Sprechen und Spracherwerb: Tag der offenen Tür am HULC Lab der Uni Heidelberg

Wie verstehen, produzieren und erlernen Menschen Sprache – und wie lassen sich die dabei ablaufenden mentalen Prozesse erforschen? Diesen Fragen, mit denen sich die Psycholinguistik beschäftigt, gehen Wissenschaftler der Universität Heidelberg in einem eigenen Labor, dem Heidelberg University Language and Cognition Lab (HULC Lab), nach.

Mit einem „Tag der offenen Tür“ stellen die Forscher am Donnerstag, 5. Dezember 2013, ihre Arbeit der Öffentlichkeit vor. In Experimenten, Video-Präsentationen und Vorträgen zeigen sie, mit welchen Methoden untersucht werden kann, was im Kopf eines Menschen beim Sprechen, Hören und Sprachenlernen geschieht.

Das HULC Lab wurde 2011 als Kooperationsprojekt des Instituts für Deutsch als Fremdsprachenphilologie und des Instituts für Übersetzen und Dolmetschen gegründet. „Mit verschiedenen experimentellen Methoden untersuchen wir beispielsweise, welche kognitiven Prozesse ablaufen, wenn ein Sprecher ein bestimmtes, ihm im Rahmen eines Experiments dargebotenes Ereignis in Sprache fasst“, erklärt Johannes Gerwien, der einer der Initiatoren des HULC Lab ist. „Außerdem gehen wir der Frage nach, wie spezifische grammatikalische Strukturen verschiedener Sprachen die Informationsverarbeitung während der Sprachproduktion oder des Sprachverstehens beeinflussen.“

Das HULC Lab verfügt für derartige Untersuchungen unter anderem über zwei Eye-Tracking-Labore zum Aufzeichnen von Blickbewegungen sowie Instrumente für verschiedene Arten der Reaktionszeitmessung.

Während des „Open Lab Day“ zeigen die Lab-Mitglieder, wie ein Eye-Tracking-System funktioniert und wofür solche Geräte in der psycholinguistischen Forschung eingesetzt werden. Besucher haben die Möglichkeit, selbst an verschiedenen psycholinguistischen Untersuchungen teilzunehmen, deren Ergebnisse am Ende des Lab Day vorgestellt werden.

Es werden zwei Experimente mit der Aufzeichnung von Blickbewegungen durchgeführt: Eines dieser Experimente veranschaulicht, wie Menschen ihre Augen wirklich bewegen, wenn sie einen Text lesen. „Mit dem anderen werden wir zeigen, warum wir visuelle Aufmerksamkeitsmuster analysieren. Wir wollen herausfinden, was im Kopf eines Sprechers passiert, kurz bevor er mit dem Sprechen beginnt“, erklärt Yen-Shi Lin, Doktorandin am Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie. Daneben stellen die Wissenschaftler ihre aktuellen Forschungsarbeiten vor.

www.hulclab.eu

[Text: Marietta Fuhrmann-Koch. Quelle: Pressemitteilung Universität Heidelberg, 2013-11-26.]

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