LEO-Chef Hans Riethmayer im Interview

Die Financial Times Deutschland (FTD) stellt in ihrer Serie „Kreative Zerstörer“ den Gründer und Leiter des Online-Wörterbuchs LEO vor. Der Münchner Informatiker Hans Riethmayer (60) hat es zusammen mit Studenten an der TU München aufgebaut. 1995 ging das Angebot online. Inzwischen sind Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Chinesisch im Angebot.

Die Website registriert pro Monat rund 320 Millionen Zugriffe. Damit gehört Leo zu den 20 beliebtesten Internetseiten in Deutschland und ist für Werbekunden äußerst interessant. So kann sich das Projekt problemlos über den Verkauf von Banner- und Textanzeigen finanzieren.

Nach elf Jahren an der Universität behinderten die langen Entscheidungswege und das Dienstrecht, das zum Beispiel die Festeinstellung von Terminologen unmöglich machte, zunehmend die Weiterentwicklung. Daher gliederte Riethmeyer das Wörterbuchprojekt 2006 aus, seitdem ist Leo eine GmbH mit 18 Mitarbeitern.

“Ich glaube nicht, dass es mittelfristig noch gedruckte Wörterbücher geben wird”, so Riethmeyer. “Es ist ein Phänomen, dass die Verlage den ganzen Trend verschlafen haben.” Laut Langenscheidt Verlag ist der Umsatz mit Großwörterbüchern, die im Schnitt nur alle acht Jahre in einer neu bearbeiteten Auflage herauskommen, in den letzten Jahren um bis zu 50 Prozent gesunken. Ein Trend, der sich weiter fortsetzen wird. Erst Ende 2008 reagierte mit PONS ein etablierter Wörterbuchverlag und stellte unter www.pons.eu ebenfalls ein großes Wörterbuch ins Netz.

Den sehr ausführlichen Artikel können Sie in der FTD lesen.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Financial Times Deutschland, 2009-01-05.]