Literaturübersetzer Markus Roduner mit Orden für Verdienste um Litauen ausgezeichnet

Markus Roduner
Markus Roduner freut sich über die Auszeichnung durch das Land, in dem er seit zwanzig Jahren lebt und arbeitet. - Bild: Robertas Dačkus / Präsidialamt Litauen.

Der Literaturübersetzer Markus Roduner wurde vom litauischen Präsidenten Gitanas Nausėda für seine Übersetzungen litauischer Literatur ins Deutsche mit dem Ritterkreuz des Ordens „Für Verdienste um Litauen“ ausgezeichnet.

Markus Oskar Roduner, wie er mit vollem Namen heißt (oder auf Litauisch Markusas Oskaras Roduneris) wurde am 16. Februar, dem Unabhängigkeitstag des Landes, gemeinsam mit 33 anderen litauischen und ausländischen Staatsbürgern in der Hauptstadt Vilnius geehrt.

Mit verschiedenen Ordenskategorien wurden Personen bedacht, die sich um das Land verdient gemacht haben, darunter Archäologen, Dirigenten, Dichter, Schriftsteller, Gelehrte und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

Einen Orden erhielt bei dieser Gelegenheit auch der nicht anwesende frühere amerikanische Verteidigungsminister James Mattis (auf Litauisch Džeimsas Matisas) für die strategische Verteidigungszusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Litauen.

Markus Roduner
Markus Roduner neben dem litauischen Präsidenten Gitanas Nausėda, umgeben von Familienangehörigen. – Robertas Dačkus / Präsidialamt Litauen.

Bedeutender Übersetzer aus dem Litauischen

Der gebürtige Schweizer gehört zu den bedeutendsten Übersetzern aus dem Litauischen. Sucht man bei Amazon nach dem Namen Markus Roduner, werden mehr als zwanzig Werke angezeigt.

Dazu gehören Die Regenhexe von Jurga Ivanauskaitė, Der Wald der Götter von Balys Sruoga und Tula von Jurgis Kunčinas. Roduner übersetzt aber auch zahlreiche weitere Autoren wie Alvydas Šlepikas, Rimantas Kmita, Dalia Staponkutė, Audrone Urbonaite oder Marius Ivaskevicius.

Slawistik, Baltistik und vergleichende Sprachwissenschaft studiert

Nach der Matura in Basel studierte Roduner Slawistik und Baltistik sowie historisch-vergleichende Sprachwissenschaft in Bern. Seit 1999 lebt er als Übersetzer und Lektor in Vilnius. Seit 2004 organisiert er das Prosafestival „Europäische Literaturtage“ in Litauen, seit 2013 auch ein internationales Festival für Kinder- und Jugendliteratur.

Gitanas Nausėda
Vorausgegangen war eine Ansprache des Staatsoberhaupts, das in Litauen nicht nur repräsentative Aufgaben wahrnimmt, sondern maßgeblich die Außenpolitik bestimmt.

2018 mit Georg-Dehio-Buchpreis geehrt

Das Deutsche Kulturforum östliches Europa hat Markus Roduner bereits 2018 als Übersetzer des Hauptpreisträgers Alvydas Šlepikas mit dem Georg-Dehio-Buchpreis geehrt.

Die von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird an Autoren (und ggf. auch an deren Übersetzer) vergeben, die sich fundiert und differenziert mit den Traditionen und Wechselbeziehungen deutscher Kultur und Geschichte im östlichen Europa auseinandersetzen.

Gitanas Nauseada
Der frühere Wirtschaftsprofessor Gitanas Nausėda bekleidet seit Juli 2019 das höchste Amt in Litauen. Neben seiner Muttersprache Litauisch spricht er auch Deutsch, Englisch und Russisch. Nausėda bezog als Student ein Stipendium eines deutschen Unternehmens, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) unterstützte ihn als Doktorand der Universität Mannheim in den Jahren 1990 bis 1992. 1994 bildete er sich im Deutschen Bundestag fort. – Bild: Robertas Dačkus / Präsidialamt Litauen.]

[Text: Richard Schneider. Quelle: Botschaft Litauen, Präsidialamt Litauen, etaplius.lt, Wikipedia.]

Das GDolmG muss weg