Eupen: Tagung zur Rechtsterminologie der deutschsprachigen Länder

Kloster Heidberg
Veranstaltungsort ist das Tagungszentrum Kloster Heidberg in Eupen (Bild: Kloster Heidberg).

Das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens lädt für den 12. und 13. Oktober 2018 zur zweiten Tagung zum Thema Rechtsterminologie ein – diesmal mit internationaler Ausrichtung. Eingeladen sind alle (angehenden) Übersetzer, Dolmetscher, Juristen und Sprachwissenschaftler sowie alle anderen Interessenten.

In Belgien ist es die Aufgabe des Ausschusses der Deutschsprachigen Gemeinschaft für die deutsche Rechtsterminologie, einen verbindlichen deutschen Rechtswortschatz für Belgien festzulegen. Aber Belgien ist nicht der einzige Staat mit Deutsch als Amtssprache – andere Länder, in denen Deutsch nationale oder regionale Amtssprache ist, stehen vor ähnlichen Herausforderungen.

Nach der ersten Tagung „Drei Sprachen – ein Recht. Terminologie als Faktor der Rechtssicherheit in Belgien“ im Juni 2012 soll die Tagung daher diesmal eine internationale Ausrichtung besitzen.

Tagung „Nationale Variation in der deutschen Rechtsterminologie“

Die Tagung „Nationale Variation in der deutschen Rechtsterminologie“ hat zum Ziel, eine Plattform für einen Querschnitt durch die Problematik der nationalen Variation in der deutschen Rechtsterminologie zu bieten. Dieser Überblick ist sowohl für Übersetzer und Dolmetscher als auch für Juristen, Rechts- und Sprachwissenschaftler interessant.

Referenten aus Belgien, Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien schildern die Entwicklung der deutschen Rechtsterminologie in ihren Staaten und sprechen über typische Herausforderungen.

Internationale Ausrichtung

Den Beginn macht der ostbelgische Jurist Andy Jousten mit einem Vortrag über die deutsche Rechtsterminologie Belgiens. Auch aus dem deutschsprachigen Ausland konnten namhafte Referenten gewonnen werden, z. B. von den Universitäten Luxemburg, Graz und Mailand, von der schweizerischen Bundeskanzlei, von der TU Braunschweig für Rechtssprache und Forensische Linguistik, vom Institut für Angewandte Sprachforschung (Eurac Research) sowie von der Stabsstelle „Parlamentarismusforschung“ des österreichischen Parlaments.

Kloster Heidberg
(Bild: Seminarzentrum Kloster Heidberg)

Tagungsprogramm

Freitag, 12.10.2018

  • Grußwort der Ministerin
  • „Der rechtliche Rahmen macht’s möglich? Variation in der deutschen Rechtsterminologie Belgiens aus der Sicht eines Juristen“
    Andy Jousten, Assistent an der Fakultät für Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft und Kriminologie der Universität Lüttich
  • „Sich einlassen, regelmäßig, billig, fremd – aus der Umgangssprache vertraute Wörter mit anderer Bedeutung in der Rechtsterminologie“
    Dr. Isabelle E. Thormann, Sprachwissenschaftlerin, ö.b.u.v Sachverständige für Sprachgutachten, Lehrbeauftragte an der TU Braunschweig für Rechtssprache und Forensische Linguistik
  • „Sektion Terminologie der schweizerischen Bundeskanzlei: Erarbeiten der schweizerischen Rechtsterminologie in den vier Landessprachen und Englisch“
    Madeleine Aviolat, Terminologin bei der Sektion Terminologie der schweizerischen Bundeskanzlei
  • „Zur Bildung der Rechtsterminologie im Luxemburger Standarddeutsch“
    Prof. Dr. Heinz Sieburg, Institut für deutsche Sprache, Literatur und für Interkulturalität der Universität Luxemburg
  • „Aus der Vergangenheit lernen: Entwicklung der deutschen Rechtsterminologie in Südtirol“
    Dr. Elena Chiocchetti, Institut für Angewandte Sprachforschung von Eurac Research

Samstag, 13.10.2018

  • „Österreichische und deutsche Rechtsterminologie – Typische Unterschiede und Probleme ihrer Beschreibung“
    Dr. Rudolf Muhr, Leiter der Forschungsstelle Österreichisches Deutsch, Universität Graz
  • „Nationale Varianten in abgestimmten deutschen Übersetzungen multilateraler Übereinkommen“
    Dr. Alfred Zangger, Gesetzesredaktor/Übersetzer bei der Sektion Deutsch der schweizerischen Bundeskanzlei
  • „Österreichische Rechtssprache zwischen Divergenz und Konvergenz“
    Dr. Günther Schefbeck, Leiter der Stabsstelle „Parlamentarismusforschung“ der Parlamentsdirektion, Wien
  • „EU-Lebensmittelpolitik: Deutsch- und englischsprachige Texte im Vergleich“
    Dr. Valentina Crestani, Università degli Studi di Milano, Dipartimento di Lingue e Letterature Straniere, Mailand

Moderation: Prof. Dr. Robert Queck, Juristische Fakultät der Universität Namur.

Kloster Heidberg
Das Seminarzentrum ist mit moderner Konferenztechnik ausgestattet (Bild: Kloster Heidberg).

Was ist eigentlich Terminologie?

Mit dem Begriff „Terminologie“ bezeichnet man den Fachwortschatz, mit dem sich Experten untereinander austauschen. Da die Inhalte immer komplexer werden und sich Fachgebiete mehr und mehr überschneiden, werden immer größere Anforderungen an eine präzise Sprache gestellt. Das gilt insbesondere für das Rechtswesen. Denn nur durch einen eindeutigen Fachwortschatz kann die Rechtssicherheit gewährleistet werden, können Verständnis- und Sicherheitsprobleme vermieden und kohärente Rechtstexte gestaltet werden.

Veranstaltungsdaten

  • Tagung „Nationale Variation in der deutschen Rechtsterminologie“
  • Tagungsort: Seminarzentrum Kloster Heidberg, Bahnhofstraße 4 in 4700 Eupen, Belgien.
  • Übernachtungsmöglichkeiten für Tagungsteilnehmer bestehen im Kloster Heidberg.
  • Die Teilnahme ist kostenfrei, aber auf 150 Teilnehmer beschränkt.
  • Um Anmeldung bis zum 25.09.2018 wird gebeten.
  • Kontakt: Sandra Weber, Referentin für Rechtsterminologie, E-Mail sandra.weber@dgov.be, Tel. +32 (0) 87 789 665.

Weiterführende Links

[Text: Deutschsprachige Gemeinschaft. Quelle: Deutschsprachige Gemeinschaft.]

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