FI-DACH-Tagung „Sprache, Literatur, Kultur und Translation: Kontakte zwischen Finnland und dem deutschsprachigen Raum“

Schwäne
Grafisches Motiv aus dem ansprechend gestalteten Plakat der FI-DACH-Tagung 2024 in Greifswald. - Bild: Uni Greifswald

Das FI-DACH-Netzwerk organisiert am 4. und 5. März 2024 die 3. Internationale FI-DACH-Tagung zum Thema „Sprache, Literatur, Kultur und Translation – Kontakte zwischen Finnland und dem deutschsprachigen Raum“ an der Universität Greifswald.

Das Themenspektrum ist breit gefächert und umfasst sowohl disziplinäre als auch interdisziplinäre Vorträge, die Fragestellungen, Begrifflichkeiten und Methoden der Sprach-, Literatur-, Translations- sowie Kulturwissenschaften berühren. Eingeschlossen sind ebenfalls Beiträge zu didaktischen Fragen der deutschen bzw. finnischen Sprachvermittlung in Finnland bzw. im deutschsprachigen Raum ein.

Ziel der Tagungen ist es, einschlägige Forschungsvorhaben und/oder -ergebnisse zu präsentieren und zu diskutieren.

Netzwerk zur Erforschung der wechselseitigen kulturellen Beziehungen

FI-DACH ist ein internationales Forschungsnetzwerk, das die Erforschung der wechselseitigen kulturellen Beziehungen zwischen Finnland und den deutschsprachigen Ländern (Deutschland, Österreich und die Schweiz) vertieft und erweitert.

Interessenschwerpunkte des Netzwerks sind neben sprachlichen, literarischen und translatorischen Kontakten jegliche Formen des Kulturaustausches zwischen Finnland und den deutschsprachigen Ländern in Geschichte und Gegenwart.

Das Netzwerk setzt sich zum Ziel, interdisziplinäre Kooperationsprojekte zu schaffen, zu fördern und umzusetzen, in denen Fragen, Konzepte und Methoden der Sprach-, Kultur-, Literatur- und Translationsforschung innovativ kombiniert werden.

Die Aktivitäten sollen neue Perspektiven für die Erforschung der kulturellen Interaktion zwischen Finnland und dem deutschsprachigen Raum eröffnen und nicht zuletzt auch Interesse am Deutschlernen in Finnland und am Finnischlernen im deutschsprachigen Raum wecken.

Uni Greifswald gehörte einst zu Schweden-Finnland

Die Tagung findet an der 1456 gegründeten Universität Greifswald statt, die die älteste Universität Schweden-Finnlands war. Greifswald gehörte nach dem Dreißigjährigen Krieg von 1648 bis 1815 zu Schweden. Die Kulturen des Ostseeraums sind ein ausgewiesener Forschungsschwerpunkt der Universität.

Exkurs: Mit dem Westfälischen Frieden 1648 erhielt Schweden, das auf deutschem Boden fürchterlich gewütet hatte, die Herrschaft über ganz Vorpommern (Herzogtum Pommern-Wolgast) einschließlich der Insel Rügen bis hinunter nach Stettin sowie die mecklenburgische Stadt Wismar. Aus dieser Zeit stammt übrigens auch die bis heute gebräuchliche Redewendung „alter Schwede“.

