Preis der Leipziger Buchmesse 2023 in Kategorie Übersetzung geht an Johanna Schwering

Johanna Schwering
Auch die Gebärdensprachdolmetscherin bei der Direktübertragung im Netz freut sich über die Auszeichnung für Johanna Schwering. Im Hintergrund der Geschäftsführer der Leipziger Messe, Martin Buhl-Wagner, mit Urkunde und Blumenstrauß. - Bildschirmfoto

Endlich wieder Leipziger Buchmesse – endlich wieder eine Preisverleihung mit applaudierenden Gästen in der Glashalle und glücklichen Preisträgern auf der großen Bühne, deren Freude über die Auszeichnung man sehen und erleben kann.

Die siebenköpfige Jury hat am ersten Messetag die Preisträger gekürt. In der Kategorie Übersetzung wurde Johanna Schwering für ihre Übersetzung des Buches Die Cousinen (Las Primas) der argentinischen Schriftstellerin Aurora Venturini geehrt. Sie erhält 20.000 Euro.

In derselben Höhe sind die beiden anderen Kategorien dotiert: Belletristik und Sachbuch/Essayistik.

In der Begründung der Jury heißt es:

Schmuddelliese – Worte, die wir längst vergessen glaubten – zaubert Schwering wieder ans Licht oder führt neue ein, die noch nie gehört auf Anhieb einleuchten: Stilletümpel. Ihre Worte schaffen Atmosphären und lassen uns den Geruch der Großstadt, das Ozon und die Orangenblüte aus den Buchseiten herausriechen. Schwerings Übersetzung nimmt die Unverschämtheiten des Originals mutig auf und folgt den eigentümlichen Grammatikregeln des Originals sowie seiner besonderen Härte und seinem sprühenden Witz.

Ihr ist es mitzuverdanken, dass mit diesem fabelhaften Künstlerinnenroman erstmalig ein Buch der Argentinierin Aurora Venturini auf Deutsch vorliegt. Es mögen hoffentlich viele weitere, natürlich in der Übersetzung von Johanna Schwering, folgen.

Preis der Leipziger Buchmesse Kategorie Übersetzung
Oscar-Atmosphäre in der Glashalle der Leipziger Messe: Martin Buhl-Wagner zieht die Preisträgerin aus dem roten Umschlag für die Kategorie Übersetzung. – Bildschirmfoto

Johanna Schwering, 1981 geboren, arbeitet als freie Lektorin und Übersetzerin aus dem Spanischen und hat Lyrikbände von Maricela Guerrero und Legna Rodriguez Iglesias ins Deutsche übertragen. Ihre Übersetzung von Maricela Guerreros Gedichtband Reibungen erhielt 2018 eine Lyrik-Empfehlung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Stiftung Lyrik Kabinett und des Hauses für Poesie. Sie hat Lateinamerikanistik und Komparatistik studiert und lebt in Berlin.

Johanna Schwering
Schon als nach dem Öffnen des Umschlags bekannt gegeben wurde, dass der Preis für eine Übersetzung aus dem Spanischen vergeben wird, ging ein Strahlen über das Gesicht von Johanna Schwering. Denn damit konnte nur sie gemeint sein. – Bild: Stefan Hoyer (LBM)

Weitere Nominierte

Die übrigen in der Kategorie Übersetzung Nominierten waren:

  • Nicole Nau für Das Bett mit dem goldenen Bein – Legende einer Familie von Zigmunds Skujiņš (aus dem Lettischen)
  • Brigitte Oleschinski und Osman Yousufi für Grabtuch aus Schmetterlingen von Lina Atfah (aus dem Arabischen)
  • Antje Rávik Strubel für Wer hat Bambi getötet? von Monika Fagerholm (aus dem Schwedischen)
  • Katharina Triebner-Cabald für Vertraulichkeiten von Max Lobe (aus dem Französischen)

Über den Preis der Leipziger Buchmesse

Der Preis der Leipzig Buchmesse wird von einer siebenköpfigen Jury vergeben: Unter der Leitung von Insa Wilke haben Moritz Baßler, Anne-Dore Krohn, Andreas Platthaus, Maryam Aras, Shirin Sojitrawalla und Cornelia Geißler die Nominierten ausgewählt.

Die mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Auszeichnung ehrt seit 2005 herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung. Unterstützendd wirken der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig. Partner des Preises ist das Literarische Colloquium Berlin.

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