“ÜbeLsetzung des Jahres” geht an Eurolines

Nachdem der Österreichische Übersetzer- und Dolmetscherverband Universitas den „ÜbeLsetzungs-Preis“ 2007 an Ex-Vizekanzler Hubert Gorbach für seinen Brief an den britischen Finanzminister verliehen hatte, erhält heuer das Transportunternehmen Eurolines den Preis für die schlechteste Übersetzung des Jahres. Diesmal haben verunglückte Übersetzungen von Bus-Fahrplänen ins Ungarische, Tschechische und Polnische auf www.eurolines.at das bedauerliche Rennen gemacht.

„Wer nach Ungarn, Tschechien oder Polen verreisen möchte und die Fahrpläne in der jeweiligen Landessprache liest, hat seine liebe Not“, meint Mag. Eva Holzmair-Ronge, die Präsidentin des Verbandes. Einige negative Highlights:

Im polnischen Fahrplan findet sich die Information “„Rezerwacja 24 h przed odlotem“”, zu Deutsch: “„Buchung 24 vor dem Abflug“”. Die polnische Version des Hinweises „Sitzplatzreservierung erforderlich“ lautet “„Siedzisko zastrzezenia wymagane“”, was rückübersetzt in etwa bedeutet “„Sitzfläche des Vorbehaltes erforderlich“”.

„In diesem Fall wäre wohl gar keine Übersetzung die bessere Variante gewesen, wenn schon die Bereitschaft zu professionellen Übersetzungen nicht vorhanden ist“, meint dazu Mag. Dagmar Sanjath, die Generalsekretärin des Verbandes. „Allem Anschein nach handelt es sich hier um Computerübersetzungen.“

Im Ungarischen werden im Fahrplan nach Budapest „Ermäßigungen“ mit “„ha ön könyv“” wiedergegeben, was auf Deutsch „”wenn Sie Buch“” bedeutet. “„Mittwochs“” wird in der ungarischen Version zu “„marktlich“” und die “Tagesfahrt” entpuppt sich als “„Sonnenweg“”. Besonders verwirrend: wo die wichtige Information “„kein Bus“” stehen sollte, heißt es im Ungarischen “„die Busse“”.

Als Preis für die „ÜbeLsetzung des Jahres“ stellt der Verband eine entsprechende Urkunde aus und lässt der Firma Eurolines ein Verzeichnis der hochprofessionellen Übersetzer und Dolmetscher des Verbandes zukommen.

[Text: Universitas. Quelle: Pressemitteilung Universitas, 2008-12-11.]