Chronotopos 1&2/2021 mit Schwerpunktthema Translation im Zweiten Weltkrieg erschienen

Raum und Zeit
Translationswissenschaft in Abhängigkeit von Raum und Zeit - ein spannendes Beschäftigungsfeld. - Bild: PIRO4D / Pixabay

Vor Kurzem ist eine neue Ausgabe von Chronotopos erschienen, der dreisprachigen digitalen Zeitschrift für Translationsgeschichte. Es handelt sich um eine 286 Seiten starke Doppelnummer, die erstmals ein Fokusheft ist.  Mehrere Beiträge beschäftigen sich mit dem Thema Übersetzen und Dolmetschen im Zweiten Weltkrieg.

Für den verspäteten Erscheinungstermin entschuldigen sich die Herausgeber im Vorwort:

ChronotoposDass Wissenschaft nicht nur epistemische Voraussetzungen für pandemiepolitische Entscheidungen schafft, sondern auch von ihnen betroffen ist, bedarf wohl keiner weiteren Erläuterung. Verschiebungen oder Absagen von Vorträgen, Tagungen, Publikationen, Sommerschulen und Unterbrechungen von laufenden Forschungsprojekten sind jedem, der Wissenschaft als Beruf betreibt, aufs Lästigste vertraut.

Auch die Herausgabe dieser Zeitschrift konnte sich den veränderten Umständen nicht entziehen. Erscheinen die beiden Hefte eines Jahrgangs unter normalen Bedingungen separat, so sahen die Herausgeberinnen sich gezwungen, sie erst Ende des Jahres als Doppelheft zu veröffentlichen. Zu einer „neuen Normalität“ soll diese Ausnahme aber nicht werden.

Inhalt Chronotopos 1&2/2021

  • Im Fokus: Translation im II. Weltkrieg
  • Focusing on: Translation in World War II

Artikel

  • Spencer Hawkins: The English of Exile. The Cultural and Linguistic Self-Translations of German-speaking Philosophers During and After World War II.
  • Christine Lombez: Writing under constraint in war time: literary translation in France during the German Occupation (1940-44).
  • Carsten Sinner: On Oral History in Translation and Interpreting Studies.
  • Anthony Pym: Trust-based translation history: Guideline questions and an illustration
  • Xenia Wenzel: Von Gender Trouble zu Translation Trouble. Übersetzungsprozesse poststrukturalistischer feministischer Theorie zwischen dem angloamerikanischen und deutschsprachigen Wissenschaftsraum
  • Diego Stefanelli: Übersetzer-Leser-Interaktion in den wissenschaftlichen Übersetzungen des 18. Jahrhunderts: Der Fall der Viaggi alle due Sicilie von Lazzaro Spallanzani

Dokumente der Translationsgeschichte

  • Larisa Schippel: Zwischen Konsens und Entgrenzung: Zur Transkulturalität des kommunikativen Handelns.
  • Larisa Schippel (Übersetzung Kate Sturge): Between Consensus and the Dissolution of Boundaries: On the Transculturality of Communicative Action

Rezensionen

  • Andreas Gipper: Ein Meilenstein der historischen Übersetzungsforschung: Banoun, Bernard; Poulin, Isabelle & Chevrel, Yves (Hg.) (2019): Histoire des traductions en langue française. vol. IV: XXe siècle (1914-2000). Paris: Verdier.
  • Larisa Schippel: Wie europäisch ist die Europäische Übersetzungsgeschichte? Albrecht, Jörn & Planck, Iris (2018): Europäische Übersetzungsgeschichte. Tübingen: Narr/Francke/Attempto
  • Julia Richter: Chalvin, Antoine; Muller, Jean-Léon; Talviste, Katre & Vrinat-Nikolov, Marie (eds.) (2019): Histoire de la Traduction Littéraire en Europe Médiane. Des Origines à 1989. – Rennes: Presses Univeristaires de Rennes.
  • Xuhua Tang: Rizzi, Andrea; Lang, Birgit & Pym, Anthony (2019): What is Translation History? A Trust-Based Approach. Cham: Palgrave Macmillan.

Konferenzberichte

  • Tomasz Rozmysłowicz: Tagungsbericht: Übersetzernachlässe in globalen Archiven, Deutsches Literaturarchiv Marbach (25.- 27.11.2019).

Über Chronotopos

Chronotopos dient Wissenschaftlern als Plattform für Veröffentlichungen. Forschungsergebnisse sollen einer breiteren Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht werden und so den Informationsaustausch und Dialog zwischen wissenschaftlichen Disziplinen sowie zwischen Theorie und Praxis fördern.

“Den Aspekt des Raum-Zeit-Gefüges in der Translationsgeschichte im Speziellen, aber damit für die gesamte Translationswissenschaft zu beleuchten, ist programmatisch für Chronotopos”, hieß es 2019 in einem einleitenden Artikel der ersten Ausgabe.

Deshalb ist der Zugang nach dem Open-Access-Prinzip bewusst für jedermann ohne Registrierung und Anmeldung kostenfrei möglich. Alle Ausgaben können insgesamt als PDF-Datei online gelesen oder heruntergeladen werden. Wer sich nur für bestimmte Beiträge interessiert, kann diese aber auch einzeln aufrufen und speichern.

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red