Warum berichtet UEPO.de nicht über die aktuellen BDÜ-Querelen?

BDÜ
Bild: UEPO

Seit Monaten verfolgen Mitglieder und Außenstehende mit zunehmendem Entsetzen die gegenwärtigen Querelen innerhalb des BDÜ, die den Verband – wieder einmal – zu sprengen drohen.

Die Streitereien der Funktionäre erinnern an die 1990er Jahre, als drei Landesverbände den Bundesverband verließen. Diesmal soll ein Landesverband aus dem Bundesverband ausgeschlossen werden.

Viele fragen sich, warum UEPO.de nicht darüber berichtet.

Bislang interne Angelegenheit, die hoffentlich intern beigelegt wird

Bislang ist das eine interne Angelegenheit des Verbandes und nicht nur ich hege die Hoffnung, dass sie intern beigelegt wird, bevor es zum Äußersten kommt.

Falls das Schreckensszenario einer Abspaltung Wirklichkeit werden sollte, hätte das aber negative Auswirkungen auf die Branche insgesamt. Spätestens dann fiele auch meine Hemmung, die Vorgänge öffentlich zu machen.

Nach meinem Eindruck haben in dieser Angelegenheit alle Beteiligten gravierende Fehler gemacht, sodass eindeutige Schuldzuweisungen kaum möglich sind. Durch eine fortlaufende Eskalation hat man sich in eine Situation hineinmanövriert, aus der ein Ausweg kaum noch möglich scheint, zumal sich alle Seiten im Recht wähnen.

BDÜ-Querelen der 1990er Jahre als Mahnung

Ich selbst habe die Querelen der 1990er Jahre als damaliger Beauftragter des Bundesvorstands für das erste Online-Forum des BDÜ („BDÜ-Mailbox“) und späterer Mitbegründer der ATICOM hautnah miterlebt. (Die ATICOM entstand aus dem ehemaligen BDÜ-Landesverband Nordrhein-Westfalen.)

Gerade aus der Erfahrung der damaligen Schlammschlachten, Intrigen und Indiskretionen halte ich es für angezeigt, diesmal Zurückhaltung zu üben, um nicht Öl ins Feuer zu gießen. Vielen BDÜ-Funktionären, die seit Monaten eine Eskalationsstufe nach der anderen zünden, scheint hingegen nicht klar zu sein, was hier auf dem Spiel steht.

Nötig wäre jetzt eine Waffenpause mit schrittweiser Deeskalation, auch wenn dies ohne Gesichtsverlust für manche Akteure kaum gelingen dürfte.

Und so bleibt vorerst nur die vage Hoffnung, dass die Beteiligten allmählich einsehen, dass die Einheit des Verbandes ein höheres Gut darstellt als kleinliche Rechthaberei und die Bezwingung verbandsinterner Widersacher.

Wie sagte Kurt Tucholsky einst: „Streitende sollten wissen, dass nie einer ganz Recht hat und der andere ganz Unrecht.“

Richard Schneider

Das GDolmG muss weg