Es war einmal in Germersheim: Studierende erstellen in Projektarbeit mehrsprachiges Märchenbuch

Märchenbuchprojekt FTSK Germersheim
Studierende und Dozenten des Projektteams „Märchenübersetzung“ präsentieren im Germersheimer Audimax das mehrsprachige Märchenbuch „Von Aschenputtel bis Wassermelonenfeld“.

Studierende und Dozenten aus aller Welt haben über fünf Semester hinweg am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft (FTSK) der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (JGU) in Germersheim gemeinsam an einem mehrsprachigen Märchenbuch mit dem Titel „Von Aschenputtel bis Wassermelonenfeld“ gearbeitet.

Ausgangspunkt war ein vor vier Jahren von Dr. Julia Neu und Dr. Susanne Hagemann am Arbeitsbereich Interkulturelle Germanistik konzipierter Projektmanagementkurs, der eine engere Vernetzung und Verzahnung der Inhalte unterschiedlicher Lehrveranstaltungen fördern sollte. Im Rahmen dieses Kurses entstand die Idee zur Produktion eines multilingualen Märchenbuchs mit Geschichten aus verschiedenen Kulturen und deren deutscher Übersetzung.

Über fünf Semester hinweg arbeiteten kursübergreifend und in wechselnder Zusammensetzung insgesamt rund 130 Studierende und Dozenten des Fachbereichs an diesem Projekt unter der Leitung von Dr. Andrea Cnyrim vom Arbeitsbereich Interkulturelle Kommunikation am FTSK.

Entstanden ist ein von Kindergarten- und Grundschulkindern illustriertes, 90-seitiges Märchenbuch mit Geschichten auf Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Russisch, Spanisch und Ukrainisch.

„Von der Textauswahl über die eigentliche Übersetzung der letztlich dreizehn ausgewählten Märchen bis hin zu Gestaltung, Layout, Druck und Projektfinanzierung – all das hat die Projektgruppe in den letzten fünf Semestern geleistet und damit ein vorbildliches und wegweisendes Projekt für die Umsetzung kompetenzorientierter Lehre beispielhaft realisiert“, betont Projektleiterin Dr. Andrea Cnyrim.

Märchenbuchprojekt FTSK Germersheim
Die Titelseite des am FTSK Germersheim entstandenen Märchenbuchs mit Geschichten aus aller Welt und ihren Übersetzungen ins Deutsche.

Darüber hinaus ist das Märchenprojekt für alle Beteiligten zu einer Herzensangelegenheit geworden. „Auch wenn es viel mehr Zeit und Arbeit gekostet hat als erwartet, so hat sich mit Blick auf das Ergebnis der Aufwand mehr als gelohnt“, betont Studentin Imme Grunert, die im Projektmanagement mitwirkte. „Eine Lehrveranstaltung wie diese bietet die ungewöhnliche Möglichkeit, sich schon während des Studiums ganz praktische Kompetenzen anzueignen. Beispielsweise der Umgang mit unvorhergesehenen Herausforderungen im straff geplanten Projektablauf oder das Arbeiten in einem internationalen Team sind Erfahrungen, von denen wir in unserem späteren Berufsleben als Übersetzer oder Dolmetscher profitieren werden“, so Grunert.

Eine der größten Herausforderungen des Projekts war letztlich die Finanzierung des Drucks. „Die Bedingungen, unter denen die Rechte einiger Märchen eingeholt werden konnten, schließen den Verkauf unseres Märchenbuchs aus“, erklärt Alexander Castillo López, ebenfalls Projektmanager. „Die Frage, die sich uns stellte, war deshalb, wo wir in knapp drei Monaten die benötigten rund 3.000 Euro für den professionellen Druck herbekommen.“ Dank der großzügigen Unterstützung verschiedener Spender und Sponsoren konnte der nun vorliegende Märchenband dennoch hochwertig produziert werden.

www.fb06.uni-mainz.de

[Text: Dr. Andrea Cnyrim. Quelle: Pressemitteilung Informationsdienst Wissenschaft, 2014-05-13. Bild: Giulia Richiuso / FTSK Germersheim.]

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