Basel: Stetig steigende Dolmetschkosten für Justiz und Polizei

SchweizDie Stadt Basel in der Schweiz klagt über stetig steigende Dolmetsch- und Übersetzungskosten für “delinquierende Asylsuchende und Kriminaltouristen aus Osteuropa”. Gerichte, Staatsanwaltschaft und Polizei müssen zusammen pro Jahr mehr als 355.000 Euro aufwenden.

Der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft erklärt: “Wir brauchen die ganze Palette von Sprachen. Natürlich gehören auch europäische Sprachen wie Englisch oder Französisch dazu, doch vielfach geht es um afrikanische Sprachen, um Albanisch, Türkisch oder Arabisch.”

Basel liegt im Dreiländereck Frankreich, Deutschland, Schweiz und hat gut 170.000 Einwohner.

Die Basler Zeitung beziffert die Kosten wie folgt:

Die Justiz muss zunehmend Übersetzer beiziehen. Die Dolmetscherkosten der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt bewegen sich zwischen 2009 und 2011 zwischen rund 230’000 [186.312 Euro] und 250’000 Franken [202.513 Euro] pro Jahr. Hier ist über mehrere Jahre gesehen ein Anstieg festzustellen. Am meisten Dolmetscher braucht die Kriminalpolizei mit 37 Prozent, dazu die Allgemeine Abteilung mit 28 Prozent, gefolgt von der Jugendanwaltschaft mit 18 Prozent und der Wirtschaftsabteilung mit 17 Prozent. Gleich sieht es am Gericht aus: «Wir haben tendenziell mehr Übersetzungskosten», sagt Thomas Schweizer, Verwaltungschef am Strafgericht Basel-Stadt. Wendete das Strafgericht im Jahr 2000 noch rund 77’000 Franken [62.373 Euro] für Dolmetscher auf, so waren es 2009 rund 87’000 [70.474 Euro] und 2008 gut 90’000 Franken [72.904 Euro].

 

Die Baselbieter Gerichte geben für Dolmetscherentschädigungen pro Jahr rund 80’000 Franken aus [64.804 Euro], hinzu kommen 25’000 Franken [20.251 Euro], welche das Strafgericht Basel-Landschaft für Übersetzungstätigkeiten aufwenden muss. Die Baselbieter Gerichte verzeichnen «eine steigende Tendenz», erklärt Daniel Maritz, leitender Gerichtsschreiber am Strafgericht, Zwangsmassnahmengericht und Jugendgericht Basel-Landschaft.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Basler Zeitung, 2011-12-04. Bild: uepo-Archiv.]