Paul-Celan-Preis 2022 geht an Ulrich Blumenbach für Übersetzung von Joshua Cohens „Witz“

Ulrich Blumenbach
Ulrich Blumenbach - Bild: Alexander Preobrajenski / DLF

Der vom Deutschen Literaturfonds alljährlich vergebene „Paul-Celan-Preis für herausragende Übersetzungen ins Deutsche“ geht in diesem Jahr an den in Basel lebenden deutschen Literaturübersetzer Ulrich Blumenbach. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.

Er erhält den Paul-Celan-Preis für seine nach Ansicht der Jury kongeniale Übersetzung des 2022 im Verlag Schöffling & Co. erschienenen Romans Witz des US-amerikanischen Schriftstellers Joshua Cohen.

„Außergewöhnliches Sprachkunstwerk“ auf 900 Seiten

Aus der Begründung:

Joshua Cohen: Witz
Die deutsche Ausgabe von „Witz“ erschien im Februar 2022 mit dem Namen des Übersetzers auf der Titelseite.

Ulrich Blumenbach ist seit langem für seine Anverwandlung von an die Grenzen der Übersetzbarkeit reichenden Werken englischsprachiger Autoren wie James Joyce, Jack Kerouac, Truman Capote, David Foster Wallace u. v. m. bekannt.

Mit Witz legt er ein außergewöhnliches Sprachkunstwerk vor, das in seinem Assoziationsreichtum und seiner Vielstimmigkeit dem Original um nichts nachsteht. Begeistert zeigte sich die Jury von der Virtuosität, mit der Ulrich Blumenbach sich auf den verschiedensten Stil- und Sprachebenen des Werkes bewegt, das auf über 900 Seiten lyrische, komische, surreale, in wuchtiger biblischer Sprache oder auf Jiddisch verfasste Passagen, Wortspiele, innere Monologe und vieles mehr in sich vereint.

Es ist ihm gelungen, dieses in der Geschichte des Holocaust und der jüdischen Kultur wurzelnde Meisterwerk in all seinen Facetten auf Deutsch lebendig werden zu lassen.

Jury und Preisübergabe

Der diesjährigen Jury gehörten an: Karin Betz, Ursula Gräfe, Patricia Klobusiczky, Christiane Körner und Ulrich Sonnenberg.

Der Preis soll am 28. November 2022 im Literarischen Colloquium in Berlin übergeben werden, zusammen mit dem „Großen Preis des Deutschen Literaturfonds“ und weiteren Auszeichnungen.

Für dasselbe Projekt bereits 2015 Zuger Übersetzer-Stipendium erhalten

Blumenbach hat 2015 bereits für dasselbe Projekt das mit 50.000 Schweizer Franken dotierte Zuger Übersetzer-Stipendium erhalten, den höchstdotierten Übersetzerpreis im deutschen Sprachraum.

Mit dem Preisgeld, das nicht nur dem Namen nach als Arbeitsstipendium konzipiert ist, wurde damals die langwierige Übersetzung finanziert. Die deutsche Ausgabe von Witz ist erst im Februar 2022 bei Schöffling erschienen.

DLF, rs

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