Nordischer Klang in Greifswald: Festival mit Literatur, Kunst und viel Musik aus Nordeuropa

Bild: Wally Pruß

Vom 6. bis 15. Mai verwandelt sich Greifswald im Rahmen des renommierten Festivals Nordischer Klang wieder zum Magneten für Freunde der nordeuropäischen Kulturen. Nach einer gelungenen Jubiläumsfeier im letzten Jahr, findet die diesjährige 31. Auflage des Festival wieder überwiegend als Open-Air-Veranstaltung statt.

Künstler präsentieren die Kulturen der nordeuropäischen Länder Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark, Island und Estland im Rahmen von Konzerten, Ausstellungen, Lesungen und weiteren von insgesamt rund 40 Veranstaltungen.

Der Nordische Klang steht unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, und der Ministerin für Kultur und Gleichstellung des Königreiches Norwegen, Anette Trettebergstuen. Zur feierlichen Festivaleröffnung am 6. Mai haben sich neben Botschaftern und weiteren diplomatischen Vertretern der beteiligten Länder auch Mitglieder der Landesregierung und des Landtags angekündigt.

„Schon jetzt spüren wir, dass sich der Stellenwert und die Anziehungkraft des Festivals unter Gästen und Kulturschaffenden in den Ausnahmejahren nicht verringert hat; ganz im Gegenteil“, stellt Festivalleiter Prof. Dr. Marko Pantermöller für das gesamte Festivalteam fest.

Stefan Moster
Stefan Moster stellt einen von ihm übersetzten finnischen Roman vor. – Bild: Mathias Bothor

Übersetzerlesung, Kunstausstellungen, Filmvorführungen

In der Museumswerft im Greifswalder Hafen präsentiert Literaturübersetzer Stefan Moster den Roman Im Saal von Alasto des finnischen Autors Volter Kilpi.

Jana Semrau zeigt in ihrer Ausstellung Nocturne Bildkunst zu Edith Södergrans modernistischer finnlandschwedischer Lyrik aus den 1910ern.

Im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg findet eine internationale Tagung zur Frage nach der Säkularisierung in den skandinavischen Literaturen um 1900 statt. In diesem Rahmen wird zu einem öffentlichen Vortrag mit dem Berliner Soziologen Hans Joas eingeladen. Sein Thema: Was kommt nach der Säkularisierungsthese? Religiöse und säkulare Quellen des Menschheitsethos.

Marcel Krueger stellt sein Buch Island: Eine Insel und ihre Bücher vor. Die Autorin Sanne Jellings liest aus ihrem historischen Roman Ein Dänischer Winter über die dänische Schriftstellerin Karen Blixen.

Eindrücke von Norwegen erwarten Besucher des Pommerschen Landesmuseums im Zuge der Kunstpause mit Dr. Sabine Lindqvist.

Als Filmhighlight des Festivals zeigt das CineStar die Komödie Der schlimmste Mensch der Welt, die in diesem Jahr gleich zweimal für den Oscar nominiert wurde.

Besonders für junge Besucher des Festivals zeigt das KinderKino Käpt’n Säbelzahn und der Schatz von Lama Rama, auch ein Vorlesen ist geplant und Maja Nielsen hält eine interaktive Lesung über die Wikinger.

Sascha Zachhuber
Sascha Zachhuber präsentiert Fotografien der Åland-Inseln.

Schwerpunkt Ålandinseln

Ein besonderer Fokus des Nordischen Klangs liegt auf den Ålandinseln, die dieses Jahr ihre 100-jährige Autonomie feiern.

Zu Kunst und Leben auf Åland spricht die Band Birdpeople. Eine Podiumsveranstaltung zu Sicherheits- und Identitätspolitik mit dem åländischem Friedensinstitut ist im Hinblick auf die aktuelle Weltlage hochbrisant.

Fotografische Eindrücke der Inseln stellt Sascha Zachhuber in seiner Ausstellung vor.

D'Sound
Die norwegische Gruppe D’Sound soll ein Geheimtipp sein. – Bild: Christoffer Krook

Musik von Sibelius bis D’Sound

Die beiden Acts des diesjährigen Eröffnungskonzerts kommen aus dem Schirmherrenland Norwegen. Three Souls füllen, inspiriert von den Groove Roots der 70er, den Innenhof des Universitätshauptgebäudes mit detailreichem, rythmisch- funkigem Groove.

