Traumjob auf Zeit: Roland Martínez Vázquez ist Fußballdolmetscher bei Werder Bremen

Fußball
Bild: wsyperek / Pixabay

Seit Deutschland auch im Fußball nur noch Mittelmaß ist, kaufen die Vereine verstärkt im Ausland talentierte Kicker ein. Eines der wichtigsten Herkunftsländer deutscher Bundesligatorschützen ist Brasilien. Die von dort eingeflogenen jungen Burschen sprechen häufig weder Deutsch noch Englisch. Einige Vereine haben schon seit Jahren stets Brasilianer in ihren Reihen und stellen für ihre Hoffnungsträger eigens Dolmetscher ab.

Roland Martínez Vázquez (41) ist einer dieser Leibdolmetscher. Im Auftrag des SV Werder Bremen betreut er zurzeit den brasilianischen Torjäger Naldo (Ronaldo Aparecido Rodrigues, 23) – so wie zuvor schon Ailton, Claudio Pizarro, Roberto Silva und Gustavo Nery, wie die in Syke bei Bremen erscheinende Kreiszeitung berichtet.

Klaus Allofs, Sportdirektor von Werder Bremen, ist voll des Lobes: „Wir sind sehr zufrieden mit Herrn Martínez. Es ist auch sein Verdienst, dass sich Naldo sportlich so schnell hier eingefunden hat.“

Der Dolmetscher holt seinen Schützling schon morgens mit dem Auto zum Training ab, da dieser noch keinen deutschen Führerschein besitzt. Er steht den ganzen Tag über zur Verfügung, erteilt zweimal pro Woche Deutschunterricht und hilft, wenn es sein muss, auch in privaten Dingen. Diese Rund-um-die-Uhr-Betreuung ist nach Bremer Erfahrungen notwendig, damit die Spieler sich wohl fühlen und keine Missverständnisse entstehen.

Für Martínez Vázquez ist die Arbeit bei seinem Lieblingsverein Werder ein Traumjob auf Zeit. Denn irgendwann besitzen seine Schützlinge ausreichende Deutschkenntnisse oder kehren in ihre Heimat zurück. Dann kann er sich bis zum nächsten Brasilianer wieder um den Ausbau seines eigenen Übersetzungsbüros für Spanisch, Portugiesisch und Englisch kümmern.

Roland Martínez Vázquez ist übrigens waschechter Deutscher und wurde als Roland Podeschwik in Cuxhaven geboren. Vor drei Jahren heiratete er die Mexikanerin Adriana Martínez Vázquez und legte bei dieser Gelegenheit seinen „Bübchennamen“ ab.

Richard Schneider