Premiere für den Prix Première: Karin Uttendörfer erste Preisträgerin

Prix Première
Bild: Prix Première

Erste Preisträger des neuen Literaturpreises Prix Première sind die in Frankreich lebende und auf Französisch schreibende Japanerin Ryoko Sekiguchi sowie ihre deutsche Übersetzerin Karin Uttendörfer. Ausgezeichnet wurde das Werk Nagori – Die Sehnsucht nach der von uns gegangenen Jahreszeit. Die Dotierung von 2.000 Euro geht zur Hälfte an die Autorin und die Übersetzerin.

Die Übergabe soll am 25. September 2021 im Deutsch-Französischen Kulturinstitut Tübingen im Rahmen des Tübinger Bücherfests (24.-26.09.2021) erfolgen.

Auch die Autorin ist eine versierte Übersetzerin

Ryoko Sekiguchi, 1970 in Tokio geboren, lebt seit 1997 als Lyrikerin, Autorin und Übersetzerin in Paris. Sie übersetzte u. a. Werke von Pierre Alferi, Atiq Rahimi, Jean Echenoz ins Japanische, sowie Yoko Tawada und Gôzô Yoshimasu, klassische japanische Dichtung und zahlreiche Mangas ins Französische. Seit 2003 schreibt sie selbst auf Französisch. Für Nagori gewann sie 2019 den Coup de coeur du prix Rungis des Gourmets 2019 und den Prix Mange, livre!

Karin Uttendörfer arbeitet als Übersetzerin, Autorin und Herausgeberin in Berlin und Paris. Zu den von ihr übersetzten Autoren gehören u. a. Marcel Aymé, Eric Hazan und Mathieu Riboulet. Für ihre Übersetzung von Jean-Baptiste Del Amos Tierreich war sie 2019 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Roman unternimmt eine literarische, kulinarische und kulturelle Reise

NagoriNagori, wörtlich „der Abdruck der Wellen“, bezeichnet in Japan die Wehmut der Trennung im Vergehen der Jahreszeit, Wehmut nach diesem letzten Genuss am Ende der Saison. Der Geschmack von Nagori ist der des bevorstehenden Abschieds und der Sehnsucht nach Wiederkehr.

Dieses verblüffende und im Wortsinne geschmackvolle Buch ist nicht nur eine Einladung, die kunstvolle Poetik und Küche Japans zu entdecken. Es hinterfragt auch die unterschiedlichen, unser Leben bestimmenden Zeitlichkeiten und stellt uns die Lebensmittel als eigenständige Wesen vor.

Die literarische, kulinarische und kulturelle Reise von Japan über Rom nach Paris zu großartigen Köchen, köstlichen Gerichten und unbekannten Zutaten ist eine kurze Ästhetik über die flüchtige Handschrift von Geschmäckern und Aromen in unseren Körpern und die Erinnerung in den Landschaften und nicht zuletzt in der Literatur.

Premiere – der Name ist Programm

Mit dem neuen Preis soll auf Werke von Autoren aufmerksam gemacht werden, die zum ersten Mal aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt werden.

Jahr für Jahr werden rund 1.000 Bücher aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt, darunter ca. 250 Romane. Aus diesen wurde von den Organisatoren zunächst eine Auswahl von zwanzig Titeln erstellt, die repräsentativ für die Vielfalt der neuen Stimmen in der französischen Literatur stehen.

Aus dieser Longlist schälte sich eine Shortlist von drei Werken des zeitgenössischen französischsprachigen Literaturschaffens heraus, die dem Publikum zur Abstimmung präsentiert wurde:

  • Nagori – Die Sehnsucht nach der von uns gegangenen Jahreszeit von Ryoko Sekiguchi, übersetzt von Karin Uttendörfer, erschienen bei Matthes & Seitz, Berlin.
  • Das wirkliche Leben von Adeline Dieudonné, übersetzt von Sina de Malafosse, erschienen bei dtv.
  • Aus der Deckung von David Lopez, übersetzt von Holger Fock und Sabine Müller, erschienen bei Hoffmann & Campe.

Mit den Finalisten wurden jeweils eineinhalbstündige Online-Gespräche geführt, die auf dem YouTube-Kanal des Deutsch-Französische Kulturinstituts Tübingen abgerufen werden können.

Französisch-deutsche Kooperation

Trägerschaft des Preises liegt gemeinschaftlich beim Deutsch-Französischen Kulturinstitut Tübingen, dem Bureau du livre des Institut français Deutschland, dem Verein der Freunde des Instituts Tübingen und der in Tübingen beheimateten Buchhandlungskette Osiander.

Institut français, rs

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