London: Generalstabsdolmetscher wegen Spionage verurteilt

Daniel James (geb. Esmail Gamassi), der als Dolmetscher für die Briten in Afghanistan auf höchster Ebene tätig war, ist vorgestern von einem Londoner Gericht der Spionage für den Iran für schuldig befunden worden.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der heute 45-Jährige während seiner Tätigkeit für den britischen General David Richards verschlüsselte E-Mails an den iranischen Militärattaché schickte. Diese sollen geheime Informationen über die Strategie und Taktik im Kampf gegen die Taliban enthalten haben, durch deren Weitergabe Menschenleben in Gefahr gewesen seien. Der General war 2006 und 2007 Oberbefehlshaber der 35.000 Personen starken ISAF-Truppen in Afghanistan.

James war als 17-Jähriger mit seiner Familie aus dem Iran nach England geflohen, als mit Khomeini die Islamisten an die Macht gelangten. Der sportbegeisterte junge Mann fand eine Anstellung als Anstreicher, war später Bodybuilder und Salsa-Tanzlehrer. Er trat der Territorial Army als Teilzeitsoldat mit Wochenendtraining bei. Irgendwann ließ er seinen Namen von Esmail Gamassi zu Daniel James ändern.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 suchte die britische Armee verzweifelt nach Dolmetschern für die afghanischen Landessprachen Paschtu und Dari, fand in ihren Reihen aber nur fünf Paschtu-Kundige. Da James Dari beherrscht, das mit dem Persischen verwandt ist, wurde er bei der Armee mit offenen Armen empfangen. Die Sicherheitsüberprüfung ergab keine Gründe zur Ablehnung. James galt als beispielhaft integriert und assimiliert.

Während des Gerichtsverfahrens stellte sich heraus, dass James zum Zeitpunkt der Tat umgerechnet 32.000 Euro Schulden hatte. Möglicherweise erlag er dadurch den Verlockungen der iranischen Seite.

Das GDolmG muss weg