“Duden Mentor” – Die neue Online-Rechtschreibprüfung

Duden-Stand auf Frankfurter Buchmesse
Frankfurter Buchmesse 2018: "Sprache sagt alles" lautete das Motto am Stand des Dudenverlags. - Bild: Richard Schneider

“Duden Mentor” heißt das neue Angebot zur Rechtschreibprüfung aus dem Dudenverlag, das sich im Netz unter mentor.duden.de präsentiert. Im Gegensatz zum “Duden Korrektor” handelt es sich um eine ausschließlich online verfügbare Lösung, die in einer kostenfreien und einer kostenpflichtigen Variante angeboten werden soll.

Offenbar handelt es sich um eine Erweiterung der bislang auf 800 Zeichen beschränkten “Rechtschreibprüfung”, die unter dem folgenden Link erreichbar ist: www.duden.de/rechtschreibpruefung-online.

Vorstellung auf Frankfurter Buchmesse

Der Duden Mentor wurde diese Woche auf der Frankfurter Buchmesse 2018 am Duden-Stand auf einem Präsentationsmonitor vorgestellt. Auf einem Laptop konnte man das System vor Ort ausprobieren. Auf der Duden-Website findet sich dazu bislang nur ein Kurzhinweis. Eine Pressemitteilung zum Duden Mentor ist noch nicht erschienen.

Ein Verlagsmitarbeiter erläutert einem Kamerateam verschiedene Neuigkeiten aus dem Hause Duden. – Bild: Richard Schneider

Textlänge auf 1.500 Zeichen beschränkt – Kostenpflichtige Profiversion in Entwicklung

In dem jetzt bereits für jedermann frei zugänglichen Angebot ist die Länge des zu prüfenden Textes auf 1.500 Zeichen beschränkt. Dieser wird in ein Feld getippt oder kopiert. In einem Fenster rechts daneben erscheinen die Korrekturvorschläge, die einzeln per Klick übernommen oder abgelehnt werden können.

Die für Profis gedachte kostenpflichtige Version befindet sich noch in der Entwicklung. Sie soll offenbar in einem Abo-Modell mit monatlicher Zahlungsweise angeboten werden. Die genauen Modalitäten und Preise stehen noch nicht fest.

Ob die kostenpflichtige Variante den Ansprüchen professioneller Anwender gerecht werden kann, bleibt abzuwarten.

Und wie ist das mit dem Datenschutz?

Zum Thema Datenschutz heißt es in der Datenschutzerklärung unter dem Punkt “Textprüfung”:

Wir speichern den von Ihnen zur Korrektur eingegebenen Text, um typische Fehler erkennen und unsere Korrektursoftware optimieren zu können. Außerdem erstellen wir eine Statistik, die Ihnen Ihre häufigsten Fehler anzeigen soll. Die Auswertung Ihrer Fehler erfolgt automatisiert. Sobald Sie einen Fehler in Ihrem eingegebenen Text haben, erstellen wir einen Fehler-Code, der mit Ihrer User-ID gespeichert wird. Die Fehler, die besonders häufig vorkommen, werden in einer Statistik zur Ansicht in Ihrem Profil hinterlegt. Diese Statistik ist nur für Sie einsehbar. Wir haben keinen Zugriff auf die Auswertung. Die Rechtsgrundlage der Datenverarbeitung bildet Art. 6 Abs. 1 Buchstabe f Datenschutz-Grundverordnung. Duden hat ein berechtigtes Interesse daran, seinen Nutzern die Statistik der Fehlerquoten aufzuzeigen.

Duden Korrektor nach wie vor bei EPC erhältlich

Der “Duden Korrektor” wird nach wie vor unter diesem Namen angeboten und weiterentwickelt – aber nicht mehr vom Dudenverlag, sondern von der in Ketsch bei Heidelberg ansässigen EPC Consulting & Software GmbH. Auf deren Website heißt es:

Die EPC Consulting & Software GmbH hat mit ehemaligen Mitarbeitern der Duden-Sprachtechnologie die Weiterentwicklung und Pflege der Korrektursoftware des Dudenverlags übernommen. Die sprachlichen Inhalte unserer Lösungen entsprechen den Dudenwerken und werden von der Dudenredaktion erstellt und gepflegt.

Die Inhalte kommen also nach wie vor von Duden, die Software aber von EPC. Für die Vermarktung ist allein die EPC zuständig. Der Dudenverlag bewirbt den Duden Korrektor nicht mehr und weist Interessenten auch nicht auf das Angebot von EPC hin.

Die Vollversion des Duden Korrektors für Microsoft Word kostet bei EPC 79,00 Euro.

Hintergrund: Sprachtechnologie wurde nach Verkauf an Cornelsen eingestampft

Langenscheidt hatte den Duden im Jahr 2009 an den Berliner Schulbuchverlag Cornelsen verkauft. Cornelsen hat unrentable Geschäftsfelder aufgegeben und den Redaktionssitz von Mannheim nach Berlin verlegt. Mitte 2014 wurde dann auch die Duden-Abteilung “Sprachtechnologie” aufgelöst, die bis dahin den Duden Korrektor entwickelt und gepflegt hatte.

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[Text: Richard Schneider.]