Kreisverwaltung Rendsburg-Eckernförde schafft Gendersternchen wieder ab

Kreis Rendsburg-Eckernförde
Lage des Kreises Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein. - Bild: TUBS/GNU

Die Kreisverwaltung Rendsburg-Eckernförde schafft das Gendersternchen wieder ab, nachdem es erst sechs Wochen zuvor eingeführt worden war.

Die Bediensteten sollen zwar weiterhin „geschlechtergerecht“ formulieren, aber dabei keine unzulässigen Sonderzeichen verwenden, sondern die Regeln der deutschen Rechtschreibung einhalten. Das meldete die Schleswig-Holsteinische Landeszeitung am 22. Juni 2021.

Zur Begründung führt die Kreisverwaltung drei Aspekte an:

  1. Der Rat für deutsche Rechtschreibung rate als oberste Instanz der deutschsprachigen Länder von der Verwendung des Sternchens und anderer Zeichen wie dem Doppelpunkt und Mediopunkt ab.
  2. Das Gendersternchen besitze nur eine geringe Akzeptanz in der Gesellschaft.
  3. Das Gendersternchen diskriminiere alle, die nicht gut Deutsch sprechen und die Sprache noch lernen.

Die Mitarbeiter der Verwaltung sind nun angehalten, nach Möglichkeit „geschlechterneutrale“ Formulierung wie „Mitarbeitende“ statt „Mitarbeiter“ zu verwenden. Falls dies nicht möglich ist, sollen sowohl die männliche als auch die weibliche Form angeführt werden, also etwa „Bürgerinnen und Bürger“.

Mit diesem Schwenk habe man die Sprachregelungen des Kreises lediglich „dem gesellschaftlichen Diskurs angepasst“, so ein Vertreter des Kreises gegenüber der Zeitung. Die „geschlechtergerechte Kommunikation“ der Verwaltung werde fortlaufend evaluiert und an neue gesellschaftliche Entwicklungen angepasst.

Am 9. April 2021 hatte der Kreis hingegen auf seiner Website noch verlautbaren lassen:

Zum 01.05.2021 führt der Kreis Rendsburg-Eckernförde die geschlechtergerechte Sprache in der Verwaltung ein. Neben neutralen Formulierungen wird dann auch der Genderstern verwendet werden. Der Kreis fördert somit aktiv die Herstellung der Gleichbehandlung von Frauen, Männern und Personen, die im Personenstandsregister den Eintrag divers oder keinen Geschlechtseintrag haben.

Der Genderstern (oder auch Gendersternchen/Gender-Star) wurde letztes Jahr in den Duden aufgenommen. Dieses hat der Kreis Rendsburg-Eckernförde zum Anlass genommen, Regelungen für eine einheitliche geschlechtergerechte Sprache und Schreibweise zu entwickeln. Es ist ein umfangreicher Leitfaden entstanden, der den Beschäftigten zur Hilfestellung und Orientierung zur Verfügung gestellt wird.

rs

Das GDolmG muss weg