Hohelied auf die Sprache

Der SprachverfuehrerThomas Steinfeld, Literaturchef der Süddeutschen Zeitung, zeigt in seinem Buch Der Sprachverführer. Die deutsche Sprache: was sie ist, was sie kann den Reichtum und die Schönheit und öffnet Ohren und Augen für die Lebendigkeit der deutschen Sprache. Er schildert die Eigenheiten und Möglichkeiten unserer Sprache. In seinem Buch über die Wortkunst-Forschung bietet der Redakteur eine Betrachtung von Grammatik, Stil und Literatur. Wie baut man einen gelungenen Satz? Welche Rolle spielen Klang und Rhythmus? Steinfeld unternimmt eine Reise in analytisch versierte Textlandschaften berühmter deutscher Autoren wie Franz Kafka, Thomas Bernhard oder Elfriede Jelinek.
Wer behauptet, die deutsche Sprache verflache, offenbart nur, dass er nichts liest. Es sei ein dumpfes Ressentiment. Gefährdet erscheint die deutsche Sprache nur insofern, als man sich um sie kümmern muss. Wenn sie nicht gepflegt wird, erstarrt sie in der Phrase.
Steinfeld sagt, was mit der Sprache geschieht und geschehen wird, “ist zu einer Angelegenheit des Unbehagens geworden”. Er bezieht sich dabei insbesondere auf die verschleiernde und phrasenhafte Sprache der Wirtschaft.

Man greife zu diesem Lobgesang auf die Sprache und dem, was sie alles vermag, von vermitteln und anrühren bis zu berauschen und erotisieren.

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Thomas Steinfeld. Der Sprachverführer. Die deutsche Sprache: was sie ist, was sie kann. ISBN: 978-3-446-23416-1. Hanser Verlag, München 2010, 270 Seiten, 17,90 Euro.

Thomas Steinfeld hat in der Süddeutschen einen ausführlichen Artikel über den “Service Point”, das “Meeting”, den Dativ statt Genitiv, die “Affensprache” und die deutsche Sprache geschrieben und erklärt, warum es sich mit dem Deutschen als Landessprache ähnlich verhält wie mit der ehelichen Treue.

[Text: Jessica Antosik. Quelle: Hanser Verlag, 10.09.2010. buchjournal. Heft 4/2010. Seite 44. Bild: Hanser Verlag.]