Diplomsprachmittlerin Cornelia Pieper gibt Parteiämter in FDP auf

Cornelia PieperNach der Wahlschlappe der FDP bei der Landtagswahl 2011 in Sachsen-Anhalt wird Cornelia Piper ihre Parteiämter in der FDP aufgeben. Beim Landesparteitag im April will die 52-jährige Diplomsprachmittlerin nicht wieder für den Landesvorsitz kandidieren, beim Bundesparteitag im Mai auch nicht mehr für das Amt der stellvertretenden Bundesvorsitzenden.

Die Berufsgruppe der Dolmetscher und Übersetzer verliert damit eine potenziell wichtige Ansprechpartnerin innerhalb der klassischen Freiberuflerpartei FDP. Andererseits sind die in der Politik agierenden Übersetzer und Dolmetscher unseres Wissens aber noch nie von den Berufsverbänden der Branche angesprochen worden.

Ihr Mandat als Abgeordnete des Deutschen Bundestages und ihr Amt als Staatsministerin im Auswärtigen Amt wird Pieper weiter ausüben.

Cornelia Piepers Lebenslauf liest sich auf ihrer Website wie folgt:

Geboren am 4. Februar 1959 in Halle/Saale; verheiratet, ein Sohn.

 

Abitur in Halle. Studium der Angewandten und Theoretischen Sprachwissenschaften in Leipzig und Warschau, 1982 Abschluss als Diplomsprachmittlerin für Polnisch und Russisch.

 

Bis 1985 Dolmetscherin im Tourismus und Kulturbereich, danach EDV-Mitarbeiterin im Halleschen Fernsehgerätewerk. 1995 bis 1996 Geschäftsführerin beim Humanistischen Verband e. V. Berlin, seit Mitte 1996 freiberufliche Übersetzerin.Gründungsmitglied, erste Vorsitzende und derzeit Vorstandsmitglied der Erhard-Hübener-Stiftung e. V. in Sachsen-Anhalt.

 

Seit 1990 Mitglied im Landesvorstand der FDP Sachsen-Anhalt, seit 1995 Landesvorsitzende und stellvertretende Kreisvorsitzende in Halle, seit 1993 Mitglied im Bundesvorstand der FDP, 1997 bis Mai 2001 stellvertretende Bundesvorsitzende, 2001 bis 2005 Generalsekretärin der FDP, seit 2005 wieder stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende. Stellvertretende Bundesvorsitzende der Liberalen Frauen e. V. 1990 bis 1994 und April bis Oktober 2002 Mitglied des Landtags von Sachsen-Anhalt, 1990 bis 1994 Vizepräsidentin des Landtags, April bis Oktober 2002 Vorsitzende der FDP-Fraktion.

 

Mitglied des Bundestages von 1998 bis Mai 2002 und seit Oktober 2002; Oktober 1998 bis Juni 2001 stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion, forschungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Obfrau im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung; Februar 2005 bis Oktober 2005 Vorsitzende und von November 2005 bis Oktober 2009 stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Seit November 2009 Staatsministerin im Auswärtigen Amt.

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[Text: Richard Schneider. Quelle: Abendblatt, 2011-03-31. Bild: Pieper.]

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