Im Jahr 2024 sprachen in Deutschland 77 % der Bevölkerung in privaten Haushalten zu Hause ausschließlich Deutsch. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Internationalen Tages der Muttersprache am 21. Februar 2026 auf Basis von Ergebnissen des Mikrozensus mit.
Weitere 17 % waren mehrsprachig und nutzten neben Deutsch noch mindestens eine weitere Sprache. Unter diesen Mehrsprachlern war für gut ein Viertel (26 %) Deutsch die vorwiegend genutzte Sprache in den eigenen vier Wänden; knapp drei Viertel (74 %) verständigten sich hauptsächlich in einer anderen Sprache. Die übrigen 6 % der Bevölkerung sprachen zu Hause kein Deutsch, sondern ausschließlich eine oder mehrere andere Sprachen.

Türkisch wird nach Deutsch am häufigsten gesprochen
15,5 Millionen Menschen verständigten sich zu Hause vorwiegend oder ausschließlich in einer anderen Sprache als Deutsch. Dabei war Türkisch mit einem Anteil von 14 % die am häufigsten gesprochene Sprache. Auch Russisch (12 %) und Arabisch (9 %) wurde in Haushalten hierzulande vergleichsweise häufig gesprochen.
22 % der Einwanderer sprechen zu Hause ausschließlich Deutsch
Auch der überwiegende Teil der Menschen mit Einwanderungsgeschichte kommuniziert zu Hause auf Deutsch, häufig in Verbindung mit einer oder mehreren weiteren Sprachen. Von den 21,4 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte verständigten sich 22 % einzig und allein auf Deutsch. Gut die Hälfte (55 %) nutzte neben Deutsch noch mindestens eine andere Sprache.
Von diesen Mehrsprachlern unterhielt sich gut ein Fünftel (22 %) vorwiegend auf Deutsch, knapp vier Fünftel (78 %) vorwiegend in einer anderen Sprache.
23 % der Einwanderer sprechen zu Hause gar kein Deutsch
Knapp ein Viertel (23 %) der Menschen mit Einwanderungsgeschichte sprach zu Hause gar kein Deutsch.
Eine Person hat Einwanderungsgeschichte, wenn entweder sie selbst oder beide Elternteile nach 1950 nach Deutschland eingewandert sind.
Methodische Hinweise
Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung, bei der jährlich rund 1 % der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Alle Angaben beruhen auf Selbstauskünften der Befragten. Dargestellt sind Endergebnisse für das Berichtsjahr 2024. Die Ergebnisse beziehen sich auf die Bevölkerung in privaten Hauptwohnsitzhaushalten. Um aus den erhobenen Daten Aussagen über die Gesamtbevölkerung treffen zu können, werden die Daten an den Eckwerten der Bevölkerungsfortschreibung hochgerechnet.
Eine Person hat eine Einwanderungsgeschichte, wenn sie selbst oder beide Elternteile seit dem Jahr 1950 nach Deutschland eingewandert sind. Angaben zur im Haushalt vorwiegend gesprochenen Sprache werden seit 2017 im Mikrozensus erhoben. Der Mikrozensus gibt jedoch keine Auskunft darüber, wie gut die Befragten eine Sprache beherrschen oder welche Sprachen sie gegebenenfalls zusätzlich zu den im Haushalt vorwiegend gesprochenen Sprachen beherrschen. Die Ergebnisse beziehen sich nicht auf die Bevölkerung in Gemeinschaftsunterkünften, da für diese die gesprochene Sprache gemäß Mikrozensusgesetz (MZG) nicht erhoben wird.
Für die Eurobarometer-Erhebung wurden im Herbst 2023 EU-weit mehr als 26.000 Menschen gebeten, ihre Muttersprache zu nennen, das heißt ihre erste Sprache, die sie mit ihrer Familie oder zu Hause oder in ihrer Gemeinschaft sprechen.
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PM Statista
