TRANSLATA IV: Uni Innsbruck organisiert vierte Konferenz zur Translationswissenschaft

Das Institut für Translationswissenschaft (INTRAWI) der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck richtet vom 20. bis 22. September 2021 die vierte Ausgabe der triennalen Innsbrucker Konferenz zur Translationswissenschaft aus.

Alle, die auf der TRANSLATA IV einen Vortrag halten möchten, werden gebeten, bis zum 18. Juli 2021 eine inhaltliche Zusammenfassung von maximal 300 Wörtern Länge einzureichen.

Die Arbeitssprache der Konferenz ist Deutsch. Es sind jedoch auch Beiträge auf Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch oder Russisch willkommen.

Konferenzreihe wurde 2011 ins Leben gerufen

Die TRANSLATA-Konferenzreihe zählte seit Beginn 2011 zu den weltweit größten Konferenzen der Translationswissenschaft. Sie widmet sich der translatologischen Grundlagenforschung und verfolgt vor allem das Ziel, das professionelle Übersetzen und Dolmetschen als zentralen Gegenstand der Translationswissenschaft wieder in den Brennpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken.

Die diesjährige TRANSLATA ist ihrem Gründervater Prof. i. R. Lew N. Zybatow gewidmet, der 2021 seinen 70. Geburtstag feiert.

Leitthema „Zukunftsperspektiven in der Translationswissenschaft“

Das Motto der TRANSLATA IV, „Zukunftsperspektiven in der Translationswissenschaft“, soll das steigende Interesse an den rasanten Entwicklungen im Zeitalter der Digitalisierung signalisieren, die die Translationspraxis seit einigen Jahren stark verändern. Diese Änderungen stellen auch die Translationswissenschaft vor die Frage, wie sie auf diese Entwicklungen reagieren kann und soll.

Die Konferenz bietet allen, die sich mit Translation theoretisch, praktisch, didaktisch und kommerziell befassen, ein Forum, um aktuelle Fragen und Probleme der Translation und der Ausbildung von Übersetzern und Dolmetschern zu diskutieren.

Im Mittelpunkt der Konferenz stehen grundlegende theoretische und aktuelle angewandt-praktische Fragestellungen zu den folgenden Forschungsbereichen:

1 Translationswissenschaft und Linguistik

Bereichsleitung: P. ten Hacken, L. Giacomini, R. Panocová

In der Translation wird immer mit Sprache gearbeitet. Dabei fällt die Sprache vor allem dann auf, wenn Ausgangssprache und Zielsprache sich nicht decken. Es geht dann einerseits um Wörter, die keine genauen Entsprechungen in der Zielsprache haben, andererseits um unterschiedliche syntaktische Gegebenheiten, durch die der Grad an Spezifikation zwischen den Sprachen variiert.

Außerdem ist die Terminologie ein Forschungsbereich, der bei der sprachlichen Ausgestaltung der Übersetzung eine spezielle Rolle spielt, da hier Standardisierung eingesetzt wird, um eine eindeutige Kommunikation zu ermöglichen. Beiträge zum kontrastiven Sprachvergleich und zur Terminologie stehen folglich im Mittelpunkt des Bereichs ,Translationswissenschaft und Linguistik‘.

2 Translationswissenschaft und Kognition

Bereichsleitung: A. Trklja

Dieser Bereich der TRANSLATA umfasst Themen, die sich mit den kognitiven Aspekten des Übersetzens und des Dolmetschens befassen. Besonders willkommen sind Beiträge, die nachfolgende Themen berücksichtigen: sozio-kognitive Prozesse beim Übersetzen und Dolmetschen, deklaratives und prozedurales Wissen beim Übersetzen und Dolmetschen, strukturelles Priming, kognitive Kompetenzen und Fähigkeiten beim Übersetzen und Dolmetschen, kognitive Semantik und ihre Bedeutung in der Übersetzungswissenschaft, syntaktische Verarbeitung in den bilingualen Sprachproduktionsmodellen, Translation und psycholinguistische Forschungsmethoden, Triangulationsansätze in der kognitiven Übersetzungswissenschaft.

3 Translationswissenschaft und Technologie

Bereichsleitung: P. Sandrini, A. Trklja, A. M. Mor

In diesem Bereich der TRANSLATA finden all jene Beiträge Aufnahme, die sich mit Entwicklung, Anwendung, Evaluierung und Einsatz von Translationstechnologie sowie ihrem Einfluss auf Translation beschäftigen. Dazu zählen beispielsweise (aber nicht erschöpfend) folgende Themen: Remote Interpreting (RI), Remote Simultaneous Interpreting (RSI), Telefondolmetschen, Videodolmetschen, Webcast-Dolmetschen, computergestütztes Dolmetschen, korpusbasierte Dolmetschwissenschaft, Sprachtechnologie, Post-Editing (PE), Erstellen und Annotieren von Übersetzungskorpora, Datenaustausch, Datenformate, korpusbasiertes Übersetzen, mehrsprachiges Korpusmanagement, Lokalisierung (Software, Websites, Videogames), Data Mining, kollaborative Translation, internetbasierte Translationsanwendungen, Technologie im Bereich AV-Translation, neuronale und statistische Maschinenübersetzung, Training maßgeschneiderter Maschinenübersetzungssysteme, Korpora für MT, KI in der Translation.

