Chinesisch-Dolmetscher Dr. Feng Guoqing überraschend in Wien verstorben

Dr. Feng Guoqing
Dr. Feng Guoqing dolmetscht 2016 auf einer Veranstaltung des Konfuzius-Instituts Wien. - Bild: Konfuzius-Institut Wien

Mitte März 2021 ist überraschend Dr. phil. Feng Guoqing im Kreis seiner Familie in Wien gestorben. Wie das Boulevard-Blatt Kronen-Zeitung meldet, soll er eine Corona-Infektion erlitten haben. „Seine Angehörigen verstehen nicht, dass er nicht im Spital aufgenommen wurde“, so die Zeitung.

Der Top-Dolmetscher war seit 25 Jahren auf höchster diplomatischer Ebene unter anderem für den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping und die österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer und Alexander Van der Bellen sowie auch für Außenministerin Kneissl und Kanzler Kurz im Einsatz.

Dr. Feng war gerichtlich beeideter Dolmetscher und Mitglied des Berufsverbandes Universitas Austria. Er war sowohl als Gerichtsdolmetscher und Urkundenübersetzer als auch für Auftraggeber aus der Wirtschaft als Konferenzdolmetscher auf internationalen Kongressen und Messen tätig. Darüber hinaus wirkte er auch als Universitäts-Lektor am Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Wien.

„Hinterlässt eine Lücke, die nicht geschlossen werden kann“

Richard Trappl, Leiter des Konfuzius-Instituts an der Universität Wien, verleiht seiner Trauer in einer Stellungnahme auf YouTube Ausdruck:

Mit großer Bestürzung haben wir vom plötzlichen Ableben von Herrn Dr. Feng Guoqing erfahren.

Herr Dr. Feng war mit unserem Konfuzius-Institut nicht nur seit mehr als einem Jahrzehnt freundschaftlich verbunden, sondern hat mit seinem bravourösen Dolmetschen viele unserer Veranstaltungen begleitet.

Feng Guoqing lebte seine stets so menschliche und sachbezogene Persönlichkeit im interkulturellen Dialog mit größter Kompetenz, Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit. Sein Tod hinterlässt in den österreichisch-chinesischen Communities eine Lücke, die nicht geschlossen werden kann. […]

War Dr. Fengs Berufsleben dadurch geprägt, seine Stimme im Dolmetschen anderen zu verleihen, so liegt nun sein Vermächtnis im Unausgesprochenen. […]

So präzise bis ins Atmosphärische seine Übersetzungen waren, so akribisch zuhörend und einfühlsam hinwendend, stellte er in aller Bescheidenheit seine Brückenfunktion in den Dienst der Sache: Vermittler zwischen Welten, Vermittler zwischen Kultur- und Sprachkreisen, Vermittler zwischen Menschen zu sein. […]

 

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Auf der Website des Verstorbenen sind 23 Fotos aus dessen Berufsleben zu sehen:

Richard Schneider

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