Die Band ISÁK spielt urbanen Pop. Die englischen und samischen Texte von Frontfrau und Aktivistin Ella Marie Hætta Isaksen – seit ihres Sieges bei der TV-Talentshow Stjernekampen ist sie in Norwegen ein sehr bekannter Star – drehen sich um Klima, Umwelt und Rassismus.

Isabel Sörling
Isabel Sörling, die schwedische Janis Joplin. – Bild: Viktor Freidlitz

Mit Isabel Sörling kommt die schwedische „Janis Joplin des Jazz“ (Stimme des Jahres 2021 bei den Victoires du Jazz) mit ihrer Pariser Band nach Greifswald, gefolgt von D’Sound aus Norwegen, deren Zusage für den künstlerischen Leiter Dr. Frithjof Strauss einer kleinen Sensation gleichkommt: „Seit 25 Jahren spielen D’Sound funky pop deluxe und innerhalb Deutschlands feiern sie ihr Bühnenjubiläum exclusiv in Greifswald. Mit Weltstars wie Macy Gray haben sie aufgenommen und ihre Produktion des Songs Beggin mit dem Hiphop-Duo Madcon resultierte in sagenhaften 250 Millionen Streams.“

Abgeschlossen wird das erste Festivalwochenende von Robert Zetterqvist & Quasimondo und Birdpeople von den Ålandinseln mit einem Abend voller Fusion Jazz und Alternative Pop/Scandinavian Kraut.

Aino & Miihkali
Aino & Miihkali kommen aus Finnland nach Greifswald. – Bild: privat

Das norwegische Duo Vardøg spielt unter dem Motto Die böse Liebesgicht barocke Lieder zum Thema Liebe als Krankheit. Im Genre Folktronic, einer Mischung aus Folk und Electronica, bewegt sich das finnische Duo Aino & Miihkali. Das Low-Fly Quintet aus Norwegen entführt das Publikum in die Goldene Ära des Swings.

Weiter im Programm geht es mit Stringflip aus Dänemark, die zeitgenössischen Nordic & Celtic Folk auf die Bühne bringen. Mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum war das Streichquartett 2021 bei den Danish Music Awards nominiert.

Happy Heartaches
Die Happy Heartaches aus Schweden spielen Bluegrass. – Bild: privat

Wundervoll emotional wird es mit den schwedischen Happy Heartaches, die die Konzertgäste mit flotten und sentimentalen Bluegrasssongs über Herz, Schmerz, Lust und Leid fesseln.

Östgötabandet
Auch der klassische Jazz kommt mit Östgötabandet aus Schweden nicht zu kurz. – Bild: Björn Dahlgren

Die Jazz-Nacht im Greifswalder Theater leitet das zweite und letzte Wochenende des Festivals ein. Neben dem Septett Östgötabandet (Schweden), das Kompositionen des bei uns für seine Musik zu den Astrid Lindgren-Verfilmungen berühmten Jazzmusikers Georg Riedel performen wird, treten OTOOTO (Dänemark) auf. Das dänische Quintett spielt Indie Jazz mit Neosoul/R&B-Groove-Elementen.

Gleich drei Acts aus dem Norden Europas kann das Publikum beim Abschlussfest am Samstag (14.5.) erleben: Mit Whatclub von den Ålandinseln stehen vier Vollblutmusiker auf der Bühne und swingen leidenschaftlichen Gipsy Jazz.

Lexsoul Dancemachine
Lexsoul Dancemachine aus Estland. – Bild: privat

Das Abschlussfest beendet Lexsoul Dancemachine, eine abgefahrene Boogie-, Disco- und Funktruppe aus Estland, die bekannt dafür ist, mit ihren treibenden Songs ordentlich Power auf die Bühne zu bringen.

Auch ein gemeinsames Konzert der Musikschulen der Partnerstädte Greifswald und Lund findet statt und das Universitäts-Sinfonieorchester Greifswald unter Leitung von UMD Harald Braun spielt ein finnisches Konzert u. a. mit der 2. Sinfonie von Jean Sibelius im Greifswalder Dom.

Mallgirl
Mall Girl aus Norwegen unterhält mit fesselnden Popsongs, die mit überraschenden Wendungen und intrikaten Gitarrenriffs gespickt sind. – Bild: Jonathan Vivaas Kise

Weiterführender Link

Jan Meßerschmidt / Universität Greifswald

Das GDolmG muss weg