4 Translationswissenschaft und Kulturwissenschaft

Bereichsleitung: W. Pöckl, A. Gipper

Kulturwissenschaft ist seit mehreren Jahrzehnten eine integrierende Komponente in der Ausbildung von Übersetzern und Dolmetschern. Die theoretischen Grundlagen und Konzepte sind aber zu einem großen Teil aus anderen Disziplinen importiert worden, was dem Selbstverständnis der Translationswissenschaft als Interdisziplin durchaus entspricht. Umgekehrt hat sich die translationsbezogene Perspektive für viele andere Disziplinen aus Geistes- und Kulturwissenschaften als überaus produktiv erwiesen.

In letzter Zeit findet die Theoriebildung jedoch auch innerhalb des Fachs und unter konsequenter Berücksichtigung fachspezifischer Perspektiven statt. Diese Entwicklung soll im Bereich ‚Translation und Kulturwissenschaft‘ dokumentiert werden, und zwar anhand der folgenden Leitfragen: Welche Rolle spielen die Kulturwissenschaften in der Lehre, Praxis und Theorie der Translation? Und welche Fragestellungen und Arbeitsfelder prägen aktuell bzw. werden eine kulturwissenschaftlich orientierte Translationsforschung zukünftig prägen?

5 Translationswissenschaft und Didaktik

Bereichsleitung: A. Schmidhofer, M.A. Recio Ariza

Der Bereich ‚Translationswissenschaft und Didaktik‘ umfasst Beiträge zu unterschiedlichen Aspekten der Ausbildung angehender Translatoren. Dazu gehören neben dem Kompetenzerwerb im Übersetzen und Dolmetschen in seinen verschiedenen fachlichen Ausrichtungen und Modalitäten auch andere anwendungsorientierte Bereiche wie die translationsorientierte Sprachausbildung oder der Erwerb technologischer Kompetenzen sowie die Konzeption von eher wissenschaftlich-theoretisch ausgerichtetem Unterricht. Besonders erwünscht sind innovative Unterrichtskonzepte, Erfahrungsberichte zur Umsetzung solcher Konzepte sowie empirische Didaktikforschung.

6 Translationswissenschaft und Wirtschaft

Bereichsleitung: P. Sandrini, U. Wienen

Der Bereich ‚Translation und Wirtschaft‘ versucht Beiträge zu bündeln, die sich einerseits mit der Integration der Translation in Wirtschaft, Industrie und Handel beschäftigen, andererseits aber auch die Frage der ökonomischen Gestaltung von Translation zum Thema haben.

In den ersten Teil fallen somit Fragen zur Zukunft des Übersetzens und des Übersetzerberufes aus ökonomischer Perspektive: Anforderungen der Auftraggeber, Art der anzubietenden Dienstleistung (beispielsweise neue Formen wie Post-Editing, Lokalisierung, kontrollierte Sprache usw.), Berufsprofile, Verdienstmöglichkeiten, neue Formen von Abrechnungsmodellen u. v. m.

Der zweite Teil betrifft die Effizienz und Organisation von Translation in möglichst optimaler und damit wirtschaftlich sinnvoller Weise in Institutionen, Organisationen und Unternehmen, wozu natürlich auch ein gewisser Grad an Automatisierung notwendig erscheint.

Übergreifend kann Translation aus ökonomischer Perspektive in einem Übergang von der reinen Produktion zur unterstützenden Beratung gesehen werden, um dadurch von einer utilitaristischen Betrachtungsweise der Translation hin zu einem partnerschaftlich- funktionellen Modell zu gelangen.

Innsbruck
Die Annasäule in der Innsbrucker Altstadt. – Bild: 13059700 / Pixabay

Entscheidung über Austragung vor Ort oder online fällt im September

Die Konferenzorganisatoren sind bemüht, zumindest einen Teil der Konferenz in Präsenz abzuhalten, die Entscheidung kann jedoch erst Anfang September getroffen werden, nachdem die Teilnehmerliste sowie die Anzahl der Personen pro Sektion, die eine Abhaltung in Präsenz bevorzugen, vorliegen. Darüber hinaus muss die Entscheidung im Einklang mit den geltenden Pandemie-Bestimmungen stehen.

Aufruf zur Einreichung von Beiträgen bis 18. Juli

Alle, die auf der Konferenz einen Vortrag halten möchten (20 Minuten plus 10 Minuten Diskussion), werden gebeten, sich bis zum 18.07.2021 zu registrieren und eine Zusammenfassung (max. 300 Wörter) hochzuladen. Das wissenschaftliche Komitee entscheidet nach Begutachtung bis zum 15.08.2021 darüber, welche Vorschläge in das Konferenzprogramm aufgenommen werden.

Günstige Teilnahmegebühr von 50 Euro

Die reguläre Teilnahmegebühr für die dreitägige Konferenz beläuft sich auf 50,00 Euro, für Studierende auf 25,00 Euro. Angehörige der Innsbrucker Universität nehmen kostenlos teil.

Innsbruck, Berge
Die Organisatoren sind bemüht, die Konferenz überwiegend vor Ort in der Hauptstadt des Bundeslandes Tirol auszurichten. Zur Not ist sie aber auch online durchführbar. – Bild: geopolychron / Pixabay

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Weiterführende Links

Lisa Lanthaler / Organisationskomitee der TRANSLATA IV