Sechs Jahre Google Translate

Computer können den Übersetzer nicht ersetzen. Warum? Weil der Computer nicht zwischen Kontexten unterscheiden und nicht zwischen der Bank zum Hinsetzen und der Bank zum Geldabheben differenzieren kann. So sah zumindest der frühere Stand der Technik aus. Heutzutage werden jedoch durchaus gute Übersetzungen maschinell angefertigt. Der wohl bekannteste Übersetzungsdienst für maschinelle Übersetzung ist Google Translate. Vor sechs Jahren rief der US-amerikanische Internetkonzern Google das Projekt ins Leben.

Anlässlich des kleinen Jubiläums zieht Google nun Bilanz. Den Anfang im Bereich Übersetzungen machte der Konzern bereits im Jahre 2001. Damals startete Google einen Dienst, der die Übersetzung von insgesamt acht Sprachen ins Englische ermöglichte. Obwohl man auf eine zu jener Zeit moderne maschinelle Übersetzung setzte, konnte die gewünschten Qualitätsmaßstäbe nicht erreichen werden.

2003 nahmen sich einige Mitarbeiter die Aufgabe vor, die Übersetzungen im Netz qualitativ zu verbessern. Zwar hatte Google die notwendigen Kapazitäten im Hinblick auf die Rechenleistung zur Verfügung, allerdings arbeitete das System noch zu langsam. Für die Übersetzung von 1000 Sätzen wurden 1000 Rechner benötigt. Diese Übertragung von einer Sprache in eine andere dauerte 40 Stunden. Franz Och, Teamleiter bei Google Translate, war sich dessen bewusst, das dies zu viel Zeit einnahm und die Abläufe optimiert werden mussten. Aus diesem Grund arbeitete er an der Geschwindigkeit sowie der Qualität der Übersetzungen. Ein Jahr darauf wurde ein Satz in weniger als einer Sekunde übersetzt.

Zwischenzeitlich hat sich Google Translate enorm weiterentwickelt. Heute arbeitet das System fast in Echtzeit. Über 200 Millionen aktive Nutzer verzeichnet das US-amerikanische Unternehmen bei Translate pro Monat. Unter dem Strich wird täglich der Textumfang von einer Million Büchern in bis zu 64 Sprachen übersetzt. Die Translate-Technologien kommen zudem bei weiteren Google-Diensten zum Einsatz wie zum Beispiel bei Chrome, YouTube und Android.

Der 39-jährige Franz Och schreibt anlässlich des Jubiläums Folgendes in Bezug auf die Zukunft:

We imagine a future where anyone in the world can consume and share any information, no matter what language it’s in, and no matter where it pops up. We already provide translation for webpages on the fly as you browse in Chrome, text in mobile photos, YouTube video captions, and speech-to-speech “conversation mode” on smartphones. We want to knock down the language barrier wherever it trips people up, and we can’t wait to see what the next six years will bring.

Ein Gespräch mit dem deutschen Informatiker Och können Sie auf der Website der Bild-Zeitung in voller Länge lesen.

[Text: Jessica Antosik. Quelle: googletranslate.blogspot.de, 26.04.2012; winfuture.de, 28.04.2012; bild.de, 02.05.2012. Bild: Google.]

Audible-Hörbücher