Barbara Hendricks ist neue Präsidentin des Europäischen Übersetzerkollegiums in Straelen

Claus Sprick, Barbara Hendricks
Der Alte und die Neue: Claus Sprick und Barbara Hendricks besprechen in der Bibliothek des EÜK Straelen die Einzelheiten der Amtsübergabe. - Bild: EÜK Straelen

Der Trägerverein des Europäischen Übersetzer-Kollegiums NRW in Straelen hat auf seiner Mitgliederversammlung im Mai 2021 die Bundespolitikerin Dr. Barbara Hendricks einstimmig zu seiner neuen Präsidentin gewählt.

Die aus dem niederrheinischen Kleve stammende Hendricks übernimmt das Amt von dem langjährigen Präsidenten Claus Sprick, der aus Altersgründen – er wird bald 75 – auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte.

Weltweit größtes Arbeitszentrum für Literaturübersetzer

Das EÜK ist das weltweit größte internationale Arbeits­zentrum für professionelle Literatur- und Sachbuch-Übersetzer und seit 1978 im niederrheinischen Straelen beheimatet. Jährlich beherbergt das Europäische Übersetzer-Kollegium über 500 Gäste aus rund 50 Ländern.

Hendricks scheidet im Herbst aus der Politik aus

Dr. Barbara Hendricks ist studierte Historikerin und Sozialwissenschaftlerin. Seit 1994 gehört sie dem Deutschen Bundestag an. Sie war parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Finanzen und später Bundesschatzmeisterin der SPD. Von 2014 bis 2018 war sie Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

Zu den Beweggründen für ihre Berufung schreibt der Trägerverein:

Hendricks ist aufgrund ihres breiten Erfahrungshintergrunds eine ausgewiesene Kulturpolitikerin, die mit großer Begeisterung und Engagement auswärtige Kulturpolitik betreibt, aufgeschlossen ist für andere Kulturen und als langjähriges aktives Mitglied im EÜK seine Arbeit bereits von Beginn an verfolgt, damals noch im Stab des NRW-Finanzministers Dr. Diether Posser.

Derzeit arbeitet Hendricks im Bereich der auswärtigen Kulturpolitik in zwei Bundestagsausschüssen mit. Im Herbst wird sie sich aus der Bundespolitik zurückziehen.

Im Februar dieses Jahres wurde sie für ihr ehrenamtliches Engagement in den unterschiedlichsten Bereichen mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

Sprick engagierte sich 30 Jahre für das Übersetzer-Kollegium

Claus Sprick ist Mitbegründer des Europäischen Übersetzer-Kollegiums und wurde 1990 dessen Präsident.

Er übersetzt aus dem Französischen und Englischen, u. a. Werke von Saki, Belloc, Simenon, Benoziglio und Flaubert. Der in Bochum lebende Richter im Ruhestand hat darüber hinaus auch Asterix-Bände ins Ruhrdeutsche übertragen, z. B. Zoff im Pott und Asterix sein Ulligen.

Als studierter Jurist war Sprick von 1994 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2009 Richter am Bundes­gerichtshof, seit 2004 als Stellvertretender Vorsitzender des XII. Zivilsenats. Durch seinen juristischen Sachverstand war er eine große Stütze beim Aufbau und der Weiterentwicklung des EÜK.

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