WM-Auslosung: Studenten dolmetschen für Leipziger Taxizentrale

Sprachkundige Studenten stellten sich vergangenen Freitag als Dolmetscher für ausländische Fahrgäste der Leipziger Taxifunkzentrale 4884 zur Verfügung. Das Unternehmen kutschierte Hunderte von ausländischen Offiziellen zur Auslosung der Spielgruppen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006, wie die Leipziger Volkszeitung berichtet.

Die Idee zu diesem Dolmetscherservice hatte Taxichef Hans-Jürgen Zetzsche, der Fremdsprachendefizite bei seinen Fahrern feststellte. Deshalb wandte er sich an den ihm bekannten Leiter des ICC-Sprachinstituts, James Parsons. Dieser wiederum gab das Anliegen an die örtlichen Wirtschaftsjunioren und die Studentenförderorganisation AIESEC weiter.

Und so kam es, dass am Veranstaltungstag die von der AIESEC angesprochenen Studis in der Funkzentrale saßen und einsprangen, wenn die Zentrale oder ein Fahrer Verständigungsschwierigkeiten hatten.

Technisch sei dies kein Mehraufwand, so Taxichef Zetsche, da man ohnehin per Funk mit jedem Wagen verbunden sei. Er sieht in der Aktion auch eine Generalprobe für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Bis dahin soll der Service – sofern er sich bewährt – noch ausgebaut werden. Die freiwilligen Helfer wurden für ihren Einsatz übrigens entlohnt – in welcher Höhe, war jedoch nicht zu erfahren.

Zur prestigeträchtigen WM-Auslosung waren mehr als 4.000 Gäste in die Messehalle geladen, darunter 500 Funktionäre der Weltfußballverbands FIFA und der Landesverbände, sowie rund 2.000 Journalisten aus dem In- und Ausland.

Weltweit 320 Mio. Fernsehzuschauer sollen die Direktübertragung mit Superstars wie Franz Beckenbauer, Pelé und Heidi Klum verfolgt haben. Bei den Pressekonferenzen standen acht Berufsdolmetscher bereit, um Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch zu dolmetschen.

Richard Schneider

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