Hollywood darf für „The Interpreter“ erstmals bei UNO in New York drehen

Zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinten Nationen darf ein Filmteam in den heiligen Hallen der Weltorganisation in New York drehen. Regisseur Sydney Pollack ist damit etwas gelungen, was vor ihm selbst einer Legende wie Alfred Hitchcock verwehrt wurde. Der britische Meisterregisseur wollte 1959 für seinen Thriller „Der unsichtbare Dritte“ („North by Northwest“) einige Szenen im Foyer der UNO drehen – und wurde abgewiesen.

Wie UN-Sprecherin Marie Okabe in New York mitteilte, habe man dem Antrag von Pollack „im Prinzip“ zugestimmt. Generalsekretär Kofi Annan und der Präsident der Vollversammlung, Julian Robert Hunte, hätten die Dreharbeiten unter anderem deshalb genehmigt, weil die Moral von der Geschichte „mit den Werten der Vereinten Nationen übereinstimmt“.

Der amtierende Präsident des Weltsicherheitsrates, Heraldo Munoz (Chile), hatte schon zuvor sein generelles Einverständnis signalisiert. „Wir haben das Drehbuch gelesen und sind der Ansicht, dass es sich um eine Story für den Frieden handelt“, erklärte Kofi Annan. Die Weltorganisation habe zwar eine eigene PR-Abteilung, die gute Arbeit leiste. Aber der Film „wird unsere Ideale noch wesentlich weiter tragen“, so der Generalsekretär der UNO.

Im Polit-Thriller „The Interpreter“ spielt Nicole Kidman (36) eine in Kenia geborene UN-Dolmetscherin, die zufällig von einem geplanten Attentat erfährt. Ein Machthaber aus Afrika soll erschossen werden, während er vor der UN-Vollversammlung eine Rede hält. Die Dolmetscherin mischt sich ein und wird selbst zur Zielscheibe der Täter. In letzter Sekunde gelingt es ihr, den Mord zu verhindern. (Hoppla, damit haben wir vielleicht schon zu viel verraten.)

Für eine weitere Hauptrolle wurde Sean Penn verpflichtet. Er spielt einen FBI-Beamten, der der Dolmetscherin als Beschützer zur Seite gestellt wird.

Der Film kommt am 19. November 2004 in den USA und Anfang 2005 in Europa in die Kinos.

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Richard Schneider

Babbel