Edelstahl und Kaviar: Eva Krack als Dolmetscherin zwischen Ost und West

Eva Krack
Eva Krack im Jahr 1988 als Dolmetscherin zwischen O. L. Sintschenko und Franz Josef Strauß. - Bild: Bayerische Staatskanzlei

„Ich habe, gemeinsam mit vielen anderen Kolleginnen und Kollegen, Brücken gebaut. Brücken der Verständigung, nicht nur zwischen zwei Sprachen, sondern zwischen zwei Welten“, schreibt Eva Krack in ihren beruflichen Lebenserinnerungen, die 2004 als Buch erschienen sind.

Im Vorwort weist sie darauf hin, dass sie kein zeitgeschichtliches Dokument à la Paul Schmidts Statist auf diplomatischer Bühne verfasst hat. Auf diplomatischer und politischer Bühne habe sie sich nur zeitweise und meist in Nebenrollen bewegt.

Meine „Bühnen“ – das waren die Wirtschaft, vor allem die Industrie, Messen und Ausstellungen, Kongresse und Konferenzen zu den verschiedensten Themen, und vieles andere mehr.

Ich habe als freiberufliche Dolmetscherin und Übersetzerin gearbeitet, und als Freiberufler, noch dazu mit der Arbeitssprache Russisch, kann man sich nicht auf ein Fachgebiet spezialisieren, man muss jeden Auftrag annehmen, egal aus welcher Branche er kommt.

Aber das war ja gerade das Interessante. Dieser Beruf ermöglicht Einblicke in so viele Bereiche des menschlichen Lebens wie kaum ein anderer, vergleichbar vielleicht nur mit dem des Journalisten. Man lernt dabei Menschen aus allen Bevölkerungsschichten kennen, von der Putzfrau bis zum Ministerpräsidenten, und häufig nicht nur von ihrer beruflichen Seite.

Und wenn man es dabei, wie das bei mir der Fall war, nicht nur mit zwei Sprachen, sondern damals, zu sozialistischen Zeiten, mit zwei diametral unterschiedlichen Welten ztu tun hat, dann gibt es einiges zu erzählen.

Genau das möchte ich tun: einfach erzählen, was man als Dolmetscher, und besonders als Dolmetscherin, in diesem Beruf so alles erleben kann.

Inhalt

  • Vorwort
  • Chruschtschow
  • Chruschtschows Schwiegersohn
  • „Chemie 1965 – die erste internationale Fachmesse in Moskau
  • „Sind Sie für den Frieden“? Sieben Monate in der Sowjetunion mit der deutschen Architekturausstellung
  • Die feuchtfröhliche Fischereimesse und das böse Ende danach
  • Agentin für besondere Aufträge
  • Die Persona non grata dolmetscht weiter
  • Breschnew
  • Russisches Erdgas kommt nach Bayern
  • Russisch-Dolmetscherin in New York
  • Das Kursker Stahlwerk oder das Wiedersehen mit den „Pellets“
  • Die Wolga stand in meinem Schicksalsbuch geschrieben
  • Glasnost und Perestroika
  • Mit Gerold Tandler als Staatsgast in Moskau
  • Franz Josef Strauß
  • Der bayerische Wirtschaftsminister Dr. August R. Lang – mein letzter Kunde
  • Präsident Havel – die größte Blamage meines Lebens
  • Die Brückenbauerin

Das Mädchen aus dem Böhmerwald

Eva Krack, geboren 1934 im Böhmerwald, lebte in Karlsbad und in Prag, 1960 kam sie nach München.

Sie studierte am Sprachen- und Dolmetscher-Institut (SDI) München, wo sie anschließend als Lehrerin, später als Leiterin der russischen Abteilung und stellvertretende Direktorin tätig war. Gleichzeitig arbeitete sie als freiberufliche Dolmetscherin in Deutschland und Russland.

In den letzten Jahren widmete sie sich intensiv dem Austausch von deutschen und russischen bzw. ukrainischen Studierenden. 1999 wurde ihr von der Wolgograder staatlichen Universität der Ehrendoktortitel verliehen.

Am 5. September 2014 ist sie im Alter von 80 Jahren verstorben.

Edelstahl und Kaviar

Bibliografische Angaben

  • Eva Krack (2004): Edelstahl und Kaviar – Dolmetscherin zwischen Ost und West. München: Verlag Christiane Unverhau. 228 Seiten, ISBN-13: 978-3923395156. Auf Amazon ansehen/bestellen.

rs

Das GDolmG muss weg