Tagungsprogramm

3. März

  • Mäkelä, Tomi (Halle-Wittenberg): Der Fortbestand der deutschen Sprache im kompositorischen Wirken von Fredrik Pacius und dessen Einfluss bis heute
  • Järventausta, Marja (Köln): Suomi-Saksa: Die deutsch-finnische Kulturzeitschrift im Spiegel ihrer Zeit
  • Riikonen, Hannu (Helsinki): Die Blütezeit der Goethe-Rezeption in Finnland (1932-1949)
  • Segelke, Arne (Greifswald): … die wissenschaftliche Welt im Ausland erwartet, dass wir vor allen anderen dieses Forschungsfeld bearbeiten …: Otto Donner (1835-1909) als Orientalist und Finnougrist
  • Kolehmainen, Leena (Helsinki)^: Die deutsche Sprache in Finnland: Nur eine Sprache des Exporthandels oder auch etwas Anderes und mehr?
  • Grasz, Sabine (Oulu): Die Rolle von DACH-Varietäten in der Immigration
  • Acke, Hanna (Åbo), und Heikkola, Leena Maria (Tromsø): Language ideologies in language learning: L1 and L2 perspectives on Finnish and German
  • Kujamäki, Pekka (Graz): Dolmetschen am Ende der Welt: Die narrative Rolle von Dolmetschern in historischen Romanen des 21. Jahrhunderts
  • Giessen, Hans (Kielce), und Schirrmann, Petra (Reykjavik): Hella Wuolijoki und Bertolt Brecht: Ein punktueller, aber für die finnisch-deutschen Beziehungen entscheidender Literatur- und Kulturkontakt
  • Musäus, Thekla (Greifswald): Berlin in der finnischen Literatur: Fluchtort, Anker in die Vergangenheit, verrohte Großstadt?
  • Lenk, Hartmut (Helsinki): Fernsehnachrichten in Deutschland und Finnland: Ein medienkulturlinguistischer Vergleich ihrer Textsortenprofile

5. März

  • Kinnunen, Tuija (Tampere): Mehrsprachige COVID-19-Kommunikation in Finnland
  • Schierl, Frederike (Tampere): Ein Blick in die Zukunft der linguistischen Barriere-freiheit?: Ergebnisse einer Rezeptionsstudie von maschinell und human übersetzen Untertiteln im Deutschen und Finnischen
  • Patzelt, Mareen (Åbo/Turku): Lehren und Lernen von Lesestrategien: Eine Untersuchung der Einstellungen von L1- und L2-Lehrer*innen in Finnland
  • Salminen, Jutta (Greifswald): Enää pari tuntia Käärijän keikkaan! ‚Nur noch / *mehr ein paar Stunden bis zu Käärijäs Auftritt!‘: Inwiefern ist das finnische Adverb enää negativ-polar?
  • Posio, Ilkka (Turku, Greifswald): Die Wunde will nicht heilen – haava ei tahdo parantua: Das multifunktionale Verb tahtoa in finnischen Übersetzungen deutscher Texte
  • Schweitzer, Benjamin (Greifswald): Zum Problem der Übersetzung nichtterminologischer Lexik im fachsprachlichen Kontext: Ein Beitrag zur Fachtextpragmatik aus translatorischer Sicht
  • Triesch, Susanne (Leipzig): Sprachgebrauchswissen in der Übersetzung: Pragmatische Frames als Beschreibungsmodell
  • Wessel, Katri Annika (München): Sámischsprachige Elemente in Ann-Helén Laestadius’ Roman Varkaus und Das Leuchten der Rentiere: Ausschmückendes Lokalkolorit oder bedeutungs-tragende Verweise auf die sámische Kultur?
  • Rink, Christian (Helsinki): Das Finnlandbild in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur
  • Nick, Alina, und Schmitz, Dieter Hermann (beide Tampere): Vermittlung von Landeskunde am Beispiel eines finnischen und eines französischen DaF-Lehrbuchs: Unterschiede, Gemeinsamkeiten, Ursachen
  • Wagner, Doris (Turku), und Grasz, Sabine (Oulu): Humor auf Tierfriedhöfen? – Aber ja!
  • Bindrim, Yvonne (Greifswald): Geschlechtersensibler Sprachgebrauch: Analyse der Debatten über vier Sprachen
  • Pantermöller, Marko (Greifswald): angst(i), kitsch ~ kitsi, weltschmerz und andere – Jüngere deutsche Entlehnungen des Finnischen im Kontext usueller und normativer Integration
  • Linnasaari, Sanni (Turku), und Kolehmainen, Leena (Helsinki): Linguistic Landscapes im Ostseeraum: Transgressive Sticker in Greifswald und Turku

Weiterführender Link

red

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