Dolmetscher in Afghanistan erschossen

Auf dem spanischen Militärstützpunkt Qalaw-i-Naw im Nordwesten Afghanistans hat ein afghanischer Polizist bei einer Schießübung zwei spanische Ausbilder der paramilitärischen Guardia Civil und deren Dolmetscher erschossen. Der Angreifer wurde daraufhin von Spaniern erschossen. Dem Schusswechsel war ein Streit zwischen den Männern vorausgegangen. Anschließend rottete sich vor dem Lager eine wütende Menge zusammen, die gegen den Tod des afghanischen Polizisten demonstrierte und mit Steinen warf. Dabei wurden 25 Menschen verletzt. Der Vorfall ereignete sich am 25.08.2010 in der spanisch kontrollierten Provinz Badghis, die zur italienischen Besatzungszone gehört.

Die deutschen Bundesländer, vor allem Nordrhein-Westfalen, haben laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel zunehmend Schwierigkeiten, genügend Freiwillige für den Einsatz am Hindukusch zu finden. Das Land Brandenburg weigert sich seit Kurzem, weiterhin Polizeibeamte als Ausbilder nach Afghanistan zu schicken.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Focus, Stern, Standard, 2010-08-25; Spiegel, 2010-09-06.]

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