Afghanischer Geheimdienst soll Übersetzer gefoltert haben

Der aus Baden-Württemberg stammende Michael Leukert (27) war neun Monate, von Oktober 2004 bis Juli 2005, als Bundeswehrsoldat in Afghanistan. Seine Heimatzeitung hat vor Kurzem ein Gespräch mit ihm geführt. Darin heißt es unter anderem:

Leukert: Ich war in einem Infanterie-Bataillon. Deshalb mussten wir viele Patrouillen laufen. Wegen meiner guten Sprachkenntnisse habe ich auch als Englisch- und Französisch-Dolmetscher gearbeitet. Dadurch hatte ich Kontakt mit Soldaten anderer Nationen. Und ich habe Dokumente, Berichte und Vorträge übersetzt. […]

Hatten Sie Kontakt mit Einheimischen?

Leukert: Nur mit den Übersetzern. Zwei Übersetzer wurden einmal von den Feldjägern festgenommen. Sie sind verdächtigt worden, den Taliban über einen ungepanzerten Bus der Bundeswehr Informationen geliefert zu haben. Auf den Bus war 2003 ein Anschlag verübt worden. Dabei sind fünf Bundeswehrsoldaten gestorben. Später sind die Übersetzer dann an den afghanischen Geheimdienst übergeben worden. Es hieß, sie werden gefoltert. Ich habe mich mit den beiden gut verstanden, deshalb habe ich schon schlucken müssen, als ich das mit dem Foltern gehört habe.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Baden Online, 2010-11-05.]

Das GDolmG muss weg