TSV 1860 München verpflichtet Japanologe Kim Dämpfling als Begleitdolmetscher für Fußballer

FußballDer studierte Japanologe Kim Dämpfling wurde vom Fußballverein TSV 1860 München als Begleitdolmetscher und Eingewöhnungshelfer für den neuen japanischen Stürmer Yuya Osako verpflichtet.

Der in Nürnberg wohnende Dämpfling ist Sportkorrespondent für japanische Zeitungen und war im Auftrag der japanischen Sport-Zeitung Hochi Shimbun nach München gereist, um über Osakos Ankunft am Flughafen und seinen ersten Tag im Verein zu berichten.

Beim Warten am Flughafen kam er mit dem Spielerberater des Japaners ins Gespräch. Dieser ergriff die Gelegenheit beim Schopf und schlug Dämpfling den Vereinsverantwortlichen vor, die ihn vom Fleck weg als Leibdolmetscher einstellten.

Dämpfling hält einen Dolmetscher für Yuya Osako für erforderlich. Die Sprachbarriere sei „sehr groß“, zudem spreche Osako kaum Englisch. Japaner seien außerdem sehr in sich gekehrt und ruhig. „Da kann ein Dolmetscher am Anfang schon helfen“, so der Japanologe, der davon ausgeht, dass sein Job in München etwa ein halbes Jahr dauern wird. „Danach sollen die Spieler auf eigenen Beinen stehen können.“

Für Dämpfling kam das Angebot „ein wenig überraschend“. Allerdings besitzt er Erfahrung als Fußballdolmetscher. Schon 2012 half er bei einem Frankfurter Verein dem japanischen Spieler Takashi Inui über Monate hinweg bei Behördengängen, übersetzte Ansprachen des Trainers und saß während der Spiele mit auf der Bank.

Freundin Japanerin, Vater Fußballprofi, Opa stellvertretender Chefredakteur beim kicker

Nach dem Abitur studierte Dämpfling Japanologie, Pädagogik und germanistische Linguistik, verbrachte ein Auslandsjahr in Osaka und absolvierte nach Studienabschluss ein Praktikum in Tokio.

Seit seiner Studienzeit ist er mit einer Japanerin liiert, seine Schwester ist mit einem Japaner verheiratet.

Der enge Kontakt zum Fußballsport ergab sich durch seinen Vater, der Berufsfußballer war. Und auch der Bezug zu den Medien wurde ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt: Sein Opa war stellvertretender Chefredakteur beim kicker, der wichtigsten Fachzeitschrift für den Fußballsport.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Abendzeitung, 2014-01-08; Nürnberger Zeitung, 2012-03-23. Bild: Dusty Cline / Fotolia.]