Chinesisch ist Gastsprache der Expolingua 2010 in Berlin

ExpolinguaChinesisch ist Schwerpunkt der internationalen Sprachenmesse Expolingua, die am kommenden Wochenende in Berlin stattfindet. An drei Tagen bietet Deutschlands Messe für Sprachen und Kulturen Schnupperkurse in Chinesisch sowie ausführliche Informationen zur Sprache und Kultur Chinas. Als Aussteller vor Ort ist unter anderem die Organisation Hanban, Träger der Konfuzius-Institute in aller Welt, sowie das Chinesische Kulturinstitut Berlin. Veranstaltungsort der Expolingua ist das Russische Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin-Mitte.

Insgesamt präsentieren in diesem Jahr 175 Aussteller aus 25 Ländern ihre Angebote zum Thema Sprachenlernen und -lehren, unter anderem aus Argentinien, Großbritannien, Italien, Kanada, Neuseeland, Russland und Spanien. Begleitet wird die Expolingua von einem Vortragsprogramm mit rund 80 Präsentationen unter anderem zu Sprachreisen, Sprachkursen, internationalen Praktika, und Austauschprogrammen. Außerdem werden Minisprachkurse angeboten.

Expolingua 2008

Silke Lieber ist Projektleiterin der Expolingua Berlin. In dem folgenden Gespräch wirft sie einen Blick zurück auf mehr als zwei Jahrzehnte Expolingua:

Die Expolingua findet in diesem Jahr bereits zum 23. Mal statt, da lohnt sich ein Blick zurück. Was war denn der Anlass, diese Messe ins Leben zu rufen?
Silke Lieber: Die Idee zur Messe entstand vor 24 Jahren in Paris. Die Gründer der ICWE kooperierten zu diesem Zeitpunkt mit den Veranstaltern der Expolangues, Frankreichs bedeutendster Sprachenmesse. In Deutschland, so das Ziel, sollte etwas ähnliches entstehen: ein faszinierender Marktplatz für Sprachenvielfalt, für Sprachberufe und Kultur. Menschen mit Fremdsprachenkenntnissen steht die Welt offen, das wollten wir fördern. Und so begannen wir, eine eigene Messe zu gestalten, zunächst in Frankfurt, später, nach dem Fall der Mauer, in Berlin.

Wie entwickelte sich die Messe in den ersten Jahren?
Nach dem Zwischenspiel in Frankfurt startete die Expolingua Berlin 1992 in Berlin, im ehemaligen Ostteil der Stadt und von Beginn an war das Interesse mit über 20.000 Besuchern überwältigend. Die Stadt mit ihrer speziellen Mixtur, ihrer Offenheit und Internationalität bot uns genau die Umgebung, die wir uns wünschten. Wir merkten schnell: Mit unserem Angebot hatten wir hier ins Schwarze getroffen.

Was war am Standort Berlin so interessant?
Unsere Zielgruppen sind in Berlin alle vor Ort, Schüler, Studenten, Lehrer, Wissenschaftler von Hochschulen, die Berufsgruppe der Dolmetscher, Übersetzer und ein großes Laufpublikum mit Neugier und Lust auf Sprachen und Kulturen. Hinzu kommt: Berlin ist ein Besuchermagnet, was unserer Veranstaltung ebenfalls Zugkraft verleiht. Von dieser besonderen Vielfalt profitieren wir auch heute.

Hat sich die Expolingua Berlin in den vergangenen Jahren gewandelt? Wie hat sich die Sprachen- und Ausstellervielfalt entwickelt?
Natürlich ändert sich eine Messe über einen so langen Zeitraum. Das ist auch wichtig. Unser Publikum ist schließlich anspruchsvoll und so setzen wir immer wieder neue Akzente, um innovativ und spannend zu bleiben. Dass die Expolingua Berlin ein unverwechselbares Profil erhält, war von Anfang an unser Ziel. Neben den großen Weltsprachen – Englisch und Spanisch etwa, neuerdings auch Chinesisch – sollten bei uns auch die nicht so bekannten, kleineren oder gefährdeten Sprachgruppen eine Plattform erhalten. Dies hat über die Jahre zu einer sehr reizvollen Mischung geführt – inzwischen sind es über 30 Länder, die ihre Angebote hier vorstellen. Nischenanbieter sind auch immer mit dabei: zum Beispiel waren Aussteller zum Thema Mongolisch, Indianersprachen, Sorbisch und Esperanto zu Gast auf der Expolingua Berlin.

Wer kommt zur Messe? Gibt es einen typischen Besucher, einen typischen Aussteller?
Die Expolingua Berlin hat ein treues Stammpublikum, Lehrer etwa, die von unserem Angebot begeistert sind und mit verschiedenen Klassen immer wieder gerne zu uns kommen. Zudem kommen viele Studenten und Schüler, die auf dem Weg ins Ausland sind, ebenso wie Erwachsene auf der Suche nach Fortbildungen und Sprachkursen. Daneben hält uns ein interessiertes Fachpublikum aus der Reihe der Sprachberufe die Treue. Neue Zielgruppen, etwa die Gruppe der über 50-jährigen, sind uns natürlich auch wichtig.
Auf Ausstellerseite haben wir auch langjährige Partner, etwa den Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD), die Europäische Kommission, Generaldirektion Bildung und Kultur sowie renommierte Sprachschulen, Verlage und Universitäten.

Auf der Expolingua Berlin können sie nicht nur viele Aussteller treffen, man hat auch die Möglichkeit, an verschiedenen Fachvorträgen, Mini-Sprachkursen sowie am Kulturprogramm teilzunehmen. Wie kommen diese Angebote an?
Unser Fachprogramm ist in der Tat ein elementarer Baustein der Expolingua Berlin. Die Besucher sollen hier Antworten auf ihre Fragen, Anregungen und Hilfestellung erhalten – von versierten Fachleuten, die etwas von ihrer Sache verstehen. Und sie sollen mal in etwas Neues hineinschnuppern können, schnell ein paar Vokabeln Chinesisch lernen, witzige Lernformen kennen lernen. Das kommt sehr gut an, ebenso wie unser Kulturprogramm mit tollen Künstlern.

Expolingua Berlin 2010
19.–21. November 2010
Freitag bis Sonntag, 10–18 Uhr
Russisches Haus der Wissenschaft und Kultur
Friedrichstraße 176–179, 10117 Berlin
www.expolingua.com

[Text: ICWE. Quelle: ICWE. Bild: ICWE.]

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