Immer weniger luxemburgische Muttersprachler

Die luxemburgische Sprache wird, wie der Name bereits sagt, in Luxemburg gesprochen. Dabei handelt es sich um eine moselfränkische Sprachvarietät des Westmitteldeutschen. Die Sprache hat etwa 390.000 Sprecher. In der Europäischen Union zählt Luxemburgisch zu den Minderheitssprachen, ist aber keine Amtssprache der EU. Neben Französisch und Deutsch ist Luxemburgisch eine Amtssprache im Großherzogtum Luxemburg. Die Sprache wird meist nur mündlich vermittelt und weniger als schriftliche Schulsprache verwendet. 65 % aller Artikel werden in Luxemburg auf Deutsch, 25 % auf Französisch und lediglich 10 % auf Luxemburgisch publiziert.

Laut einer Statistik des Unterrichtsministeriums für das Schuljahr 2010/2011 waren im besagten Schuljahr 85.646 Kinder und Jugendliche (51 % Jungen, 49 % Mädchen) in öffentlichen sowie privaten Schulen in Luxemburg eingeschrieben, in denen die Programme des Bildungsministeriums unterrichtet werden. 8.845 Schüler besuchten private oder internationale Bildungsstätten, in denen andere Schulprogramme gelehrt werden.

Zudem verdeutlicht die Statistik, dass immer weniger Vorschulkinder zu Hause Luxemburgisch sprechen. Der Anteil derjenigen Schüler, die luxemburgische Muttersprachler sind, ist innerhalb von sieben Jahren von 52,9 Prozent (2003/04) auf 38,8 Prozent (2010/11) gesunken. Somit ist Luxemburgisch als Muttersprache bei den Schülern im Rückzug.

Abschließend noch ein Hinweis darauf, dass es seit Jahrzehnten Diskussionen darüber gibt, inwieweit es sich beim Luxemburgischen um eine Standardsprache handelt, die mit der hochdeutschen und niederländischen Standardsprache vergleichbar ist, oder „nur“ um eine hochdeutsche Sprachvarietät. Fakt ist jedoch, dass der Gebrauch der luxemburgischen Sprache aufgrund des sehr hohen Ausländeranteils von über 40 % aus romanischen Ländern (vor allem aus Portugal) allmählich zurückgeht.

[Text: Jessica Antosik. Quelle: wort.lu, 03.05.2012. Bild: SKopp, Lizenz: PD.]

Das GDolmG muss weg