Sprachbarrieren überwinden: Polizei wirbt um Einwanderer als Beamte

Die Polizei in Niedersachsen bemüht sich, Einwanderer für den Polizeidienst zu begeistern. Bei einem Infoabend in einer Stadthagener Schule beschrieb Oberkommissarin Daniela Kempa das Berufsbild und klärte über die Einstellungsvoraussetzungen auf.

Erwartet wird ein Abiturzeugnis. Außerdem müssen diverse Eignungstests absolviert werden. Die deutsche Staatsbürgerschaft ist entgegen einer weit verbreiteten Ansicht jedoch keine Voraussetzung für eine Polizeilaufbahn. Die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedsstaates genügt, und selbst Nicht-EU-Bürger sollen jetzt als Beamte gewonnen werden. Die Schaumburger Nachrichten schreiben zur Veranstaltung:

Als Gäste hatte Kempa drei Polizeikommissare mit Migrationshintergrund mitgebracht. Patricia Lanocha (25) stammt aus der Nähe von Breslau und kam 1988 nach Deutschland. „Da ich der polnischen Sprache in Wort und Schrift mächtig bin, werde ich bei der Polizei häufig als Dolmetscherin eingesetzt“, berichtete die Polizistin, die sich beim zentralen Kriminaldienst der Hamelner Polizeiinspektion auf Sexualdelikte, häusliche Gewalt und Kinderpornographie im Internet spezialisiert hat. Güngör Aksakalli hat türkische Eltern und ist in Salzgitter aufgewachsen. Bei der Polizeidirektion Hannover arbeitet er im Einsatz- und Streifendienst. Der aus Kasachstan stammende Heinrich Gerhardt (27) ist vor 18 Jahren nach Schaumburg gekommen und arbeitet bei der Polizei in Sulingen.

Kempa wünscht sich mehr Bewerber „mit Migrationshintergrund“, diese seien „ungemein hilfreich“, wüssten mehr über kulturelle Hintergründe und überwänden Sprachbarrieren.

[Quelle: Schaumburger Nachrichten, 2008-10-01. Bild: Polizei Niedersachsen.]

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