbt eine Mehrheit an der führenden Sprachendienstleisterin CLS Communication AG. Der Aufbau der Beteiligung erfolgt über einen teilweisen Buy-out der bisherigen Management-Aktionäre sowie über eine gleichzeitige Kapitalerhöhung. Damit werden Akquisitionen getätigt sowie die weitere globale Expansion finanziert. Das bisherige Führungsteam von CLS mit CEO Doris Albisser (Bild) wird nach Abschluss der Transaktion eine wesentliche Minderheitsbeteiligung halten.
CLS Communication AG mit Sitz in Basel entstand 1997 als eigenständiges Unternehmen aus den Sprachendiensten des damaligen Schweizerischen Bankvereins (heute UBS) und der Zürich Versicherungen. Heute ist CLS Anbieterin von Unternehmenslösungen für Sprachendienstleistungen in den Kernbereichen Finanz, Versicherung, Life Science, Telekommunikation und Legal. Das Unternehmen befindet sich unter den 15 grössten globalen Sprachendienstleistern und ist Marktführerin in der Schweiz. Mehrere Grossunternehmen haben ihre Sprachendienste inzwischen an CLS ausgelagert.
Heute ist CLS eine integrierte Sprachen- und Technologiedienstleisterin für multilinguale Kommunikation. Dazu gehören: Redaktion, Terminologiedatenbanken, Human- und maschinelle Übersetzungen bis hin zur Integration in Kundenapplikationen. 2008 erzielte das Unternehmen mit 350 internen Fachkräften einen Umsatz von rund CHF 60 Millionen. Neben den eigenen Angestellten verfügt CLS über ein globales Netzwerk von rund 1600 externen Spezialisten. Als technologisch innovatives Unternehmen setzt CLS modernste Sprachtechnologien ein und erfüllt die Bankensicherheitsstandards.
Die Beteiligung von Zurmont Madison sichert den Kapitalbedarf zur Umsetzung der internationalen Wachstumsstrategie. Der Sprachendienstleistungsmarkt ist stark fragmentiert und bietet deshalb einem führenden Anbieter mit starker Kapitalbasis gute Expansionsmöglichkeiten. Im Zuge der Transaktion wird der Verwaltungsrat von CLS (Alfred Niederer, Markus Hildbrand und Doris Albisser) mit Vertretern der Zurmont Madison Management AG, Zürich, erweitert. Es sind dies Guido Patroncini, Andreas Ziegler und Michel Hirschi. Die operative Führung des Unternehmens verbleibt beim bisherigen Management-Team.
Guido Patroncini, Gründungspartner der Zurmont Madison Management AG, betont: “Wir freuen uns, gemeinsam mit dem erfolgreichen Team von CLS die nächsten Wachstumsschritte in Angriff zu nehmen. Zurmont Madison wird dabei sowohl finanziellen als auch industriellen Rückhalt bei der Umsetzung der Buy & Build-Strategie bieten.” Doris Albisser, CEO von CLS: “Mit Zurmont Madison haben wir einen Aktionär gefunden, der gut zu uns passt und auf nachhaltigen Erfolg ausgerichtet ist. Durch diese Eigenkapitalerhöhung können wir unsere Wachstumsstrategie konsequent und verstärkt fortsetzen. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche, partnerschaftliche Zusammenarbeit.”
Zurmont Madison Management AG
Das Private Equity Team der Zurmont Madison Management AG, Zürich, hat bislang CHF 375 Millionen Eigenkapital in 17 Beteiligungen investiert und konzentriert sich auf die Finanzierung von Unternehmensnachfolgen, MBOs und Spin-Offs von Konzerngesellschaften in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Der von Zurmont Madison Management exklusiv beratene Fonds Zurmont Madison Private Equity L.P. hat ein Volumen von über CHF 250 Millionen und hält bereits zwei Mehrheitsbeteiligungen: die Röder Zeltsysteme und Service AG in Deutschland und die Schweizer SMB SA im Tessin. Beispiele für zuvor abgeschlossene grössere Transaktionen sind die Nachfolgeregelungen der Similor Gruppe und der Schlatter Holding AG sowie das Management-Buy-out der Burckhardt Compression AG und deren anschliessendes IPO an der SIX Swiss Exchange.
www.zurmontmadison.ch
CLS Communication AG
CLS Communication AG ist eine international tätige Sprachen- und Technologiedienstleisterin für multilinguale Kommunikation in den Fokus-Bereichen Finanz, Versicherung, Telekommunikation, Life Science und Legal. Das Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz und 14 Standorten in Europa, den USA und Asien ist spezialisiert auf das Erstellen, Übersetzen und Management von mehrsprachigen Dokumentationen. Zum Kundenkreis zählen inzwischen rund 1000 namhafte, global tätige Unternehmen. Sie alle bauen auf die Partnerschaft mit CLS Communication AG, um die Effizienz ihrer Unternehmenskommunikation nachhaltig zu steigern.
www.cls-communication.com
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Videopräsentation FASK Germersheim auf Arabisch
12.7.2009 von Richard Schneider.
Auf YouTube ist vor Kurzem ein professionell erstelltes Video aufgetaucht, das in fünf Minuten den Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft (FASK) der Universität Mainz in Germersheim in Bild und Ton vorstellt. Das Institut ist die weltweit größte Einrichtung zur Ausbildung von Übersetzern und Dolmetschern.
Erstellt wurde der Film von „FASKination Productions“. Film und Schnitt: Carolin Obermaier, Simone Riga. Text: Abdelhafid Mhamdi Alaoui. Außerdem beteiligt: Judith Deppe, Hussein Hussein, Carolin Klinke, Mareike Stutz. Von Seiten des Lehrkörpers wirkten mit: Dr. phil. Hans-Joachim Bopst, Carlo Accorinti, Werner Beckmann, Manfred Orschel und Univ.-Prof. Dr. Michael Schreiber.
Das Video können Sie sich unter folgender Adresse anschauen: http://www.youtube.com/watch?v=8h3MT6nWSn4
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