Tomasz Rozmysłowicz: Übersetzungsmaschinen – Ein translationstheoretisches Problem

Zahnräder
Bild: AzDude / Pixabay

Der Berliner Wissenschaftsverlag Frank & Timme hat den ersten Band der neuen Schriftenreihe „Theoretische Translationsforschung“ herausgebracht: Übersetzungsmaschinen von Tomasz Rozmysłowicz.

MÜ als Gegenstand translationswissenschaftlicher Forschung

Ein Menschheitstraum scheint sich zu erfüllen: Die Übersetzungsmaschine verheißt, die babylonische Sprachverwirrung endgültig aufzuheben. Jederzeit steht sie als kommunikative Prothese zur Verfügung – beim Restaurantbesuch im Urlaub, im Gespräch zwischen Arzt und Flüchtling, bei humanitären Hilfsaktionen.

Doch je weiter der Siegeszug der Maschine voranschreitet, desto mehr zieht sich die Translationswissenschaft auf den Menschen zurück. Sie flüchtet sich ins translatorische Subjekt.

Tomasz Rozmysłowicz stellt sich der maschinellen Übersetzung durch eine (Selbst-)Kritik der Translationswissenschaft. Mittels einer theoretischen Re- und Dekonstruktion der Humantranslation entwirft er am Szenario der radikalen Übersetzung eine Perspektive, in der die maschinelle Übersetzung zum genuinen Gegenstand translationswissenschaftlicher Forschung wird.

Rozmysłowicz lehrt in Wien

Tomasz Rozmysłowicz hat an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Germersheim Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft studiert. Er forscht und lehrt am Zentrum für Translationswissenschaft der Universität Wien und ist Mitherausgeber der translationshistorischen Zeitschrift Chronotopos.

Neue Schriftenreihe „Theoretische Translationsforschung“

Herausgeberinnen sind Prof. Dr. Dilek Dizdar und Prof. Dr. Lavinia Heller von der Universität Mainz. Die Reihe versteht sich als interdisziplinäres Forum für historische und gegenwartsbezogene translationstheoretische Forschung und ist offen für Untersuchungen

  • zur Reflexions- und Problemgeschichte der Translation,
  • zu den Grundlagen translationsbezogener Forschung in unterschiedlichen akademischen Diskursen,
  • zu klassischen translationsbezogenen Theorieansätzen und den historischen, sprachlichen und kulturellen Voraussetzungen ihrer Entwicklung,
  • zur Sprach- und Kulturgebundenheit gegenwärtiger translationstheoretischer Reflexionsstile und Begriffe und schließlich
  • zur Entwicklung neuer theoretischer Perspektiven und begrifflicher Formulierungsmöglichkeiten für die Thematisierung und Problematisierung aktueller Translationsphänomene.

Es sollen sowohl Monographien als auch Sammel- und Tagungsbände sowie Übersetzungen translationstheoretischer Texte erscheinen.

Bibliografische Angaben

  • Tomasz Rozmysłowicz (2020): Übersetzungsmaschinen – Ein translationstheoretisches Problem. Berlin: Frank & Timme. Band 1 in der Reihe „Theoretische Translationsforschung“. Mit ausführlichen Zusammenfassungen in englischer Sprache. 522 Seiten, 79,80 Euro, ISBN 978-3-7329-0384-9.
  • Inhaltsverzeichnis als PDF-Datei

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